Kut

Heute geht es 200km Richtung Bagdad zu einer Stadt Kut. Ich sehe immer wieder an der Strasse Bilder, kann nur vermutlich, dass dies Ali ist der von den Schiiten verehrt wird und im Irak getötet wurde.

Ich muss durch mehrere Kontrollstellen fahren. Bei einem bekomme ich auf dem Weg, dass ich keine Anhalter mit nehmen soll, wenn es Irakis sind.

Die Sonne geht langsam unter und die letzten 45km sind zäh.

Ich freue mich um so mehr, als mir der nächste Kontrollposten mir anbietet hier zu bleiben und ich nehme es sofort dankend an.

Ich bin schon am Tee und werde müde, da kommt noch ein Polizist vorbei, der erst den Pass und dann die Fahrzeugpapiere haben will. Kein Problem, den Pass kann er auch bis morgen Früh behalten.

Der gute Mann kommt zum dritten Mal und erklärt mir, alle Papiere okay ich soll jetzt weiterfahren. – ???? Ich denke hier ist ein Missverständnis, ich bleibe hier bis Sonnenaufgang. – Nicht parken, weiter fahren!

Oh Mann, wirf Hirn vom Himmel. Aber anscheinend weichen ein paar geistig Gesegnete geschickt aus.

Es ist nach 20Uhr, es ist stockdunkel, ich habe keine Ahnung wohin ich fahren soll und die Diskussion bringt mich nicht weiter. Weiterfahren – Polizeistation? – Bagdad – nein, ich fahre nicht nachts…

Es bringt nichts, ich packe zusammen, vergesse natürlich die zwei Dachfenster zu schließen und schleiche mit 30 im Dunkeln vom Platz. Das erste was ich sehe ist eine Tankstelle und da ich eh morgen Tanken muss, hurra da darf ich wieder nach Diesel betteln und dann auch wieder beschissen zu werden, stelle ich mich einfach dazu.

Entweder ich störe heute Abend noch jemand oder die Polizei findet mich, dann darf ich wieder weiter fahren. Aber ich bin hundemüde und hab keinen Bock mehr.

Die Nacht war ruhig, oder ich so müde, dass ich nichts mitbekommen habe. Um 7 Uhr morgens lädt ein Kipper direkt hinter mir eine Ladung Ziegel ab. Draußen sind auch ein paar Bauarbeiter und laden mich zum Essen bzw. Chai. Ich lehne dankend ab und entschuldige mich, falls ich Unannehmlichkeiten gemacht habe. Zwei können sogar etwas Englisch sagen, dass alles okay ist.

Ich mache Rosali ohne Kaffee fahrbereit und steuere direkt die Tankstelle an. Unter den Autofahrern gibt es einen Tumult und anscheinend genau jetzt um 7:30 wird die Tankstelle geöffnet. Vermutlich streiten die sich jetzt eine halbe Stunde lang, wer zu erst tanken darf 😉

Beim Gas/Diesel bin ich der einzige und fahre gleich zum Kartenhaus. Jetzt verstehe ich auch, dass man ohne Registrierung von Irakische Kennzeichen, nicht für 400 sondern für 500 IQD, was 31 Cent sind, tankt.

Für 20k IQD, also 12€ tanke ich 40l. In D kostet mich 40l jetzt 92€. Da sage ich nur, da hat der deutsche Michel richtig gewählt! Gute Leistung!

Werbung

Ur, Eingangsposten

Ich fahre, kurz nach dem mich der Museumsdirektor noch persönlich Begrüßt hat, weiter. Zu meiner Verwunderung gibt es auf der Bagdad-Basra Autobahn keine Kontrollstellen.

Da mein Tank etwa ein Drittel leer ist, fahre ich an der Autobahn an einer Tankstelle ab. Der Tankwart winkt ab, ich bleibe hartnäckig. Da ich sonst keinen Chef sehe, gehe ich zur Polizei, die 100m vor der Tankstelle steht. Plötzlich kommt auch einer mit Funkgerät aus der Tankstelle, anscheinend ist es den Tankstellen Betreibern peinlich, wenn ich die Polizei rein ziehe. – Werde ich mich für später merken. – Ich komme komme zum Chef, der wieder auf seinen Chef wartet. Dafür bekomme ich wenigstens Wasser und auch Tee. Sobald der Chef da ist kann ich auch sofort tanken. Leider hab ich 20l angegeben, bei 400 IQD sind das 8k und der Tankwart füllt auch nur 20l rein. Ich gebe ihm 10k und weg ist er. Entweder ist er sehr schwach im Kipfrechner oder einfach nur ein Betrüger.

Was solls, jetzt weiss ich auch wie ich mir selber zu Diesel verhelfen kann. Beim ersten Tankstopp haben mir zwei lokale Irakis sehr geholfen, aber auch da musste ich mehr als den offiziellen Betrag zahlen.

Das ganze Tanken dauert etwa 1h. Es braucht Zeit, Geduld, Nerven und Hartnäckigkeit.

Nach dem Tanken sieht es nach Wüstensturm aus, aber es bleibt ruhig auch wenn die Sicht eingeschränkt ist.

Um 13Uhr mache ich einen Stop an einem Restaurant, wo vor viele LKWs und PKWs parken. Es dauert etwas, bis ich den guten Menschen klar machen kann, das ich etwas zum Essen haben möchte, aber danach gab es alles.

Beim bezahlen wollte keiner Geld annehmen. Ich bestand dreimal darauf und dann wurde es auch angenommen. Ist wohl ähnlich dem Iran.

Kurz vor dem Ziel muss ich noch 4 Kontrollstellen passieren, diese dauern wohl gleich lang, wie die 250km, die ich heute gefahren bin.

Vor mir steigt Rauch auf, hier ist wohl ein Stromkraftwerk am arbeiten. In der Ferne erkennt man auch Ölbohrtürme.

Um 17Uhr erreiche ich mein Ziel.

