Sanliurfa, Kanal

Heute geht die Fahrt zu einem Museum, das mir ein Freund als Stellplatz empfohlen hat, der vor mir unterwegs ist.

Das Wetter ist sonnig und die Stimmung ebenso.

Plötzlich sehe ich am Wegesrand an mir sehr vertrautes Zeichen.

Die erste Fiat Werkstatt seit September? Ich wollte noch einen Ölwechsel in der Türkei machen lassen, aber ich habe keinen Ölfilter mehr. Ich frage kurz im Office nach, morgen ist wieder offen und ich soll wieder vorbei kommen.

Ich fahre in den Ort und drehe erst mal eine Ehrenrunde bis ich die Einfahrt finde. Der Parkwächter bitter mich später wieder zu kommen, momentan wäre alles voll. Ich hab sowieso keine Lust auf Leute und fahre raus. Da komme ich an einem Gasverkäufer vorbei. Nach etwas Kopfschmalz bekomme ich die Flasche für 500tl, was 30,50€ sind.

Etwas später komme ich an meinem Ersatz Ziel an.

Die Nacht war mit Unterstützung der Heizung unser der neuen Gasflasche bei 9°C angenehm.

Am Morgen sehe ich um halb Neun einen Hirten mit seinen Ziegen und Schafen vor bei ziehen. Ich mache das Foto vom Bett aus, bin zu faul aufzustehen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit zwei weichen Eier, zwei Kaffee, Käse und Quark mit über Gasflamme gerösteten Brot und säubern des Kühlschranks. Im Kühlschrank ist der Käse von Ibrahim ausgelaufen und ich hatte noch Reste von einer Kosovo Butter/Margarine dabei?!?

Ich bekomme noch Besuch von der Polizei, in meiner Erfahrung im Irak, fing ich schon an alles mögliche zu verräumen und Rosali start klar zu machen, bevor ich aus der Türe trete. Aber der Polizist fragt nur freundlich nach meinem Wohlbefinden und vermutlich wo es hin geht. Eigentlich kann ich jetzt wieder meine Abwehrhaltung der Polizei gegenüber ablegen und mich wieder öffnen, aber die negative Erfahrung im arabischen Irak hat mich schon geprägt. Ich werde an mir arbeiten 😉

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Hayy al Ascari, Parkplatz

Eigentlich sieht alles gut aus. Ich komme früh weg, tanken ist auch schnell beendet, die ersten zwei Kontrollstellen ignorieren mich, oder schaun nur kurz in den Pass.

Der Verkehr geht eigentlich auch noch. Hier ist noch eine Ersatz Brücke im Betrieb.

Vor Bagdad komme ich dann in eine große Kontrolle. Mein Pass wird zig mal durch geknetet, vielleicht ändert sich ja dann mein Gesicht, oder das Visa oder die Stempel. Magie oder Dummheit? Dem Polizist ist es wohl egal, das sie ein Pass 10 Jahre oder mehr halten sollte. Irak 9 Tage und mein Pass ist um 9 Jahr gealtert. Wenn ein Polizist meint er müsste mit seinen Dreckstiefel auf meinem Teppich, gibts erst ein TzTz, dachte ein Klopfen auf Holz und Finger auf Schuh.

Meistens kapiert er es selber, dass ich das nicht schön finde, manchmal werd er auch von einem Chef heraus gerufen. Da die Kontrollen immer noch nicht meine Staufächer gefunden haben, brauchen sie den Rest auch nicht kontrollieren.

In einem Kontrollpunkt ist es dem Chef so peinlich, das er mich nicht nur mit Wasser und Tee versorgt, sondern es gibt auch noch ein Mittagessen dazu zum mitnehmen.

Dabei lerne ich auch, dass Füsse übereinander schlagen im Islam nicht gern gesehen wird. Auch was dazu gelernt.

Der Verkehr um Bagdad ist Chaos pur, da werden 5 Spuren gebildet und nach 200m stockt alles, da nur 3 Spuren durch gehen. Ein Ami Doges, wahrscheinlich von einem Kriegsgewinnenler hat mich am Anfang überholt und ist ständig am drängeln. Nach 5km bin ich an ihm vorbei gefahren, weil sich 2 Spuren sich gegenseitig blockiert haben.

