Sanliurfa, Kanal

Heute geht die Fahrt zu einem Museum, das mir ein Freund als Stellplatz empfohlen hat, der vor mir unterwegs ist.

Das Wetter ist sonnig und die Stimmung ebenso.

Plötzlich sehe ich am Wegesrand an mir sehr vertrautes Zeichen.

Die erste Fiat Werkstatt seit September? Ich wollte noch einen Ölwechsel in der Türkei machen lassen, aber ich habe keinen Ölfilter mehr. Ich frage kurz im Office nach, morgen ist wieder offen und ich soll wieder vorbei kommen.

Ich fahre in den Ort und drehe erst mal eine Ehrenrunde bis ich die Einfahrt finde. Der Parkwächter bitter mich später wieder zu kommen, momentan wäre alles voll. Ich hab sowieso keine Lust auf Leute und fahre raus. Da komme ich an einem Gasverkäufer vorbei. Nach etwas Kopfschmalz bekomme ich die Flasche für 500tl, was 30,50€ sind.

Etwas später komme ich an meinem Ersatz Ziel an.

Die Nacht war mit Unterstützung der Heizung unser der neuen Gasflasche bei 9°C angenehm.

Am Morgen sehe ich um halb Neun einen Hirten mit seinen Ziegen und Schafen vor bei ziehen. Ich mache das Foto vom Bett aus, bin zu faul aufzustehen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit zwei weichen Eier, zwei Kaffee, Käse und Quark mit über Gasflamme gerösteten Brot und säubern des Kühlschranks. Im Kühlschrank ist der Käse von Ibrahim ausgelaufen und ich hatte noch Reste von einer Kosovo Butter/Margarine dabei?!?

Ich bekomme noch Besuch von der Polizei, in meiner Erfahrung im Irak, fing ich schon an alles mögliche zu verräumen und Rosali start klar zu machen, bevor ich aus der Türe trete. Aber der Polizist fragt nur freundlich nach meinem Wohlbefinden und vermutlich wo es hin geht. Eigentlich kann ich jetzt wieder meine Abwehrhaltung der Polizei gegenüber ablegen und mich wieder öffnen, aber die negative Erfahrung im arabischen Irak hat mich schon geprägt. Ich werde an mir arbeiten 😉

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Hayy al Ascari, Parkplatz

Eigentlich sieht alles gut aus. Ich komme früh weg, tanken ist auch schnell beendet, die ersten zwei Kontrollstellen ignorieren mich, oder schaun nur kurz in den Pass.

Der Verkehr geht eigentlich auch noch. Hier ist noch eine Ersatz Brücke im Betrieb.

Vor Bagdad komme ich dann in eine große Kontrolle. Mein Pass wird zig mal durch geknetet, vielleicht ändert sich ja dann mein Gesicht, oder das Visa oder die Stempel. Magie oder Dummheit? Dem Polizist ist es wohl egal, das sie ein Pass 10 Jahre oder mehr halten sollte. Irak 9 Tage und mein Pass ist um 9 Jahr gealtert. Wenn ein Polizist meint er müsste mit seinen Dreckstiefel auf meinem Teppich, gibts erst ein TzTz, dachte ein Klopfen auf Holz und Finger auf Schuh.

Meistens kapiert er es selber, dass ich das nicht schön finde, manchmal werd er auch von einem Chef heraus gerufen. Da die Kontrollen immer noch nicht meine Staufächer gefunden haben, brauchen sie den Rest auch nicht kontrollieren.

In einem Kontrollpunkt ist es dem Chef so peinlich, das er mich nicht nur mit Wasser und Tee versorgt, sondern es gibt auch noch ein Mittagessen dazu zum mitnehmen.

Dabei lerne ich auch, dass Füsse übereinander schlagen im Islam nicht gern gesehen wird. Auch was dazu gelernt.

Der Verkehr um Bagdad ist Chaos pur, da werden 5 Spuren gebildet und nach 200m stockt alles, da nur 3 Spuren durch gehen. Ein Ami Doges, wahrscheinlich von einem Kriegsgewinnenler hat mich am Anfang überholt und ist ständig am drängeln. Nach 5km bin ich an ihm vorbei gefahren, weil sich 2 Spuren sich gegenseitig blockiert haben.