Da der Platz auch geschlossen wird, frage ich bei den Wächtern an, ob ich hier parken darf. Nein, aber irgendwie dann doch. Beim Militär sind immer die Typen mit einfachen Klamotten die Chefs.

Nicht toll, aber sicher.

Ich werde mir morgen um 8Uhr nochmals den Platz anschauen.

Abends laden mich die Wächter zum Essen ein, das ich gerne ablehne.

Etwas später werde ich noch zum Tee eingeladen, den ich aus Höflichkeit annehme und ihre Fragen so gut es geht beantworte.

Um 21Uhr verabschiede ich mich in Rosali.

Die Nacht war eigentlich sehr gut selbst die Hunde hab ich irgendwann ignoriert.

Vor 7 wache ich gut ausgeschlafen auf. Mein Fliegenkiller hat über Nacht ganze Arbeit geleistet.

Hunderte kleine Mini Fliegen.

Staubsaugen und nach einem Kaffee fahr ich um 8 wieder zu den Ruinen herein.

Ein Wächter dort will mir das Haus von Abraham zeigen, solange noch keine Touristen hier sind. So fahren wir ein paar Kilometer mit den Autos.

Hier ist auch der Ort wo Papst Franziskus vor einem Jahr am 6.3.2021 die heilige Messe gelesen hat.

Es geht wieder zurück zur Pyramide.

Was mich etwas stützt macht sind die sehr vielen sehr gut erhaltenen Stempel in den Tonplatten.

Es gibt auch noch die Königsgräber, die aber abgesperrt sind.

Die Könige haben sich ihre Diener gleich ins Grab legen lassen, damit die Könige auch im Jenseits nicht arbeiten brauchten. Ein tödlicher Job 😉

Ich verabschiede mich von den Wachen, die ich ganz lieb gewonnen hatte und die Wachen machen Haufen weise Fotos von mir und Rosali. Nächster Stop die Innenstadt Nasiriya und das dortige Museum. Meinen Parkplatz, den ich eigentlich ausgesucht hatte funktioniert nicht, da man hier nicht Abends parken kann. Also gleich ins Museum, das aber mit 25k IQD, was 15,60€ sind, recht teuer ist. Ich buche es unter Entwicklungshilfe Irak ab oder Alternative, da ich keine Quittung bekommen habe, als Zuschuss fürs neue Auto? 😉

Nach dem Museum versuche ich noch mein übriges Geld von Emirates und Oman zu tauschen, aber die Wechselstuben nehmen nur Amis Geld an. So wechsel ich halt trotzdem noch 100us$. Eigentlich wollte ich die Dollar noch behalten, da es kleine Noten sind, aber ich brauche noch etwas Bargeld hier. 100us$ sind 140kIQD.

Wenn ich schon durch die Stadt laufe, kaufe ich mir zwei mal Brot für je 500IQD (30Cent), den ersten Beutel esse ich ruckzuck weg. Daneben gibt noch für 2kIQD (1,25€) eine Brottasche mit reichlich Fleisch drin.

Hilla, Parkplatz

Über Bagdad hängt eine graue Schicht, das einige weiße ist der Dampf einer Fabrik.

Nach eineinhalb Stunden bin ich tatsächlich aus Bagdad heraus gekommen und sehe eine Autowäsche. Ich hoffe mit einem saubere Rosali Respektvoller von den Uniformierten behandelt zu werden und lasse Rosali für 10k IQD, etwa 6,23€ waschen.

Es kommt eine sehr grosse Menge an Sand herunter. Die Jungs strengen sich tatsächlich an und Rosali erstrahlt in Alter Schönheit.

Ein paar Kilometer weiter mache ich einen Mittagsstop. Ich hatte heute morgen nicht mal Kaffee, so freue ich mich auf etwas gutem und werde nicht enttäuscht.

Für 100km von Bagdad nach Hilla, das ist die Stadt neben Babylon habe ich7 Stunden gebraucht. Unzählige Kontrollen, manchmal aber witzig keine 150m dazwischen.

Zeit ich die Treppe nicht mehr aus fahre und zuerst ohne Schuhe rein gehe konnte ich die Schutzfinke anhalten Rosali zu verdrecken. Jede Kontrolle bleibt nervenaufreibend und damit auch Kräfte kostent.

Ich treffe eine Familie aus Bagdad, die mit mir Photos machen will und mich zu Fisch einlädt.

Die anschließende Suche nach einem Parkplatz für mich wird im Dunkeln sehr anstrengend. Ein Museum Mitarbeiter meinte ich könnte an jeder Polizeistation mich hinstellen, no Problem. Leider sieht das die Polizei anders. Deshalb lande ich auf einen geschlossenen Parkplatz.

In der Dunkelheit fahre ich fast ein Stromkabel ab, bzw. beschädige ich mir mein Aufbau oder Aufbau Aggregate.

Ich bin hundemüde und falle trotz Lärms sofort in Tiefschlaf bis morgens weit nach 6Uhr. Mit 19°C war es die wärmste Nacht seit langen. Am morgen erwische ich drei Moskitos, alle voller Blut, deshalb hatte ich diese Nacht meine Ruhe.

Um 4 Uhr in der Nacht bekam ich auch eine SMS, das die Regierung meiner SIMkarte abgelehnt wurde.

Das ist die SIMkarte, die ich in meinem Handi habe. Vermutlich wird die SIMkarte wohl irgendwann abgeschaltet. Schlechte Aussichten 😦

Gleich um 8 Uhr geht es wieder nach Babylon rein.

Das Tor und der erste Raum ist noch ganz schön, danach leider hört es wieder auf.

Die Mauern bestehen aus verschiedenen Ziegeln, es gibt immer wieder größere flachen Ziegelebene, die mit Asphalt von einander abgetrennt sind. Jeder Ziegel hat auf der einen Seite ein Muster und auf der anderen Seite einen Stempel.

Der Löwe von Babylon, darunter der Feind.

Ich gehe etwas durch die Stadt.

