Tortum Baraj Gölü See

Die Grenze ist etwa eine halbe Stunde entfernt und es ist nicht viel los auf der Strasse.

Die Georgische Seite erschreckt mich etwas. Sie sagen, dass ich für die Türkei ein PVC Test brauche. Falls die Türken mich nicht ins Land lassen, dann dürfte ich auch nicht mehr nach Georgien einreisen.

Ich liebe ja solche Geschichten. Damit verschreckt man kleine Kinder und Pauschis (Pauschal Touristen), aber nicht mich. Ich grinse und stelle mir vor, wie lange ich wohl zwischen Georgien und Türkei wohl Kampen kann, bis eins der Länder mich dann doch rein lässt 😉

Also aus Georgien raus und zu den Türken. Ich hole schon mal mein Autofähnle aus dem Handschuhfach und lege es an der Scheibe aus. Es regnet was gerade runter kommen kann.

Der erste türkische Grenzer kommt und schickt mich zu den Ärzten. Dort zeige ich meinen Impfausdruck von Montenegro und bekomme sofort einen kleinen Zettel.

Der rest ist super freundlich: Reisepass, Fahrzeugschein,grüne Karte und Führerschein.

Ich mache in der ersten türkischen Stadt Stop. Mittlerweile kenne ich mich schon gut aus und weiß wo parken und wohin gehen.

Ich tausche das restliche Gel in Türkischen Lire und hebe auch noch 1490tl ab.

Nächster Schritt ist meine alten SimKarten wieder zum laufen zu bringen und ich gehe in ein Vodafone Laden. Nach 5min und 160tl was 15,43€ sind habe ich auf beiden SimKarten wieder je 15GB, also zusammen 30GB. Da brauche ich nicht zu sparen.

Da ich alles in Rekord Zeit erledigt habe, gönne ich mir noch einen Happen zum Essen.

Weiter geht’s in Richtung Berge, der Regen hört auch sofort auf und ich fahre auf trockenen Strasse.

Plötzlich Staut es sich, es gab einen Steinschlag, aber in 10min ist die Bahn frei und es geht weiter.

Nach 16 Uhr erreiche einen Platz. Ich parke mal vorsichtig ein und schaue mich um.

Ich frage nach dem Restaurant und ob ich um 18Uhr essen kann?

Das Restaurant ist wie ein Zelt aufgebaut. Mit zwei offene Feuer. Ich darf natürlich in die Küche und probieren und Fotografieren. Das Essen ist sehr gut, ich bekomme auch noch gratis türkischen Kebab und natürlich einen Tee.

Die Rechnung beträgt 115tl, aber ich muss nur 100tl zahlen. Mich freut es 😉

Batumi, Hafen

Heute geht in einem Rutsch nach Batumi. Es tröpfelt bereits als ich losfahren. Die Autobahn ist meist trocken und es ist wenig Verkehr. Eine Stunde vor Batumi fängt dann der große Regen an. Es kommt kräftig herunter und es bilden sich Pfützen auf der Strasse. Die Flüsse sind geschwollen und viele Wiesen stehen unter Wasser.

Ich kenne die Strecke schon von vor zwei Jahren und genieße den ersten Regen seit, ja seit wann eigentlich??? 😉

Ich finde den Eingang zum Campingplatz auf Anhieb und fahre einfach winkend ein. Der einzige Kamper ausser mir ist ein Russe. Ich parke gegenüber dem Russen ein.

Einer der Arbeiter kommt mit einem Zettel vorbei, das war wohl mein Parkticket. Der Tag kostet 10GEL, was 2,74€ pro Tag sind. Mein erster Gang ist die Toilette zu leeren, die ist jetzt auch schon einige Tage lang nicht mehr geleert worden.

Dann geht es nach Batumi rein. Ich finde das seltsame Kaffee, wo der Kaffee 1GEL kostet.

Etwas sehr verrückt 😉

Auf dem Rückweg zu Rosali gehe ich noch in ein Restaurant. Auf der Toilette finde ich einen lustigen Spiegel.

Die Nacht war okey. Es hat angefangen zu Regnen, was in der Stadt immer gut ist, da es weniger Leute herum hat.

Mitten in der Nacht, fängt mein Magen an Säuere zu provozieren und ich liege erst mal wach. Am nächsten Morgen ist mein Urin recht dunkel bis rot. Irgendwas falsches gegessen? Normalerweise reagiere ich auf Paprika mit Magensäure, aber kann mich nicht an etwas erinnern, das nach Paprika geschmeckt hat.

Es gibt immer noch nichts Neues von meinem Visum. Ich versuche jetzt wenigstens das Geld dafür zurück zu holen.

Auf dem Parkplatz sehe ich einen witzigen Bus, der muss wohl einem BMW Fan gehören 🙂

Zum Mittagessen gibt es Fleisch in Lavash gerollt, was mich sehr an Armenien erinnert.

Einen Messerschleifer auf einem Fahrrad ähnlichen Gefährt.