Ich sehe auf meiner Seite ein Gas Flaschen füll werk und halte mal an. Die Iraki Flaschen sind wie die Spanischen Flaschen, der gleiche Adapter passt darauf. Leider kann er weder die deutsche noch die Saudi Flasche füllen, aber er zeigt mir seine Abfüllanlage und ich bin erstaunt von der Einfachheit und Schnelligkeit der Flaschenfüllungen.

Ich zeige ihm meinen Umfüllschlauch und er hat auch sofort die Idee verstanden. Als ein Lieferwagen die Fabrik verlässt wird einfach eine Gasflasche abgeladen und wir versuchen die Flaschen zu füllen. Nachdem es mit der Saudi Flasche nicht hinhaut, versuche ich es mit der deutschen, aber auch hier passiert nicht viel. Es konnte aber auch an den vielen Händen liegen. Irgendwie sind 7 Leute um uns, die lautstark ihre Meinung sagen und einfach irgendwo etwas herum Schrauben. Als einer den Gasschlauch weiter lockert, das schon Flüssiges Gas raus tropft werde ich sauer. Man kann es auch übertreiben.

Ich möchte nicht wissen wie die Irakis Minen entschärfen, aber mit der Taktik, fehlen bald ein paar Hände.

Kurz gesagt ich bin nach gut 20min mit den Nerven am Ende und wir brechen ab. Es kann sein, dass etwas Gas in die Flasche ging, aber sicher bin ich mir nicht, das Gewicht hat sich kaum verändert.

Ich werde noch zum Tee beim Chef eingeladen und bedanke mich noch bei allen für ihre mehr oder weniger guten Ideen.

Ich habe noch 70km vor mir und keine Lust mehr. Vermutlich sind in den 70km 1-2 Kontrollstellen versteckt, dann kann es alles von 1h bis 3h sein. Ich fahre einfach einen Rastplatz an.

Heute ist auch meine Spülflasche, die ich in Spanien 2020 gekauft habe leer. Erstaunlich wie lange eine Flasche für 1€ hebt.

Die Nacht war okay, morgens war ich mit Lastwagen umstellt. Ich muss wohl einfach durchgeschlafen haben, obwohl Strassen Lärm und LKWs.

Zum Frühstück gibt es zwei Kaffee, zwei weiche Eier und Radieschen noch von Jordanien, die sich aber im Kühlschrank gut lagern lassen.

Mir geht langsam alles aus, aber ich finde kaum Einkaufsmöglichkeiten. Duschgel, Kaffee, Tee, Zucker und einen Satzreifen wären nicht schlecht. Aber irgendwie komme ich zu nichts.

Baghdad, Seitenstrasse

Heute geht es eigentlich erst 30min nach Falludscha und danach 1h nach Bagdad. Eigentlich. Schon nach 5km ist der erste Checkpoint und vermutlich heute andere Leute da als gestern. Stoppen  – rechts ran fahren – Stück Vorfahren – weiter fahren. Die Einfältigkeit manches Personal bring mich zur Weißglut. Warum denken die nicht erst nach, bevor die Wachen was sagen?

Nach eineinhalb Stunden schaffe ich die 15km auch und bin in Falludscha. Mein erster Anlaufspunkt wäre ideal zum Parken. Es kostet auch nur 1k IQD, aber der Besitzer meint es geht nicht. Platz zwei ist an der Strasse und am Fluss gelegen. Kaum fahre ich den Platz an, da kommt schon so ein Hirni angerannt. Nach dem ich auch noch vor ihm gewendet habe um den Parkplatz anzufahren ist er auch nicht gerade begeistert. Langsam kotzt es mich an, das jeder Hergelaufener seine Fettfinger in meinem Pass reinsteckt. Alleine die Dummheit beim Wenden einer Seite zu beobachten grenzt schon eine Ohnmacht. Das beste ist noch, wenn der Depp noch versucht die Seite mit dem Passfoto heraus zu ziehen. Manche Menschen sind wohl schon mit der eigenen Atmung geistig ausgelastet.