Im Hintergrund sehe ich einen Palast.

Der Palast kostet extra Eintritt. Leider wurde der Palast 2003 zerstört. Vermutlich von den Amis. Traurig wenn ein Volk keine Vergangenheit hat und andere Länder ihre Vergangenheit zerstört.

From 2003 to 2011, US forces used the palace as their headquarters and did not allow citizens to visit it.

Quelle: https://www.aa.com.tr/en/middle-east/saddams-palace-in-ancient-city-of-babylon-bears-witness-to-lost-era/2417965

Es gibt auch einen Zoo, aber wenn ich das Futter schon sehe, möchte ich die Tiere nicht sehen.

Ich glaube, ich habe das meiste gesehen. Die hängende Gärten gibt es nicht mehr und das letzte ist der Turm von Babylon den ich noch besuchen möchte. Mein erster Anlauf scheitert, da der Zugang nur von einer Stelle aus möglich ist. Nach etwas kreativen Map suche, finde ich auch den richtigen Weg. Der Weg endet mehr oder weniger bei einem feucht Biotop.

Von einem Turm ist nichts zu sehen und wenn da mal ein Turm stand, dann war der auch nicht sehr breit. Ich denke da hat einer gewaltig übertrieben.

Es ist Nachmittag und ich bleibe heute hier. Mein nächstes Ziel Ur ist gut 270km entfernt, da muss ich morgen früh aufbrechen wenn ich das in einem Tag schaffen möchte.

Ausserhalb der Ruinen finde ich einen kleinen Bauhof und beschließe spontan dort zu parken.

Etwas später kommt der Besitzer an und ich stürme ihm schon mit übersetzer in der Hand ihm entgegen, aber zu meinem höchsten Erstaunen, spricht der Besitzer des Hauses sehr gutes Englisch und bringt mir neben ein paar Arabischen Süßigkeiten, die ich gerne zum Kaffee verspeise, auch noch Wasser an Rosali.

Zu früh gefreut. Kurz vor Mitternacht Kopft es und ich torkle im Halbschlaf an die Tür. Ich sehe ein Polizeiauto, trotzdem öffne ich die Tür nur vorsichtig und mit meiner schweren Taschenlampe. Zwei Polizisten und mein Nachbar mit Fahrrad stehen draußen. Was mein Nachbar mit dem Fahrrad gemacht hat erschließt sich mir nicht. Der Nachbar übersetzt, dass ich in Babylon schlafen kann. Eigentlich genau da wo ich den ganzen Tag geparkt hatte, aber Abends verlassen muss. Ich frage nochmals bei meinem Nachbarn nach und er bestätigt es. Ich bitte im 10min Zeit, damit ich Rosali Fahrtüchtig machen kann und ich etwas wach werde. Polizei vorraus fahren wir in Entgegengesetzter Fahrtrichtung die 3km zu dem Parkplatz und die Polizei verabschiedet sich. Der Platz ist sicher toll, aber ein Sicherheitsmann mit Funkgerät in 5m Entfernung regt nicht gerade zum schlafen an. Jedes vorbei fahrendes Fahrzeug hupt auch kurz bei der Wache. Auf jeden Fall liege ich bis fast 3Uhr wach in Rosali. Die Geste der Polizei ist zwar rührend nett, aber ich hatte wunderbar vorher geschlafen.

Morgens um 8 geht meine Fahrt weiter.

Baghdad, Seitenstrasse

Heute geht es eigentlich erst 30min nach Falludscha und danach 1h nach Bagdad. Eigentlich. Schon nach 5km ist der erste Checkpoint und vermutlich heute andere Leute da als gestern. Stoppen  – rechts ran fahren – Stück Vorfahren – weiter fahren. Die Einfältigkeit manches Personal bring mich zur Weißglut. Warum denken die nicht erst nach, bevor die Wachen was sagen?

Nach eineinhalb Stunden schaffe ich die 15km auch und bin in Falludscha. Mein erster Anlaufspunkt wäre ideal zum Parken. Es kostet auch nur 1k IQD, aber der Besitzer meint es geht nicht. Platz zwei ist an der Strasse und am Fluss gelegen. Kaum fahre ich den Platz an, da kommt schon so ein Hirni angerannt. Nach dem ich auch noch vor ihm gewendet habe um den Parkplatz anzufahren ist er auch nicht gerade begeistert. Langsam kotzt es mich an, das jeder Hergelaufener seine Fettfinger in meinem Pass reinsteckt. Alleine die Dummheit beim Wenden einer Seite zu beobachten grenzt schon eine Ohnmacht. Das beste ist noch, wenn der Depp noch versucht die Seite mit dem Passfoto heraus zu ziehen. Manche Menschen sind wohl schon mit der eigenen Atmung geistig ausgelastet.

Ich möchte mir garnicht aus malen was ich an der Grenze für Ärger bekomme, wenn su ein Untermensch es tatsächlich schafft die Seite mit dem Lichtbild aus dem Pass heraus zu trennen. Dann darf ich zur Botschaft mir einen Ersatzpass ausstellen lassen und jedem geistig gesegneten das erklären – was für ein Horrorszenario.

Ich gehe in die Innenstadt und frage bei einem anderen Parkplatz an, aber irgendwie spüre ich das die Leute nicht wollen.

Ich finde ein Handi Geschäft und frage nach einer Sim. Fehlanzeige, er möchte einen Iraki Ausweis haben. Tja, warum werde ich wohl nie verstehen.

Die zwei Moscheetürme sehen recht verschossen aus und kommen mir wohl von Berichten über Falludscha bekannt vor. Es ist gar nicht so einfach Fotos zu machen, ohne das ein Uniformierter drauf ist.

Gegen über finde ich eine kleine Grillküche und bestelle vier kleine Spieße.

Das essen ist okay, aber den Preis finde ich mit 7,5k IQD etwas sehr hoch. Touristenpreise?

Etwas weiter hole ich mir etwas süsses für 2k IQD, was wiederum sehr günstig ist.