Ich sehe auf meiner Seite ein Gas Flaschen füll werk und halte mal an. Die Iraki Flaschen sind wie die Spanischen Flaschen, der gleiche Adapter passt darauf. Leider kann er weder die deutsche noch die Saudi Flasche füllen, aber er zeigt mir seine Abfüllanlage und ich bin erstaunt von der Einfachheit und Schnelligkeit der Flaschenfüllungen.

Ich zeige ihm meinen Umfüllschlauch und er hat auch sofort die Idee verstanden. Als ein Lieferwagen die Fabrik verlässt wird einfach eine Gasflasche abgeladen und wir versuchen die Flaschen zu füllen. Nachdem es mit der Saudi Flasche nicht hinhaut, versuche ich es mit der deutschen, aber auch hier passiert nicht viel. Es konnte aber auch an den vielen Händen liegen. Irgendwie sind 7 Leute um uns, die lautstark ihre Meinung sagen und einfach irgendwo etwas herum Schrauben. Als einer den Gasschlauch weiter lockert, das schon Flüssiges Gas raus tropft werde ich sauer. Man kann es auch übertreiben.

Ich möchte nicht wissen wie die Irakis Minen entschärfen, aber mit der Taktik, fehlen bald ein paar Hände.

Kurz gesagt ich bin nach gut 20min mit den Nerven am Ende und wir brechen ab. Es kann sein, dass etwas Gas in die Flasche ging, aber sicher bin ich mir nicht, das Gewicht hat sich kaum verändert.

Ich werde noch zum Tee beim Chef eingeladen und bedanke mich noch bei allen für ihre mehr oder weniger guten Ideen.

Ich habe noch 70km vor mir und keine Lust mehr. Vermutlich sind in den 70km 1-2 Kontrollstellen versteckt, dann kann es alles von 1h bis 3h sein. Ich fahre einfach einen Rastplatz an.

Heute ist auch meine Spülflasche, die ich in Spanien 2020 gekauft habe leer. Erstaunlich wie lange eine Flasche für 1€ hebt.

Die Nacht war okay, morgens war ich mit Lastwagen umstellt. Ich muss wohl einfach durchgeschlafen haben, obwohl Strassen Lärm und LKWs.

Zum Frühstück gibt es zwei Kaffee, zwei weiche Eier und Radieschen noch von Jordanien, die sich aber im Kühlschrank gut lagern lassen.

Mir geht langsam alles aus, aber ich finde kaum Einkaufsmöglichkeiten. Duschgel, Kaffee, Tee, Zucker und einen Satzreifen wären nicht schlecht. Aber irgendwie komme ich zu nichts.

Königlicher Wald von Bahrain

Heute ist nur etwa 60km Fahrstrecke vorgesehen. Mein Magen hat sich wohl beruhigt und die 12h Schlaf haben auch ihre Wirkung gezeigt.

Der erste Stopp ist bei Umm ar-Rasas hier hat es Römische-, Ottomanische- und Kirchliche Überreste.

Ehrlich gesagt sind es für mich nur Steinhaufen. Zwischen drinnen auch noch Brunnen, also aufpassen wo man hingeht. Die einzige gut erhaltene Kirche ist die St. Stefans Kirche von 785AD.

Erstaunlich was die Leute damals zustande gebracht haben.

https://universes.art/en/art-destinations/jordan/umm-er-rasas/st-stephen-complex

Nächster Halt wäre eigentlich in Madaba gewesen. Ich hab mich auch durch den Verkehr gezwängt. Ich staune immer wieder über die Fahrweise der Kameltreiber. Erst wird wie wild gehüpft, dann wird überholt nur um zu merken, das er nicht vor mir einscheren kann, also blockiert er auch noch die Gegenfahrbahn. Wenn ich auch noch lächelnd und fröhlich winkend auf ihn herab sehe, dann fehlt nicht viel zum explodieren 😉

Der Parkplatz, ein Pilgerparkplatz soll 10JD kosten, ich bedanke mich freundlich und fahre weiter. Für 10JD kann ich zwei mal Essen gehen 😦

Ich erreiche die Ausläufer von Amman und sehe einen Gasflaschenverkäufer.