Ich möchte mir garnicht aus malen was ich an der Grenze für Ärger bekomme, wenn su ein Untermensch es tatsächlich schafft die Seite mit dem Lichtbild aus dem Pass heraus zu trennen. Dann darf ich zur Botschaft mir einen Ersatzpass ausstellen lassen und jedem geistig gesegneten das erklären – was für ein Horrorszenario.

Ich gehe in die Innenstadt und frage bei einem anderen Parkplatz an, aber irgendwie spüre ich das die Leute nicht wollen.

Ich finde ein Handi Geschäft und frage nach einer Sim. Fehlanzeige, er möchte einen Iraki Ausweis haben. Tja, warum werde ich wohl nie verstehen.

Die zwei Moscheetürme sehen recht verschossen aus und kommen mir wohl von Berichten über Falludscha bekannt vor. Es ist gar nicht so einfach Fotos zu machen, ohne das ein Uniformierter drauf ist.

Gegen über finde ich eine kleine Grillküche und bestelle vier kleine Spieße.

Das essen ist okay, aber den Preis finde ich mit 7,5k IQD etwas sehr hoch. Touristenpreise?

Etwas weiter hole ich mir etwas süsses für 2k IQD, was wiederum sehr günstig ist.

Hier in Falludscha fühle ich mich nicht wohl. Die Leute ignorieren mich oder sehen mich seltsam am. Deshalb möchte ich hier auch nicht bleiben.

Weiter geht es Richtung Bagdad. Bei manchen Kontrollen bekomme ich langsam Vögel, so läuft ein geistige Gesegneter mit meinem Pass weg und der nächste geistig Gesegneter möchte den Pass sehen. Nein, deswegen hole ich meinen zweiten Pass nicht auch noch heraus.

Einen der geistig Gesegneten scheisse ich lauthals zusammen, da er mit Schuhen in Rosali rein läuft. Das er auch noch meinen Lattenrost vom Bett anheben muss, Tür vom Bad offenläst und, was ich leider übersehen habe, meine Computerfach nicht schließt so dass ein paar Kilometer weiter meine Akkus raus fallen. Lässt meine Stimmung nicht gerade steigen.

Je näher wir an Bagdad kommen, desto mehr Kontrollen. Ich habe aufgehört die Checkpoints zu zählen, es ist einfach nur lächerlich und unnütz. Es kam auch noch keiner auf die Idee im zwischen Boden nach zuschauen…

In Bagdad angekommen suche ich eine Seitenstraße auf und sehe da einen Parkplatz. Nicht toll, aber es ist eine kleine Nebenstrasse.

Das Museum macht erst am Sonntag wieder auf.

In einem kleinen Computer laden bekomme ich auch noch eine zweite Sim. Hier ist auch gleich eine 30 Tägige 10GB Data dabei. Ich kaufe auch noch einen zweiten 20Ah Powerbank für 15€.

Ich gehe noch bis zum Fluss Tigris.

Neben an gibt es Hummus und ich werde von jemanden zu einem Teller eingeladen.

Die Tour endet als ich noch Brot 1k und ein 2m USB Typ C Kabel kaufe für 5k IQD.

Nachts war es mit 14,5°C recht angenehm. Ich mach am Morgen noch etwas Reiseplanung und tausche mich mit Freunden via Whatsapp aus.

Um 12 geht’s in die Innenstadt. Ich möchte das Wahrzeichen von Bagdad die gekreuzten Schwerter sehen, die in einem nahen Park sind.

Die erste Überraschung ist, ein Teil ist gesperrt.

Ich laufe und laufe, aber irgendwie komme ich meinem Ziel nicht wirklich näher.

Nach 2 Stunden Fussmarsch gibt mir ein Polizist zu verstehen, dass es in der Grünen Zone liegt und dass man da nur mit Taxi hinkommt. Da ich kein Taxi Freund bin, verzichte ich darauf und wechsle über den Tiber auf das andere Ufer. Entweder brennt da was oder es raucht extrem stark.