Hier in Falludscha fühle ich mich nicht wohl. Die Leute ignorieren mich oder sehen mich seltsam am. Deshalb möchte ich hier auch nicht bleiben.

Weiter geht es Richtung Bagdad. Bei manchen Kontrollen bekomme ich langsam Vögel, so läuft ein geistige Gesegneter mit meinem Pass weg und der nächste geistig Gesegneter möchte den Pass sehen. Nein, deswegen hole ich meinen zweiten Pass nicht auch noch heraus.

Einen der geistig Gesegneten scheisse ich lauthals zusammen, da er mit Schuhen in Rosali rein läuft. Das er auch noch meinen Lattenrost vom Bett anheben muss, Tür vom Bad offenläst und, was ich leider übersehen habe, meine Computerfach nicht schließt so dass ein paar Kilometer weiter meine Akkus raus fallen. Lässt meine Stimmung nicht gerade steigen.

Je näher wir an Bagdad kommen, desto mehr Kontrollen. Ich habe aufgehört die Checkpoints zu zählen, es ist einfach nur lächerlich und unnütz. Es kam auch noch keiner auf die Idee im zwischen Boden nach zuschauen…

In Bagdad angekommen suche ich eine Seitenstraße auf und sehe da einen Parkplatz. Nicht toll, aber es ist eine kleine Nebenstrasse.

Das Museum macht erst am Sonntag wieder auf.

In einem kleinen Computer laden bekomme ich auch noch eine zweite Sim. Hier ist auch gleich eine 30 Tägige 10GB Data dabei. Ich kaufe auch noch einen zweiten 20Ah Powerbank für 15€.

Ich gehe noch bis zum Fluss Tigris.

Neben an gibt es Hummus und ich werde von jemanden zu einem Teller eingeladen.

Die Tour endet als ich noch Brot 1k und ein 2m USB Typ C Kabel kaufe für 5k IQD.

Nachts war es mit 14,5°C recht angenehm. Ich mach am Morgen noch etwas Reiseplanung und tausche mich mit Freunden via Whatsapp aus.

Um 12 geht’s in die Innenstadt. Ich möchte das Wahrzeichen von Bagdad die gekreuzten Schwerter sehen, die in einem nahen Park sind.

Die erste Überraschung ist, ein Teil ist gesperrt.

Ich laufe und laufe, aber irgendwie komme ich meinem Ziel nicht wirklich näher.

Nach 2 Stunden Fussmarsch gibt mir ein Polizist zu verstehen, dass es in der Grünen Zone liegt und dass man da nur mit Taxi hinkommt. Da ich kein Taxi Freund bin, verzichte ich darauf und wechsle über den Tiber auf das andere Ufer. Entweder brennt da was oder es raucht extrem stark.

In einem kleinen Laden sehe ich Miniatur Führer ausgestellt. Die auch mit 100us$ recht teuer sind.

Der Ladenbesitzer spricht recht gutes englisch und es freut mich, mich mit ihm auszutauschen.

Auf dem Rückweg zu Rosali überquere ich wieder den Tiber. Ich finde sogar einen Parkplatz für Rosali für 3k IQD/Tag.

Aber ich bin zu müde um noch viel um zu parken. Eine nette Verkabelung finde ich auch noch.

Das letzte was ich mache, ich kaufe ein Brot mit Käse? drauf und lasse es mir warm machen. Des Weiteren finde ich 20m von meinem Parkplatz entfernt noch ein Laden, der 20l Trinkflaschen verkauft.

Die Nacht war mit 15°C recht warm. Leider haben mich drei? Moskitos nachts gefunden. Zwei konnte ich am Morgen gleich zur Strecke bringen.

Ich stehe früh auf, bringe den Müll raus und bin gerade am Kaffee aufsetzen, da spricht mich ein Uniformierter an, ich sollte vorne an der Ecke besser parken. Ich will mir das erst zu Fuss anschauen, da mir nicht klar ist wo die Parkmöglichkeit sein soll. Er gibt mir zu verstehen ich soll Rosali holen. Eilig verstaue ich alles und fahre vor und suche den Uniformierten – ich sehe ihn etwa 100m ein eine Strasse davon gehen in die ich nicht einfahren kann. Ich rufe ihn und er läuft einfach weg. Meine Fresse was für ein Kaliber von geistiger Seligkeit! Das grenz schon an Mutwilligkeit. Lässt mich einfach mitten im Verkehr stehen!

Ich bekomme schon langsam einen dicken Hals von so einer Frechheit und taste mich langsam in den Verkehr und versuche in eine Seitenstraße zu kommen. Zum Glück war ich da gestern zu Fuss unterwegs und kann mich etwas orientieren. Wie durch Wunder finde ich auch einen Parkplatz, aber nicht da wo der geistig Selige mich hon verwiesen hat.

Ich gehe zum Museum, es stehen massen von Sicherheitskräften herum. Aber heute ist das Museum geschlossen. Ich habe extra am Freitag genau hier angefragt und es hieß ja offen. Nagut, scheiss egal ich hab so wie so die Schnautze voll von Bagdad.

Habanija Lake, Tourist City

Nachdem ich fast vollen Tank Diesel habe. Fahre ich Richtung Autobahn. Ich erspähe etwas was nach Backerei aussieht und es herrscht kein Verkehrschaos, also kann ich raus fahren und parken. Ich gehe zum Bäcker und hole mir vier Brote für 1000IQD. Ein paar Läden weiter sehe ich einen Computer laden und frage nach SimKarten – er meint entweder in der Stadt wo ich gerade herkomme oder die Strasse hinunter, solche Feinheiten verstehen ich auch beim dritten mal nachfragen nicht. Ein paar Läden weiter finde ich wieder einen Laden und tatsächlich er hat SimKarten. Ich lege ihm meinen Personalausweis und 15k IQD hin und der gute Mann beginnt seine Arbeit. Etwa mittendrin kommt Polizei herein und meint ich müsste in das Auto steigen und auf dem Posten vier Fragen beantworten. Für mich klingt das, wie die letzten Worte auf dem Grabstein, bzw. 20 Jahre Gast bei den Amis im Orangen Gewand. Ich halte das auch erst für einen Scherz und warte darauf, dass die Regierung meiner SIMkarte fertig wird. Aber Polizei meint das ernst und zupft am Ärmel, wie ein nörgelntes Kleinkind.