Wir versuchen seine Flasche umzufüllen. Dafür benutzen wir meinen kurzen Umfüllschlauch. Es tut sich wenig. Beim zweiten Versuch nehme ich auch noch Adapter Nr4 hinzu, da hier 2 Dichtungen drin sind, aber auch hier geht nicht viel. Nach viel hin und her geben wir auf. Ich gib ihm trotzdem für seine Mühe und sein Wille zum Helfen einen JD. Da ich sowieso alles gerade offen habe, werfe ich die Saudiflasche nach hinten und schließe die Flasche an, mit der wir den Umfüll versuchen unternommen haben.

Nach etwa 30min kommen wir am heutigen Ziel an. Es ist ein Waldgebiet an einem Hang. Ich suche mir recht weit oben eine flache Stelle. Etwa 600m ist ein Zoo den ich mir gerne anschauen würde.

Auf dem Weg zum Zoo finde ich noch zwei flauschige Welpen, die sich aber sofort unter einem Felsen in einer Höhle verstecken als die beiden mich kommen sahen. Gutes Verhalten, da möchte ich nicht stören.

Der Zoo ist mehr als gewöhnungsbedürftig. Die Hälfte des Zoos sieht aus wie eine Müllkippe, fast alles funktioniert nicht. Trotzdem schafft es ein Kameltreiber eine Box neben den Löwenkäfig auf overdrive laufen zulassen und die zahlenden Besucher und ausgestellten Tiere mit Techno/HipHop zu beschallen, dass die Theke wackelt, auf dem die Box steht.

Der Braun Bär ist wenigstens clever und öffnet selbst eine Türe um sich zu verstecken.

Dafür kommt dann Braun Glatzkopf ins Gehege mit einer Chips Tüte und versucht den Bären wieder heraus zu locken.

Und was ein Reh im Vogelkäfig macht, muss man wohl auch nicht verstehen.

Zurück zu Rosali gibt es Suppe und Tee drinnen und ein paar Tropfen draußen.

Die Nacht war etwas gewöhnungsbedürftig, es war mit 9,7°C und stärkerem Wind recht kalt. Auch gab es mehr Licht und Lärm als auf einem freien Feld.

Am Morgen ist das Wetter durch wachsen. Sonnenschein, Regen und Wind wechseln sich ab. Ich will gerade Staubsaugen, da klopft es und drei Mädel stehen vor der Tür und geben mir eine Handvoll Süßigkeiten zum Kaffee. Dafür revanchiere ich mich und die Mädels dürfen Rosali anschauen.

Um 10h geht es weiter.

Hail, A’arif Fort

Heute geht’s wieder durch die Wüste.

Ich habe ständig ein sandigen Geschmack im Mund. Es fühlt sich trocken und modrig an. Ab und zu sieht man etwas Sand über die Strasse wehen.

Um halb eins mache ich die erste Pause und suche mir ein Restaurant. Davor parkt ein Pickup mit Ziegen. Die Ziegen geben keinen Ton von sich.

Weiter geht’s Richtung Hail.

Um drei komme ich in Hail an und finde auch den Laden schnell. Leider will der gute Man mal wieder nix machen. Nicht mal einen Versuch die Gasflasche zufüllen. Das ist wirklich zum Mäuse melken.

10min später schließt er den Laden und geht in die Moschee, so hab ich Zeit mich etwas in der Nachbarschaft umzuschauen. So sehen die Saudischen Gashähne aus:

Mir kommt der Spanische Adapter in den Sinn, den ich auch noch bei mir habe. Aber leider nicht der selbe ist.

Oben links Spanische und unten rechts Saudischer Anschluss

Zum Glück kommen zwei Pakistaner/Inder oder Bangladescher, die vermutlich die Flaschen ausfahren und schauen sich mein Problem wenigstens an.

Keine 5min später hab ich auch eine Lösung.