Zum Kaffee gibt es einen guten Kuchen, aber der Kaffee ist nicht gut.

Nuss Karamell Kuchen

Abends mache ich noch einen Abstecher zum Pier und bin bei Sonnenuntergang, als der Regen wieder einsetzt zurück bei Rosali.

Letzter Tag in Georgien. Ich habe wirklich gedacht nach Armenien wird sicherlich Georgien nur noch flach und langweilig sein – falsch gedacht. Besonders der zum Teil sehr familiäre Kontakt mit Georgianern war wieder etwas Neues für mich. Ich konnte mich dieses Jahr auch viel mehr öffnen und habe Leute an mich und Rosali heran gelassen.

In der Nacht hatte ich wieder mit Schluck auf, Magensäure und Speichelfluss zu kämpfen. Dazu hat es kräftig geregnet.

Am Morgen fahre ich aus und zahle gerne die 20GEL für zwei Tage parken im Herzen von Batumi.

Gori, Fussballfeld

Heute geht’s nach Gori und auf dem Weg dort hin mache ich einem 1km langen Umweg zum Gasflaschen auffüllen. 10kg, also 20l lasse ich einfüllen für 45GEL was 12,34€ sind.

Dank der Autobahn bin ich ruckzuck in Gori und parke am Fussballplatz.

Ich laufe in die Stadt rein. Das Gebäude erinnert mich sehr an den Reichstag.

Hier gibt es auch eine Stalin Ausstellung.

Der Zug von Stalin

Arbeitszimmer

Und sonstiges zu Stalin von Schule bis Tot.

Sogar sein Familienhsus wurde hier her gebracht.

Nach Stalin, gehe ich mir den Park und die Burg ansehen.

Unterhalb der Burg gibt es noch eine Heldenausstellung.

In der Stadt kaufe ich mir noch zwei USB Kabel, eins 1m und das andere 2m lang. Für 5-6€.

Ersatzkabel. Das Naviladekabel ist recht geknickt.

Die Stadt hat starke Gegensätze. Hochhäuser und Festung.

Zurück zu Rosali kaufe ich mir noch ein frisches Brot und esse die Hälfte schon auf. Der Mond ist voll.

Wetterbericht sagt Regen voraus. Dann werde ich morgen ein größeres Stück Richtung Batumi fahren. Es sind noch 300km und 4h. Bei mir wohl 6h 😉

Morgen soll Batumi über 90mm Regen abbekommen, da brauche ich mich nicht zu beeilen.

Die Nacht war so lala, ich hab was gehört aber keine Ahnung was genau. Der Himmel sieht nach Regen aus.

Nach dem letzten Brot mit Bohnen gefüllt und einem Kaffee geht es los Richtung Batumi.

Vazisubani, bei Freunden

Nach dem ich meinen Freund versprochen hatte, dass ich bei seinen Dorf einen Stopp mache, bin ich auch nach 10 Uhr dort.

Wir fahren erst zu ihm nach Hause, dann zu anderen Verwandten. Ich werde von allen herzlich empfangen, sehr viele sprechen auch sehr gutes Englisch.

Es gibt ein sehr reichhaltiges Mittagsessen 😉

Danach fahren wir zu einer 8km entfernten Kirche auf holprigen Steinfeldweg.

Danach wollte ich eigentlich weiter und verabschiede mich schon…

…aber ich werde gleich noch mals zum Abendessen eingeladen und kann im Garten auch Rosali parken.

Der Grossvater, 1946 geboren, war von 1967-1969 in Deutschland stationiert und zeigt mir sein Fotoalbum, das älter wie ich ist.

Nach dem Abendessen bin ich reif fürs Bett.

Die Nacht war sehr ruhig und ich habe tief und lange geschlafen.

Die gute Frau zaubert ein leckeres Frühstück auf dem Tisch.

Anschließend wird mir das Haus gezeigt. Also nur der 2.Stock, der für Gäste gedacht ist.

Der Garten ist ein Eckgrundstück. Daneben befindet sich ein Fussballfeld.

Der alte Herr zeigt mir, wie er Wein herstellt. Ich darf auch einmal umrühren.

Anschließend fahren wir zu einem Kloster. Es ist ernte Zeit und der alte Herr besitzt auch noch einen Weinberg, mehr Feld, mit 20to georgische und 10to französische Trauben.

Hänger voll Trauben

Wir kommen am Kloster an. Die letzten 1.5km geht es steil, sehr steil nach oben. 10 Hunde begleiten uns.

Das Kloster ist vermutlich auf Weinherstellung spezialisiert.

Die Abfahrt geht mit einem Bus von ein paar Russen, der Fahrer wird mit etwas Geld überzeugt.

Auf der Rückfahrt geht es an einem See vorbei.

Zurück bei Rosali, will ich mich schon verabschieden, aber es gibt noch mals ein reichhaltiges Essen für mich und uns allen.