In einem kleinen Laden sehe ich Miniatur Führer ausgestellt. Die auch mit 100us$ recht teuer sind.

Der Ladenbesitzer spricht recht gutes englisch und es freut mich, mich mit ihm auszutauschen.

Auf dem Rückweg zu Rosali überquere ich wieder den Tiber. Ich finde sogar einen Parkplatz für Rosali für 3k IQD/Tag.

Aber ich bin zu müde um noch viel um zu parken. Eine nette Verkabelung finde ich auch noch.

Das letzte was ich mache, ich kaufe ein Brot mit Käse? drauf und lasse es mir warm machen. Des Weiteren finde ich 20m von meinem Parkplatz entfernt noch ein Laden, der 20l Trinkflaschen verkauft.

Die Nacht war mit 15°C recht warm. Leider haben mich drei? Moskitos nachts gefunden. Zwei konnte ich am Morgen gleich zur Strecke bringen.

Ich stehe früh auf, bringe den Müll raus und bin gerade am Kaffee aufsetzen, da spricht mich ein Uniformierter an, ich sollte vorne an der Ecke besser parken. Ich will mir das erst zu Fuss anschauen, da mir nicht klar ist wo die Parkmöglichkeit sein soll. Er gibt mir zu verstehen ich soll Rosali holen. Eilig verstaue ich alles und fahre vor und suche den Uniformierten – ich sehe ihn etwa 100m ein eine Strasse davon gehen in die ich nicht einfahren kann. Ich rufe ihn und er läuft einfach weg. Meine Fresse was für ein Kaliber von geistiger Seligkeit! Das grenz schon an Mutwilligkeit. Lässt mich einfach mitten im Verkehr stehen!

Ich bekomme schon langsam einen dicken Hals von so einer Frechheit und taste mich langsam in den Verkehr und versuche in eine Seitenstraße zu kommen. Zum Glück war ich da gestern zu Fuss unterwegs und kann mich etwas orientieren. Wie durch Wunder finde ich auch einen Parkplatz, aber nicht da wo der geistig Selige mich hon verwiesen hat.

Ich gehe zum Museum, es stehen massen von Sicherheitskräften herum. Aber heute ist das Museum geschlossen. Ich habe extra am Freitag genau hier angefragt und es hieß ja offen. Nagut, scheiss egal ich hab so wie so die Schnautze voll von Bagdad.

Totes Meer, Aussichtsparkplatz

Die Nacht war mit 8°C kalt aber ich hatte keine Heizung an. So wie ich gesehen habe hat Jordanien wieder andere Gasflaschen als Saudi und keine Ahnung ob die Jordanier es hinbekommen eine fremde Flasche zu füllen. Wir werden sehen 😉

Gerade als ich losfahre bekomme ich noch eine schlechte Nachricht aus der Heimat: Vater ist im Spital.

Heute geht es von 1000m auf -400m. Genau wir fahren unter dem Meeresspiegel und nicht etwa 5 oder 10 Meter, nein gleich 400m. Wenn es ein Erdbeben gibt und das Totemeer mit dem Mittelmeer oder Rotesmeer Verbindung bekommt, dann steht hier alles 400m unter Wasser 😉

Ich mache einen Stop, aber der gute Jordanier verlangt gleich 5JD fürs Essen, was wesentlich überteuert ist.

In der Nähe gibt es einen Tauf Ort. Eigentlich war es nicht der Plan da hin zufahren, aber da Vater im Spital liegt und ich seit Irak keine Kirche mehr gesehen habe, so fahre ich den Platz an. Der Eintritt kostet extra, aber nur 12JD.

Hier soll der alte Flussverlauf vom Jorden gewesen sein. Vermutlich eine Führt neben einer nicht mehr vorhandene Brücke.

Es gibt auch mehrere Kirchen. Eine Griechisch Orthodoxe Kirche besichtige ich und bete für Vater und zünde meinem Herrn Vater eine Kerze an.

Ein paar hundert Meter weiter fließt heute der Jordan und damit auch die Grenze.