Der Adapter der Saudis gibts auch mit Gewinde. Das Gewinde ist etwa genauso groß wie das Spanische und der 4er Adapter passt genau zum Anschluss von Rosali. Problem gelöst 😉

Die leere deutsche Flasche landet in dem Hinteren Lager unterm Bett.

Hurra, ich bin heilfroh wieder Gas an Bord zuhaben. Jetzt muss ich mir auch keine Sorgen mehr um kalte Nächte machen und kann sich viel Gas benutzen wie ich möchte.

Flasche mit Gas und Adapter hat 235 SAR gekostet, was 56€ sind. Nicht billig, aber dafür sehr befreiend.

Als nächstes suche ich mir einen Parkplatz im Park. Sieht auch sehr gut aus, aber der Park schließt um 23 Uhr. Und ich habe keine Lust mir um Mitternacht einen neuen zu suchen, so breche ich gleich auf.

Ich hab mir 2 Plätze in je 1h Entfernung herausgesucht. Aber beim Fahren sehe ich einen kleinen Park und fahre den A’arif Fort Park an. Das Fort ist zwar geschlossen, aber das stört mich nicht.

Ich schau mir noch die Gegend etwas genauer an. An einer Bank ziehe ich noch 1000SAR, da ich noch nicht weiß wie lange ich hier bleibe.

Dann gehe ich in einem Restaurant etwas essen. Es gibt: ja, wie immer Hühnchen mit Reis.

Was die Spaghetti auf dem Hühnchen zu suchen haben, weiß auch nur der Koch. 😉 Zur Feier meiner neuen Gasflasche gibts auch einen Nachtisch, den ich zu Rosali mit nehme und bei Tee mit befriedigend Genuss verspeise.

Die Nacht war im Innern mit Tiefstwert von 13,7°C sehr angenehm. Die Heizung lief Nachts einmal eineinhalb und das zweite Mal zwei Stunden lang.

Heute geht es nach 11 Uhr in die Innenstadt. Eigentlich dachte ich da ist ein Bazar, wie im Iran, aber ich finde nur Läden.

Gegen Mittag kehre ich in einem kleinen Restaurant ein.

Es gibt noch drei Pfannkuchen Brot, Wasser und Tee dazu. Beim bezahlen winkt er ab – ich gib zwei Fünfer – er gibt mir einen Fünfer zurück und noch einen ein Rial Schein – da winke ich ab.

Etwas ratlos stehe ich draußen und frage mich was da gerade passiert ist. Das Essen für etwas mehr als 1€?

Ich finde ein paar der alten und leider aufgegeben Lehmhäuser. Es ist sehr schade, dass Saudi ihre Vergangenheit verliert.

Ich stolpere, klettere und wage mich in die alten Häuser. Es ist wie eine Sücht, ich möchte die Lehmhäuser fühlen, das vergangene Leben darin spüren. Immer weiter treibt es mich durch die Ruinen. Ich bin erst befriedigt als meine Füsse kaum noch können und ich zum Markt humple.

Hier gibt es gefühlte hundert Händler die nur Datteln verkaufen. Ich Freunde mich mit einem Bengali an und teste Datteln bis ich voll bin. Eigentlich wollte ich nur 1kg für 25SAR kaufen, aber ich ende mit 2 KG aus 4 verschiedenen Sorten zu 30SAR – Freundschaftspreis 😉

Da es so viele Händler da gibt, muss die Gewinnspanne recht hoch sein.

Hundert Meter weiter sind die Obstverkäufer angesiedelt. Ich sehe über grosse Zitronen und kaufe eine zum recht stolzen Preis von 5 SAR, etwas mehr als 1€.

Ich bin etwas sehr enttäuscht als eine sehr bittere Zitrone sich darin befindet. Erst beim Nachlesen finde ich mehr darüber heraus:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zitronatzitrone

Trotzdem werde ich vermutlich nie ein Freund davon werden.

Ich kaufe in einem Supermarkt eine größere Menge von fertig Nudeln, vermutlich für fast zwei Wochen und etwas Tee für 44 SAR, etwa 10€.

Käse und Wurst ist hier Fehlanzeige. Es gibt wohl Käse in Dosen, aber das tue ich mir nicht an.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein gutes Abendessen. Da ich in einer grossen Stadt bin natürlich ein Restaurant. Aber irgendwie laufe ich wohl in die falsche Richtung und die Lokale sind mir nicht gut genug.