Na gut, ich packe mal meinen Personalausweis und Geld wieder ein und schüttel den anhänglichen Polizei vor der Tür erst mal ab. Mit hochgestreckter Hand winke ich allen zu mir zu folgen und gehe mitten auf der Strasse zügig Richtung Rosali. Der Polizeitross bestehend aus Polizei und Polizeiautos folgt mir brav im Schritttempo zu Rosali. Ich sperre Rosali auf und ergreife den Pass und schlage das Visum auf…. schon hab ich eine Hand vom Polizeichef in meiner und er entschuldigt sich äußert überschwänglich: very sorry, diplomatic Pass, very protect, so sorry,….

Ich stehe etwas verdattert da, gerade noch ins Polizeiauto versucht zu zerren und jetzt plötzlich alles okay. Ich verstehe es nicht. Schneller wie die Polizei gekommen ist, ist sie auch wieder weg. Ich schaue mich jetzt erst mal um. Der Fussmarsch mit der Polizei hinter mir, hat wohl das halbe Dorf gesehen, wer sich nicht angeschlossen hat, hat wohl die Familie dazu gerufen und steht vor den Läden und beobachtet.

Ich gehe wieder zum Computer Laden und wir beenden die Regierung und bauen gleich die SIMkarte ein.

Ich nehme auch gleich eine Aufladekarte mit, aber die 10k IQD kostet 13IQD. Naja, dafür läuft ein Junge los und bringt mir eine Karte zurück.

Es geht noch ein paar Kilometer weiter, wobei mein Navi wohl nicht die beste Route wählt, aber in einem Land wo Brücken, Dämme sehr temporär und Bahnlinien unterbrochen sind, darf sich auch das Navi mal irren. Um 14 Uhr komme ich an und richte mich ein.

Am Strand gehe ich tatsächlich Baden, aber nur mit meinem Shorty und auch nur 20min lang. Danach nutze ich gleich die Gelegenheit zum Duschen und Haare waschen.

Neben Rosali gibt es auch eine über süßen Wurf von sechs Welpen. Meine Frau Rhona hat heute Geburtstag und ich gratuliere mit den kleinen Welpen.

Abends mache ich noch einen Spaziergang durch die Touristen Anlage. Also eigentlich bin ich der einzige Tourist hier und das ich aus Alemannia komme kann ich von allen Ecken aus hören. Mein Ruf eilt mir voraus.

Nach Sonnenuntergang kommt der Wind und auch der Sand. Ich glaube heute ist Sandsturm tag, das gibt morgen Arbeit für den Staubsauger.

Die Nacht war windig, dafür Wunder schön ruhig. Ab 22 Uhr ist hier absolute Ruhe und es wunder schön hier auf zu wachen.

Knudeln sind auch schon wach und mein altes Brot finden einen Abnehmer.

Der See ist etwas aufgewühlt und Rosali hat etwas Sand abbekommen.

Es gibt noch Frühstück mit weichem Ei, Brot von gestern und Quark aus Jordanien und Kaffee.

Gegen 11 geht es weiter.

Ramadi, Innenstadt

Die Autobahn ist eigentlich sehr gut. 6 Spurig ausgebaut und ohne größere Schlaglöcher. Alle paar Kilometer sieht man kleine Garnison. Vermutlich sind diese in Sichtweite von einander angelegt.

Das erinnert mich wohl an den Limes bei uns daheim. Da muss wohl auch ein größerer Zwischenfall passiert sein, damit die Römer alles voll gestellt haben mit Türmen.

Die Iraker haben sogar alle Brücken mit Posten besetzt.

Das Lustige daran ist, das an jeder Brücke Picknickplätze sind. Picknick bei Bomben Wetter?!? Es ist mehr als traurig.

Auch wurden alle Leitplanken abgebaut, vermutlich, dass es keinem Schutz dem Gegner bietet.

Ich möchte eigentlich gar nicht wissen, wie ein Auto aussieht, wenn das Auto gegen die Pfosten fährt…

Auch gibt es ab und zu Stücke ohne Asphalt. Vielleicht hat jemand hier Panzersperren errichtet?

Es gibt immer wieder Kontrollen. Für mich heißt dass immer wieder höchste Konzentration und ich versuche den Chef ausfindig zumachen und ignoriere den Rest eigentlich. Bei einem Rudel von Strassenhunden verliert man schnell den Überblick und ich habe keine Lust, dass hier jemand in Rosali einsteigt, ohne dass ich dabei bin. Erstaunlicherweise wird manchmal auch gar keine Kontrolle von Rosali durchgeführt, weil ich sie mit irgendwas ablenke, also kann es nicht so wichtig sein.

Eigentlich wollte ich ja das erste Dorf oder Stadt anfahren um mir Bargeld, SIMkarte, Essen und Diesel zu besorgen, aber das ganze ist nicht so einfach.

Die erste Abfahrt ist mit Sandhügel gesperrt, natürlich ohne Schilder. Beim Kontroll Posten unter der Brücke heißt es rechts abbiegen, aber da ist schon der nächste Posten der mich weiterschickt. Hinter dem Dorf gibt es noch eine Zufahrt, aber da komme ich vom Regen in die Traufe. Hier bleibe ich erst mal hängen bis ein Cornel vorbeikommt, der mir erklärt im Dorf ist der Feind. Ja, klar doch.