Allerdings ist heute der Jordan ein reiner Schlamm Fluss. Wenn heute Jesus leben würde, würde er sicherlich auf eine Taufe verzichten. 😉

Auf dem Weg zum Toten Meer komme ich noch an einem Einkaufszentrum vorbei mit Geldautomat. Kaum stecke ich meine Schweizer Karte rein – PIN, Betrag und Ja, Quittung – es kommt eine Fehlermeldung und das wars. Keine Karte. Zum Glück ist neben an die Bank und oh Wunder die Bank ist geöffnet. Ich klage mein Leid und mit Hilfe meines Passes aus Rosali bekomme ich auch meine BankKarte zurück. Auf die Rückfrage was den los sei, wurde mir empfohlen die Bank anzurufen, bevor ich die Karte wieder einsetzte.

sCHeiss Dreck, es könnte auch meine Bank mich zuerst informieren. 😦

Einfach eine Karte sperren zulassen ohne Info ist wohl die größte Schweinerei. Zum Glück habe ich noch 3 weitere Karten, die ich einsetzten kann. So verlasse ich den Supermarkt mit 240JD in Bar und noch 200g Kaffee, gemahlen – zur Reserve 😉

Ein paar km weiter sehe ich ein Schild zu einem Aussichtsplattform und biege spontan ab. Nach ein paar Kehren komme ich an einem Parkplatz an und richte mich ein. Ich treffe auch ein paar Mopedfahrer aus Jordanien und wir unterhalten uns.

Nach dem sehr schönen Sonnenuntergang wird es frisch und ich mache mir zwei Pack Nudeln, danach Tee und Bett.

Die Nacht war mit 12°C sehr angenehm. Hier braucht man keine Heizung mehr, was mir die Sorgen um Gasbeschaffung nimmt.

Morgen soll ein Regentag kommen. Ich werde versuchen einen guten und Sicheren Ort zu finden um den Tag aus zu sitzen.

Die Nacht war sehr gut. Sterne, Mond und Stille.

Der Morgen begrüßt mich mit Sonnenschein und einen schönen Ausblick. Eine Herde Ziegen kommt auch vorbei.

Midyat Busparkplatz

Heute geht es vom Restaurant zu Hasankeyf. ich komme auch an Batman vorbei. Es hat mich immer schon mal gewundert warum die Amis einen Comic nach einer türkischen Stadt benennen.

Ich parke erst am Museum ein und schaue mir den Staudamm an.

Ich wärme mein Wasser auf und wasche meine Haare. Die haben es richtig nötig. Ich vermutlich auch, den mit frischen THemd fühle ich mich gleich viel frischer.

Leider hat das Museum wegen eines Wasserschadens geschlossen, dafür bekomme ich beim Torwächter frisches Wasser ab Schlauch für Rosali.

Ich fahre noch auf die andere Seite, wo die Laden und Restaurants sind.

Hier ist alles neu und auch leblos. Steril. Ich esse noch eine Kleinigkeit und kaufe 3 Teller reife Feigen für 10tl, also 1€.

Hier gefällt es mir überhaupt nicht.

Ich fahre weiter in die nächte Stadt. Dort finde ich einen guten Parkplatz für 5tl. Kaum bin ich aus Rosali ausgestiegen, schon werden mir ein Stuhl und Trauben angeboten. Sehr gastfreundlich 😉

Ich besuche noch zwei Kirchen, die Syrisch Orthodox sind. Feiere das Abendgebet mit ihnen und verabrede mich mit zwei deutschen Priestern an einem Kloster morgen um 12Uhr.

Meine Hosentaschen an meiner kurzen Hose haben Löcher. Ich suche nach einem Schneider, der mir auch die Taschen umsonst flickt 😉

Zum Abendmahl gehe ich in ein Restaurant und bekomme für 35tl drei Salate, Pide und Tee.

Zum Nachtisch gehe ich noch zu einem Konditor und esse für 15tl.

Zeit für mich zu Rosali zu gehen und mir einen letzten Tee zu machen, dann geht’s ins Bett.