Nach langer Suche, Ende ich direkt neben dem Supermarkt in der Bäckerei, die haben auch Suppen. Suppe und drei herrlich frische Brote für 5 SAR. Heute ist es ein billiger Tag

Ich verkrieche mich wieder in Rosali und genieße die Suppe mit frischem Brot. Danach Tee mit Datteln.

Die Nacht war mit Heizung die tiefst Temperatur 13,2°C. Die Heizung lief auch heute Nacht deutlich länger. Etwa drei mal je 2h. Im Bett war es kuschelig warm.

Heute geht es etwa 120km nach Norden. Nach Kaffee mit Datteln und Tahina geht es gegen 9 Uhr auch schon los.

Wüste, zwischen al Ula und Hail

Heute wollte ich gleich meine Gasflasche füllen gehen. Es gibt hier im Dorf eine  Gasfüllstation, die auch sehr gut mit Rosali erreichbar ist.

Leider mag der Mitarbeiter nix machen. Schon als ich ihm die Flaschen zeige hat er keine Lust. Auch als ich ihm den Adapter zeige – keine Lust. Ich soll nach Riad oder Jeddah fahren – danke für nix!

Ich habe zwar noch etwas Gas in der Flasche, aber es ist immer ein ungutes Gefühl wenn es weit und breit keine Gasstation gibt 😦

Wenigstens ist neben an eine Bäckerei,  es richt zwar gut, aber innen ist alles etwas seltsam organisiert.  Ich kaufe trotzdem zwei verschiedene Brote für je 1 SAR.

Nächster Schritt ist Wasser füllen. Ich sehe einen von den Wasserspeichern, ich kann auch die Trinkwasserflaschen hier auffüllen, aber für Rosali ist der Druck zu gering.

Deshalb fahre ich zu einer kleinen Moschee in die Wüste. Ich versuche gerade den Schlauch anzuschließen, da kommen ein paar Jungs und belagern mich mit Fragen und wollen mich zum Grillen heute Abend einladen. Ich sage dankend ab.

Ich bekomme zu erst zwei Packungen Datteln geschenkt, was ich sehr nett fand.

Dann gibt er mir seinen Umhang und ich probiere ihn an beim Plaudern. Als ich ihm den Umhang zurück geben wollte, durfte ich es nicht, Gastgeschenk. Ich weigere mich mit Händen und Füssen, aber plötzlich waren sie weg und ich hatte den Umhang in der Hand.

Irgendwie kamen die Jungs mir schon seltsam vor Whisky, Weed, Pillen – vielleicht sind es auch die überregionalen Drogendealer. Und ich dachte immer Saudi und Drogen gehen nicht, naja man lernt immer was neues hinzu 😉

Weiter geht’s durch die Wüste.

Plötzlich sehe ich etwas bekanntes auf der linken Seite. Es sieht aus wie eine Radarstellung bei den Russen auf der Krim und sieh da:

Eine riesige Sammlung von Raketen zur Flugzeugeabwehr und das ganze auch noch sehr offen direkt neben der Strasse.

Weiter geht’s noch ein Stückle zu den Bergen, bzw. Sandtürmen.

Dort suche ich mir einen passenden Platz aus.

Ich finde auch wieder eine Pflanze, die wie Melonen aussieht, viel kleiner und mit einer harten Schale.

Wenn das Fleisch verschwindet, bleiben nur noch die Kerne drinnen – eine Rassel 😉

Ich habe volles Wasser und zur Abwechslung keinen Sand, deshalb genieße ich heute eine gute Dusche. Meine Haare freuen sich auch darauf 😉

Nach der warmen Suppe und der angenehmen Dusche falle ich mit meiner Kleidung ins Bett. Erst gegen Mitternacht wache ich wieder auf und ziehe mich aus. Die Nacht war mit 5°C recht kalt, aber dank Decke und Windstille empfand ich es nicht sehr kalt. Trotzdem komme ich am morgen nicht aus dem warmen Bett. Heute ist pausen Tag angesagt.