Er gibt mir einen Soldaten mit und meint wir fahren dahin wo es keine Probleme gibt. Die Fahrt endet auch genau beim nächsten Kontrollpunkt. Da gibt es weder was zum Essen noch sonst irgendwas. No Problem-was mich Nerven und gut 1 Stunde gekostet hat.

Die nächste Stadt ist gut 200km entfernt, bei den Kontrollstellen ist das eine Ewigkeit.

Ein Soldat schafft es sogar mir eine Orange aus Rosali zu stehlen! Ohne zu fragen öffnet der Soldat die Beifahrertür, die ich seit dem letzten Mitfahrt wohl nicht geschlossen hatte und schnappt sich eine Orange aus dem Korb. So schnell kann ich gar nicht reagieren. Für mich ist eine Vorstellung, dass Soldaten gemeine Diebe sind sehr ungewöhnlich. Das er seinen Beruf und damit die Kontrollfunktion der Fahrzeuge zu seinem persönlichen Bereicherung einsetzt ist ekelhaft und wirft natürlich Gräben auf. Wenn man als Westler schon unter der Willkür von kriminellen in Uniform leidet, wie wirkt sich so etwas auf einheimische aus?

Was mir noch auffällt ist, dass die Polizei einen höheren Respekt als die Soldaten genießen. Sobald ein Polizist auftaucht, benehmen sich die Soldaten anständiger. Wenn ich an die Türkei zurück denke, als ein Soldat am morgen noch vor mir salutiert hat und hier im Irak muss man aufpassen, dass die Säcke nicht ständig sich an Rosali anlehnen. Rückgrat fehl Anzeige?

Irgendwie hat jeder Soldat bei den Kontrollen eine andere Uniform an. Leider gehen die Fotos nur in eine Richtung, das heißt ich werde Fotografiert, aber darf keine Soldaten aufnehmen. Naja, wenigstens hat das Betteln um Geld aufgehört.

Ich biege auf Ramadi ab und möchte zu einer Polizeistation fahren und fragen ob ich da parken darf. Bei einer Brücke über den Euphrat erkenne ich zum Glück noch ein niedriges Rohr. Ich kann die Höhe schlecht abschätzen, aber ich denke es ist zu niedrig. Kaum halte ich an um einen anderen Weg zu planen, da kommt schon ein Autofahrer und Soldat die auf mich ein sprechen. Ich geh den Soldaten recht direkt an und er macht erst mal einen großen Bogen um mich.

Schöner Platz am Euphrat gewesen

Insgeheim wünsche ich mir ich könnte hier einen Platz finden für die Nacht, aber leider gerade ich an einen Fixer der mich unbedingt zu einem Parkplatz bringen will. Leider ist der scheiss Parkplatz im Zentrum der Stadt, rechts und links alles voll Läden.

Ich bin auf hundertachzig und der Fixer bekommt es zu spüren. Ich habe keine Lust auf Wasser, Tee, Kaffee, Dusche, Hotel, Essen oder sonstigen was er mir natürlich für free anbietet. Ich traue dem Pack keinen Steinwurf weit und lasse ihn einfach stehen.

Selbst nach 2h gibt er keine Ruhe und bringt mir eine Flasche vorbei. Ich lehne dankend ab, verweise auf die Nacht und lade ihn gerne um 7Uhr dafür ein. Aber da besucht er schon seine Familie ist bei der Uni oder was weiß ich , wer’s glaubt…

1h später ist er schon wieder vor der Tür. Nur 1 min…. was immer auch. Meine MAG Taschenlampe erhellt sein Gesicht und ich gib ihm zu verstehen, dass hier jetzt Schluss ist.

Ich hoffe ich kann hier wenigstens ein paar Stunden schlafen. Wirklich ein scheiss Platz. Außerdem muss ich mir überlegen, wie ich hier an SIMkarten heran komme, ohne Inet kann ich mach nichts suchen und maps.me meint, der nächste Geldautomat ist 50km entfernt und in Armenien, 750+km seien viele – hilft auch nicht gerade.

Die Nacht ging so, es war auch recht warm. Seit langen ohne Decke geschlafen und offenen Dachluken. Als ich um 7 Uhr beim Staubsaugen bin, kommt auch mein Fixer vorbei. Ich bringe ihn auch dazu mich zu einer Geldwechsel Stelle zu bringen. Ist eigentlich ganz einfach, da ist ein MasterCard Symbol aussen drauf.

Ich wechsle meine Saudi Rials, die ich noch übrig habe. 943Rials bekomme ich 200us$ und 50k IQD ich tausche gleich die 200us$ auch noch in Dinar, damit habe ich wieder einen Berg Geld.

Eigentlich sollten wir jetzt eine Irakische SIMkarte von Zain kaufen, aber irgendwie sind alle Läden zu und die Jungs wollen nicht wirklich. Ich werde aus dem Zeug nicht schlau.

Wir machen aber noch einen Abstecher zum Euphrat.

Irgendwie hab ich wieder die Schnauze voll von den Irakern ihrem Geschwätz und verabschiede mich höflich.

Nächster Stop tanken. Leider geht das nicht automatisch, sondern man muss die Liter vorher kaufen, die man vertankt. Dazu sollte das Auto registriert sein. Klasse, gleich noch mehr Probleme 😉

Wobei ich für die 24000 aber 30000IQD bezahlt habe. Da hat wohl jemand wieder mit verdient. 😦

Jordanien/Irak Grenze Al Karama

Vor der Grenze mache ich nochmals den Tank voll. Eigentlich Blödsinn da der Diesel im Irak billiger ist.

Wir nähern uns der Grenze. Die Strasse ist mal grottenschlecht und 50km/h schon zu schnell und mal ist der Asphalt recht neu und ich komme sehr schnell voran.