Die Nacht war gut und ich schau mir noch mals die engen Gassen in der Stadt an bevor ich mich um 11Uhr auf dem Weg zum Kloster mache.

Lagodechi, Parkplatz Wasserfall

Heute wird ein ruhiger Tag. Meine Füße sind zwar okay, aber ich möchte das wandern nicht übertreiben.

Ich stelle mich ein paar Kilometer weiter auf einem Wanderparkplatz an einem Fluss. In 4.6km befindet sich ein 40m hoher Wasserfall. Wenn ich Lust habe, dann gehe ich morgen Früh zeitig los.

Meine Schuhe sind von gestern auch noch dreckig und brauchen etwas Pflege.

Die Nacht war okay. Ich glaube ein Pferd hat sich an Rosali gerieben, aber ich bin mir nicht sicher.

Nach einem schnellen Kaffee geht’s los, hoch zum Wasserfall.

Es gibt drei Fluss Überquerungen. Leider gibt es hier keine Brücken, deshalb Schuhe ausziehen und durch das Wasser waten.

Der Weg geht dem Fluss entlang. Mal ist der Weg besser markiert, mal hab ich auch Probleme den Weg zu folgen.

Endlich am Ziel. Nach 3h Aufstieg.

Es ist nett anzusehen, aber der Wasserfall reißt mich jetzt nicht vom Hocker, vor allem nicht nach 3h Wanderung.

Auf dem Rückweg mache ich hier noch eine kurze Pause und kurz nach Rutsche ich kurz aus. Erst dachte ich nichts passiert, aber als ich wieder zur Kamera griff, ein Schreck:

Durch die Hose, durch das Schutzabdeckung direkt aufs Glas und darunter.

Nichts geht mehr ich kann nicht mal das Händi mehr entsperren. 😦

Der Restliche Weg zu Rosali ist eine Mischung aus Fluchen und mehr Fluchen. Auf der einen Seite bin ich sauer auf mich selbst, dass ich die Hose an hatte, wo ich nur hinten mein Händi transportieren kann. Auf der anderen Seite ist der Wasserfall auch nichts besonderes.

Zurück zu Rosali, suche ich nach Alternativen zum Navigieren und vielleicht eine Repair Möglichkeit zu finden.

Ich beschließe Richtung Rustavi zu fahren, das ist die nächst größere Stadt.

Parkplatz M4, alte Strasse

Heute um 17Uhr gehe ich zum Labor und hole mein negativ Ergebnis vom PCR Test ab.

Ich habe mir ein paar Übernachtungsstellen angeschaut und fahre einen Platz an, der 110km entfernt ist, Navi meint eineinhalb Stunden.

Leider bin ich nach einer Stunde immer noch in Erivan. Ich habe 3 Unfälle gesehen und einen Pannenfahrzeug, nichts großes, aber es hält den Verkehr auf.

Kaum bin ich beim Erivansee vorbei da kommen dicke Wolken.

Es geht in einen Tunnel und bei der Ausfahrt ist die Sicht unter 50m. Die letzten Km ziehen sich sehr in die Länge, es wird dunkel und ich müder. Den eigentlichen Parkplatz für heute finde ich nicht auf Anhieb und hab auch keine Lust zu suchen. Also fahre ich den nächst besten Parkplatz an. Was eine Kurve von der alten Strasse wohl sein kann. Etwas von der Hauptstrasse entfernt, aber man hört die Autos noch schwach.

Egal, zwei Tee und ich bin hundemüde 😉

Die Nacht war gut, ich habe geschlafen wie ein Murmeltier. 18°C und eigentlich sehr still. Durch die Büsche gab es auch kein Lichtkegel von den vorbeifahrenden Autos.

Ich mache mir Kaffee, leider der Letzte von dem europäischen Mahlgrat. Ab jetzt muss ich wohl mich an den armenischen, türkischen fein gemahlenen Kaffee gewöhnen.

Meine Lust sinkt immer mehr nach Georgien zu fahren. Armenien ist so schön, Abwechslungsreich, Gastfreundschaft und unbekannt.