Nach Mittag zieht eine Herde Dromedare an mir und Rosali vorbei.

Nachmittags kann ich mich auch noch zu einem Spaziergang um Rosali aufraffen.

Weites Land 😉

Die zweite Nacht war deutlich wärmer mit 11°C in Rosali. Leider bedeutet das auch Wolken und keine wärmende Sonne am Morgen.

7 Uhr 29 aus dem warmen Bett aufgenommen

Gegen 10 Uhr bin ich fast fertig und die Sonne kommt heraus.

Ziel für heute: Gasflaschen finden in Hail und einkaufen: Kaffee, Tee und Esswaren. Mein Kühlschrank ist seit mehreren Tagen leer 😉

Rayen, Burg

Aus der Wüste, wollte ich in Shahdad schnell noch das gute Brot kaufen, Eier, Zucker, Datteln und Eis holen, dann gleich weiterfahren zum Tanken. Aber die Bäckerei hat zu, den Dattel Laden finde ich zwar, aber er versteht mich nicht. Zucker finde ich erst beim Nachfragen. Ist auch das erste mal, dass ich offenen Zucker kaufe.

Der Tankwart ist zwar nett, aber er verlangt 3k Toman. Ich sage nein danke und lasse ihn verwirrt zurück und gehe mein Eis essen.

Rosali meistert tapfer den Berg im 3. und 4. Gang und wir machen wieder einen Stop beim guten Wasser, da fülle ich 14l Trinkwasser und Fülle auch den Wassertank von Rosali per Gießkanne auf max auf.

Es geht wieder den Berg hinunter. Bei Sonnenschein sieht man noch deutlich die Spuren der Wüste 😉

Der erste Halt sollte ein Gasflaschen Füllstation sein. Aber der gute Man hat entweder keine Lust oder kein gescheites Werkzeug. Irgendwie klappt das Umfüllen nicht.

Weiter geht’s zum Tanken. Die erst Tankstelle hat kein Diesel, schickt mich aber genau zur nächsten Tankstelle. Dort höre ich die üblichen Sprüche, us$Scheisse, aber ich schätze, das 30l rein gehen und ich lege mir 30k Toman zur Seite, das gib ich den LKW Fahrer und mache mich aus dem Staub.

Die Schatten werden länger und ich schaffe es noch kurz vor Dunkelheit meinen heutigen Parkplatz auf 2200m anzufahren.

Ich schau mich nach einem guten Restaurant um, finde aber leider nicht gescheites. Einer hat nichts. So gehe ich zum nächsten. Das Essen ist so lala. Der Koch fragt mich höflich woher ich komme und freut sich auch sehr an der Antwort Deutschland.

Beim Bezahlen, will er auch kein Geld von mir. Willkommen im Iran! Wow! Das ist das highlight für heute.

Die Nacht war kälter als gedacht, deshalb schalte ich gleich die Heizung an. So bleibt es 13-10°C warm die ganze Nacht.

Am Morgen bin ich schon recht früh wach und mache mich schlau. Die Burg macht um 8 Uhr auf. Zeit zum Anziehen und los geht’s.

Ausser einem Polizisten ist nichts los. Die Burg öffnet erst um 9 Uhr – dumm das.

Ich frage den Polizisten wo eine Bäckerei sei? Brot? – Ah, der Polizist versteht und lots mich zu seinem Auto. Wir fahren erst zu einer Bäckerei an der ich für 5k Toman Brot kaufe. Dann fahren wir zu seinem Haus, wo seine Frau zwei Granatapfel heraus bringt. Anschließend geht’s zu seiner Werkstatt. Hier bastelt er Messer und Grillspiese.

Fürs Messer, die Klinge stammt aus einer Feile und der Griff aus Bockhorn, will er erst 10us$. Ich lehne dankend ab. Bei 150k Toman, also 4,80€ sage ich trotzdem ja.

Nachdem Frühstück: Granatapfel, Brot und Kaffee ist gar nicht schlecht geht es in die Burg.

Ich find so viele Kleinigkeiten, die mich Faszinieren, dass ich mich gar nicht losreißen kann. Erst um 11Uhr bin ich fertig und fahre los.