An der Grenze gibt es erstmals die Diskussion ob ich überhaupt vorgelassen werde. Mein PCR Test hat kein Maschinen Ausdruck und auch keinen Scan Code. Visa hätte ich auch nicht und überhaupt…

Blabla, kenne ich alles schon. Ich erkläre dem guten Mann, dass der Test vom Krankenhaus ist, ich als deutscher ein Visum bei der Ankunft bekomme und übrigens läuft mein Jordanien Visum bald ab. Ich glaube das letztere wirkt am meisten 😉 Nach einer gefühlten Stunde warten kommt auch ein Plakaten Soldat an und schaut sich mein Pass an und telefoniert mit den Irakis, danach gibt es das okay.

Jordanische Seite:

Der braune Schein von der Einreise ist wichtig. Da gibt es einen gelben Laufzettel wo Rosali abgefertigt werden.

Bevor man weiter fährt sollte man sich an der gleichen Station wo der Wagen durchsucht wird auch noch den weißen Exit Schein für 35JD geben lassen.

Beim wenden übersehe ich einen Pfeiler hinten und hole mir eine Schramme.

Die Papiere gibt man dann bei der Ausfahrt wieder ab. Jordanien erledigt.

Iraki Seite:

Hier ist keine Eile geboten, da es sowieso länger dauert. Lächle und finde dich damit ab hier zu übernachten.

Im Precheck von den Irakern werd dich jeder, ja auch der Chef, nach Geld fragen, lehne es einfach höflich ab und halte Fenster und Türen verschlossen.

Weiter geht’s zum Visa. 200us$ wird zuerst aufgerufen für ein Visum. Als Deutscher hast du die Gnade nur 75us$ zahlen zu müssen. Falls du es nicht passt hast bekommst du den Rest in IQD zurück bis zu einem 46% schlechteren Kurs.

Gut, jetzt hast du ein Visum für den ganzen Irak jetzt kommt die Sache mit dem Auto.

Ich hatte die Ehre, dass ein Assistent mich bei der ganzen Lauferei begleitete. Er war ununterbrochen am Telefonieren, wir standen vor verschlossenen Büros aber irgendwie ging es immer ein Papier oder eine Unterschrift weiter.

Bezahlt habe ich:

105us$ = 100us$ und 5k IQD für das Manifest. Wobei die 5k wohl Handgeld war.

30us$ für 1 Monat Versicherung, wobei der Wechselkurs für das Rausgeld kriminell tief war. Hier hat er mich um gut 6us$ beschissen.

10us$ was dann doch 15k IQD sind musste ich auch noch bezahlen für etwas.

Das war es eigentlich auch schon. 220us$

Wenn ich denke das ein Schweizer für eine Tasse Kaffee mir 5CHF stehlen will und für 1l Tischwasser 10CHF stehlen will und nicht mal rot im Gesicht wird, dann sind mir die Iraker lieber!

Was die ganzen Papiere im einzelnen bedeuten habe ich keine Ahnung. Ein paar Unterschriften haben wir auch beim Mittagessen abgeholt, wo ich auch voll zu gelangt habe 😉

Zu meinem allergrößten Erstaunen hat mir der Mann mit Brille auch noch 25k IQD geschenkt.

Jetzt kommt eigentlich nur noch ein paar Hammer:

Man soll doch nach Jordanien fahren und da bei einer Bank 500 oder 1000us$ Kaution einzahlen und dann wieder kommen.

Die Strasse ist von 16Uhr bis 8Uhr am Morgen geschlossen, ob man in Jordanien einen Kontakt hat wo man übernachten kann.

Lächelnd erklären, dass man gerne hier vorm Office übernachtet und morgen weiter fährt. Auch ist das mit Kaution nicht gut, da man in der Türkei oder Iran ausreist.

Jetzt gibt es noch ein warte Spiel, weil da jemand von ganz oben sein okay geben muss.

Ich hab nach der ganzen Warterei Hunger und bin tot müde. Solche Grenztage benötigten alle Sinne und 100% Einsatz, dafür wird man aber auch mit Erfolg ausgezeichnet und man ist einer der ersten die den Grenzübergang geschafft haben.

Die Nacht war mit 13°C angenehm. Ich hab auch nicht viel mitbekommen und bin sofort in den Tiefschlaf gefallen ohne mal aufzuwachen.

Jetzt ist es 8Uhr und nach dem Kaffee mache ich mich auf dem Weg zur nächsten Stadt. Geldwechseln und SIMkarte besorgen.

Morgen hat Frau ihren 49ten, da wäre sie sauer ohne Kontakt. 😉

Ich fahre kurz nach 8Uhr raus Richtung exit. Ein Posten ist nicht besetzt und ich fahre gleich zum letzten Häuschen. Okay ich darf zurück und warten. Als ich um das Haus gehe sehe ich auch einen Soldaten beim Kaffee trinken. Ich gib ihm meine Papiere und er muss wohl vom Chef die Bestätigung abholen, also gehen wir zum Gebäude zurück. Es ist ungewohnt Leute aus dem Bett zu holen, aber es scheint keinem groß zu stören.

Also wieder zu letzten Posten, diesmal fehlt ein weißer Zettel. Den Zettel hätte ich eigentlich bei der ersten Kontrolle bekommen sollen. Also fahren wir wieder zurück und holen einen Zettel mit zwei Stempel ab. Der Zöllner vergisst auch nicht nach Geld zu fragen. Money, Money – es ist wie mit Affen im Zoo. Ich schüttle ihm dafür reichlich die Hand, er schaut mich dümmlich an.

Weiter geht’s jetzt wieder zum letzten Posten. Natürlich wird hier wieder reichlich nach Money,Money gebettelt. Es kotz mich nur noch an und ich erkläre ihm kurz auf schwäbisch was ich von ihm und seiner Bettlerei halte und wie tief er in meinen Augen gesunken ist. Gut, jetzt versteht er es nicht ganz, was deutlich besser für mich ist.

Irak wir kommen.

Mahattat al Jufur, Krankenhaus

Heute stehen 270km an. Die Abfahrt ist ganz gut und ich habe das Gefühl zügig vorran zu kommen.