Kashan, Park Lalh

Heute lief alles wie am Schnürchen. Ich wache vor 7 Uhr ausgeschlafen auf und mache mir einen Kaffee. Es Regnet noch leicht und es geht ein Wind.

Miryam kommt kurz vor 9 Uhr und bringt noch ein Geschenk vorbei.

Danach leere ich Toilette und fülle den viertel – also über viertel aber unter halb, alles zwischen 26% und 49% also, vollen Wassertank mit frisch Wasser auf.

Danach geht’s zur Ausfahrt, eigentlich erwarte ich schon eine Hohe Rechnung, denn ich stehe da schon seit 4? Tagen. Aber er hat 61k Toman, keine 2€, verlangt nach dem ich ihm die Parkkarte zurück gegeben hatte. Die Überreiche ich ihm gerne 😉

Nächster Punkt ist Tanken, ich bin schon unter viertel und demnächst könnte die Reserve Lampe angehen. Da kommt auch schon eine Tankstelle.

Der Tankwart sagt mir, dass es keine Karte gibt und der Preis 600 Toman/Liter ist also unter 2c/l Diesel. Ich sage okay 😉

Ich dachte ich müsste ihm 380k geben, was 12€ wären, aber er verschwindet kurz und kommt mit dem Wechselgeld zurück. Es kostet nur 38k, was 1,20€ sind.

Jetzt denke ich wirklich, die letzte Tankstelle hat mich beschissen. Naja, wenn ich denke, dass ich in Basel für 1l Wasser 10Franken zahle, dann weiss ich auch wieder, wer der größte Bescheisser ist 😉

Die Landschaft wandelt sich, das grün ist weg.

Ich fahre an eine Mautstelle und begrüße den Mann. Da ich mich auf eine längere Verständigung eingestellt habe, mache ich den Motor aus. Zu meiner Verwunderung winkt er mich einfach durch 😉

Ich sehe einen LKW schon seit längerem auf der linken Spur im Aussenspiegel. Als er auf meine Höhe ist höhere ich etwas metallisch.

Der LKW fädelt sich wohl mit dem linken Rad in die mittel Leitplanke ein und der Diesel Tank reißt auf. Ich bremse vorsichtig ab und mache Warnlampe an. Dann mit einem Ruck fliegt der LKW über die dreispurige Autobahn und knallt in ein Sandhaufen. Sofort steht die Plane des LKWs in Feuer.

Ich Stelle Rosali auf dem Seitenstreifen ab und gehe zur Aufbautür und hole den Feuerlöscher heraus.

Da sehe ich den Fahrer aussteigen und er bringt auch gleich noch Gasflasche und Feuerlöscher mit. Respekt vor so viel Geistes Gegenwart!

Er versucht noch mit seinem Großen Feuerlöscher dagegen anzukämpfen, aber es passiert nicht viel. Da brauche ich meinen kleinen Feuerlöscher erst gar nicht versuchen.

Da die Leitplanke halb auf der linken Spur liegt, gehe ich dem Verkehr entgegen, warne und lenke den Verkehr auf die Mittlere Spur um.

Da die Reifen des LKWs am Knallen sind gehe ich zu Rosali zurück. Mir ist doch etwas mulmig. Explodiert Diesel? Wenn ja wie weit sollte man von 1000l Diesel entfernt stehen?

Rosali stehe zu nah und ich gehe zurück. Der LKW ist jetzt im Vollbrannt nach keinen 10 Minuten.

Damit ich keinem störe, steige ich in Rosali und fahre weiter. Es gibt nichts was ich mehr tun kann.

Woran der Unfall wohl herkam? Fahrer eingeschlafen? Keine Ahnung.

Keine 30min erreiche ich mein Ziel: Kashan Erster weg geht zum Gasflaschen auffüllen. Es dauert etwas, bis ich den Laden finde.

Ich bringe die leere Gasflasche rein und die Jungs basteln schon einen Adapter zusammen. Ich gehe zu Rosali und will meinen Adapter holen, aber als ich zurück komme ist die Gasflasche schon übervoll mit 30l und ich zahle 39k Toman, 1,20€.