Bis ich wieder auf Irbid stoße. Es gibt zwar eine Umfahrung, aber mein Navi kennt es nicht, so fahre ich wieder durch die Stadt. Ich fahre mehr oder weniger Schritt im 2 Gang und hinter mir gibt es wildes Gehupe. Wenn ein Auto im Weg parkt, ist es auch ruckzuck weg. So 20 Hupende Autofahrer hinterlassen schon eine Wirkung  😉

Sobald Irbid durchfahren ist mache ich einen Stop an einem Restaurant. Die Bestellung hapert etwas, aber ich werde von einem Tisch zum Essen eingeladen. Vermutlich die Angestellten selber. Neben Wasser gibt es auch noch einen sehr süßen Tee. Nach dem Essen, frage ich was ich bezahlen darf. 5JD. Als ich schon im Auto sitze kommt einer angelaufen und gibt mir 3JD zurück. Ich verstehe es zwar nicht, aber was solls 😉

Die Fahrt geht jetzt einfach gerade aus durch die Wüste.

Kurz nach 17 Uhr erreiche ich mein Tagesziel. Ein Krankenhaus vor der Grenze.

Ich finde auch den Arzt, der mit der Zigarette in der Gosch 😉

Er fragt mich, ob ich einen Test machen will oder nur das Resultat will. So bekomme ich gratis und sofort eine Bestätigung, das ich negativ bin. Ohne Test kann ich ja nicht positiv sein 😉

Ich frage ob ich auf dem Parkplatz vor dem Krankenhaus übernachten darf. Was mir nicht bewusst war, dass das ganze Gebiet militärische Zone ist. Deshalb bekomme ich erst von der Security dann vom Militär besuch. Später kommt der Soldat vermutlich mit einem Vorgesetzten und einem Geheimdienster zurück, der mich auch noch befragt. Vermutlich hab ich mir wieder einen sehr sicheren Parkplatz ausgesucht.

Morgen nach Sonnenaufgang fahre ich dann an die Grenze, mal schaun wie lange es dauert.

Die Nacht war mit 9°C recht angenehm. Um 7 Uhr spüre ich schon das positive Kribbeln, heute muss ich mich ins Zeug legen und das spornt mich seit langen wieder an.

Kaffee und ruckzuck auf zur Grenze.

Umm Qais, Museen

Die kleinen Strassen, die sehr steil hoch und runtergehen sind kein grosser Spass. Ich befürchte immer, dass ein grosser LKW mir entgegen kommt. Mein Navi hat auch immer nur kleine Strassen im Angebot. Schließlich erreichen wir dreiviertel vier das Ziel. Eineinhalb Stunden für 15km? Uff.

Ich gehe mir die Aussicht anschauen.

Wir sind hier 4km von der Grenze entfernt. Man sieht See Genezareth, Palästina, Syrien und Libanon.

Leider gibt es hier sehr viel Gesocks. Beim Eingang haben zwei Jugendliche, die wohl einen Kiosk betreiben sollen nach Alkohol und Zigaretten gefragt.

Beim Spaziergang hab ich mehrmals Steine rollen gehört, später habe ich rausgefunden, dass zwei oder drei Jungen Steine herum werfen.

Als ich an einer Klippe Fotos machte, kamen vier Junge her und wollten Geld. Ich frage warum und die Jungen wollen meine Brieftasche sehen. Nach dem ich sie gefragt habe, ob ich die Jungen Probleme haben und ich Fotos machen und die Polizei rufen soll – ruckzuck war das Pöbel davongelaufen.

Ich besuche noch das Museum und bekomme eine private Führung.

Bombardiert von Israelischen Besatzer.

Ich genieße noch den Sonnenuntergang.

Zurück zu Rosali fängt mich noch die Polizei ab und begleitet mich zu einem sicheren Platz.

Die Nacht war sehr ruhig und der Morgen wärmt Rosali schnell auf.

Ich mache noch einen Spaziergang durch die Ruinen und das Dorf.

Nach 11 Uhr geht es weiter Richtung Grenze. Heute steht noch ein PCR Test auf dem Programm.

Irbid, St. Georg Kirche

Bei der Ausfahrt komme ich noch an dem Grab von Germanus vorbei. Der Deutsche muss sich wohl den Hilfstruppen angeschlossen haben und zu grossen Ruhm und Geld gekommen sein.

Ich finde noch einen Bäcker und einen Gemüssehändler gegenüber. Beim Gemüsehändler gibt es auch eine öffentliche Wasserleitung an der ich meine 6 oder 7 Flaschen Trinkwasser wieder auffüllen kann.

Ich kaufe dem Gemüsehändler auch noch einen Bund Radieschen für 1JD ab und bekomme noch einen Kaffee gereicht 😉

Die Fahrt nach Irbid sollte eigentlich nur 30min dauern. Aber der Verkehr ist am Stocken. Ich erreiche mein Ziel und nachdem ich mit drei Verschiedenen Leuten gesprochen habe lande ich auch beim Prister Salomon, der mich in die Kirchengemeinde einlädt.

Ich besuche noch den Abendgottesdienst, in dem ich auch die Hauptrolle spielen darf.

Ich gehe noch in die Stadt um was zu essen, aber heute hatte ich wohl einen fehl Griff. Es schmeckt sehr nach Pappe 😦

Die Nacht ist super ruhig, ob wohl wir mitten in der Stadt sind. Hier ist nicht alles so dicht verbaut und der Hinterhof ist gut 20m von der Strasse entfernt. Leider hab ich den Gottesdienst um 9 im Kopf und wundere mich warum kurz vor 8 ein paar Leute in die Kirche pressieren. Der mit dem kürzesten Weg, kommt natürlich zu spät 😉

Nach dem Gottesdienst gehe ich nicht in die Stadt. Erst das Museum an der Zitadelle anschauen.

Anschließend geht es in die Einkaufsstraßen. Hier finde ich einen Schuhmacher, der sich meiner Schuhe annimmt.

Für den Magen gibt es auch noch was leckeres.

Gehen 14Uhr geht es weiter.