Bevor ich zu meinem Stellplatz für heute fahre, möchte ich noch einkaufen und was Essen.

Ich kaufe etwa 1kg Äpfel und ein halbes KG Birnen. Erst verstehe ich 13k Toman, aber der Verkäufer möchte 43k Toman etwas verwirrt gebe ich es ihm.

Birnen sind mit 60k/KG sehr sehr teuer…

Neben an ist ein Restaurant da bestelle ich etwas für 50k Toman.

Ich habe heute mal zusammen gerechnet. Auch wenn ich immer mich selbst Bescheisse oder beschissen werde, ich hab im Iran nur die Reste vom Irak und nicht mal die ersten 50€, die ich gewechselt habe ausgegeben. Die zweiten 50€ hab ich noch nicht mal angetastet und ich bin jetzt 3 Wochen im Iran.

Um 21Uhr gehe ich schlafen. Erst nerfen mich Moskito, eine schafft es mir 5 Stiche in den linken Unterarm zu verpassen. Ich habe dafür extra ein Gerät bestellt, dass die Mückenstiche neutralisiert. Statt Mückenstiche gibts Verbrennungen 😦

Plötzlich höre ich Stimmen und Scheinwerferlicht um Rosali herum. Ich hoffe noch alles ist ein Traum aber der Albtraum klopft sehr deutlich an das Fenster an dem ich meinen Kopf habe. MIST! Aufstehen, Kleider nehmen und Anziehen im Taschenlampenlicht der Spanner. Ein Blick zur Uhr, es ist kurz vor 1 Uhr Nacht.

Ich steige aus und erkläre ihnen, das es Nacht sei und sie wieder bei Tag kommen sollen. Nützt nichts.

PASS. – Ich hole den Reisepass und gebe es ihm. Der Polizist knetet und biegt den Pass etwas 10min lang. Dann Frägt er mich doch tatsächlich aus welchen Land ich kommen würde? Himmel-Arsch und Zwirn!

Nachdem er auch noch Rosali mit Schuhen betreten wollte, bin ich auf 180… Darauf gibt er mir den Pass zurück und beide verziehen sich in ihrem Pickup.

Uff…leicht genervt begebe ich mich wieder zur Nachtruhe.

Da Nacht wäre eigentlich ohne die Plagegeister ganz gut gewesen. Bei Temperaturen von 14 bis 24°C.

Der Morgen dümpelt so vor sich hin, ich habe keine Richtige Lust und bin wahrscheinlich noch müde.

Ich gehe die 5l und 6l Kanister mit frischen Wasser aus dem Park zu füllen.

Dann messe ich den Ölstand, ein Drittel voll und Fülle noch 2 x 2l Wasser für die Windschutzscheibewaschanlage nach.

Gehen 12 Fahre ich endlich in die Stadt. Zum Glück nehme ich gleich den ersten Parkplatz, denn nach fängt die Altstadt mit ihren kleinen Strassen an.

Punkt 1 ist das Badehaus. Was 50k Toman Eintritt kostet.

Ein Wächter spricht sogar etwas deutsch und gibt mir Tee und begleitet mich sogar an eine zweite Sehenswürdigkeit. Tabatabaies Haus

Danach bin ich erstmals geliefert und brauche eine kleine Stärkung.

Hähnchen mit Reis, für 60k Toman

Danach geht es noch zur Stadtmauer.

Hier ist es umgedreht. Die Häuser sind draußen und der Garten ist drinnen. Der Rest ist weg.

Ich gehe noch bis zum Bazar, aber ich finde nichts rechtes und die Sonne geht schon bald unter zurück zu Rosali und in meinen Park von gestern.

Zum Abendessen gibt die Reste aus dem Restaurant beim Komeini Mausoleum.

Um 21h gehe ich Schlafen. Ich habe mir eine Route für morgen zusammen gestellt, da muss ich über einen 2000m Pass.

Die Nacht war okay, ich habe eine Moskito gehört und bin um 3 Uhr morgens kurz wach geworden. Weiss aber nicht warum.

Nach Kaffee und Staubsaugen geht es um 10 Uhr weiter.