Ich verabschiede mich herzlichst von allen. In der kurzen Zeit sind mir alle mit ihrer Gastfreundlichkeit ans Herz gewachsen. Zusätzlich bekomme ich noch Unmengen an Trauben, Addessa, Melonen und Bohnen in Brot mit. Zusätzlich gibt es noch ein Füllhorn 😉

Tetri Giorgis Kirche

Die Trennung von den beiden Hunden ist mir schwer gefallen. Beide haben die ganze Nacht unter Rosali gelegen und ab und zu geknurrt, wenn etwas vorbei lief.

Heute morgen haben beide es fast geschafft in Rosali einzudringen. Mal nicht hingeschaut und beide sind drinnen 😉

In der nächsten Stadt entsorge ich meinen Müll und gehe noch einkaufen. Brot, Würst, Fisch, Gebäck, Kaffeemehl frisch gemahlen.

Am Kloster angekommen sehe ich schon einige Autos herumstehen. Leider ist der von mir favorisierter Platz nicht erreichbar, da das Grass vom Regen rutschig und der Boden zu weich ist.

Kaum komme ich zu Rosali zurück werde ich nach einem USB Ladekabel gefragt. Ich laden ihn zum Kaffee in Rosali ein, dafür will er mir morgen seine Stadt zeigen.

Ich vergesse leider das Fahrerfenster zu schließen und ich habe Unmengen von Fliegen in Rosali.

Ich stelle meinen Fliegentötertennisschläger auf, aber damit ziehe ich nur noch mehr Motten an.

Am Morgen meldet sich mein Freund und fragt an, ob ich nicht früher kommen kann. Es reicht gerade, dass ich etwas Fisch, den ich gestern gekauft habe Frühstücke.

Bakhtrioni, Burg

Von Rustavi geht es in die Berge. Ich sehe eine Art Schrottplatz mit alten militärischen LKWs.

Ujarma Festung liegt auf dem Weg und ich kaufe für 10 GEL ein Ticket.

Weiter geht’s auf einer Kurvenreichen Strasse den Berg hinauf und wieder herunter.

Den ersten Platz, den ich anfahre ist nichts. So fahre ich zum nächsten. Dort werde ich von zwei Hunden begrüßt.

Der Platz ist okay für die Nacht und ich bleibe hier.

Am liebsten würde ich Hündin und Welpen mit nehmen 😉

Es gibt Frühstück für mich und den Rest bekommen die Hunde.

Rustavi

Am Morgen besorge ich mir zwei Brote. Eins wird sofort im warmen Zustand gegessen. Danach fülle ich Rosali für 2,35GEL/l, 64Cent/L mit Diesel auf.

Meine Stimmung heiter sich zum ersten mal nach dem Bruch des Displays etwas auf.

Ich mache auch noch an einer kleinen Burg einen Stop.

Danach fahre ich direkt zum Reparier Laden und finde auch davor einen Parkplatz.

Die Reparatur ist nicht günstig, aber er fährt extra nach Tiflis um die Original Ersatzteile zu holen und er macht es noch heute Ferig.

800 Georgischer Lari entspricht
219.10 Euro

Derweil finde ich hinter dem Laden eine stille Strasse wo ich mich mit einigen Jungs unterhalten kann.

Es hat auch eine Wasserleitung und ich kann nebenbei Rosali wieder mit Frischwasser Auffüllen.

Gegen Mittag gehe ich noch etwas Essen. Die Bäcker arbeiten immer und ist schön zuzuschauen.

Um 18 Uhr ist mein Händi fertig und es sieht aus wie neu.

Einer der Jungs lädt mich zu einer Stadtrundfahrt ein. Ich bin froh Rosali hier sicher parken zu können.

Viele der alten Gebäude wurden von deutschen Kriegsgefangenen errichtet. Der Hauptteil der Stadt nimmt die Metallfabrik ein. Von hieraus hat sich die Stadt ausgebreitet. Heute arbeitet die Fabrik nicht mehr, aber ist trotzdem noch gepflegt.

Zurück zu Rosali, lade ich meinen Tourguid noch in Rosali zu einem Tee ein, da nach bin ich Hunde müde und sehr glücklich, dass ich mein Händi wieder habe 😉

Die Nacht war sehr windig. Ich habe Glück, dass ich hier hinter den Hochhäusern geschützt bin.

Am morgen gibt ein weiches Ei und Kaffee. Bevor ich mich auf dem Weg mache, gehe ich noch was essen.

Da ich weiss was ich haben will, aber weder den Namen noch irgend etwas von der Schrift verstehe, mache ich ein Bild und zeige es 😉

Der Bäcker sagt auf perfekten Englisch, dass es 15 min dauert. Gerne warte ich darauf, wenn es frisch für mich zubereitet ist 😉

Die Portion ist riesig, und für 10GEL, was keine 2,75€ sind, für unsere Verhältnisse günstig.

Zeit Rustavi zu verlassen.

Gurdzhaani, Weinfabrik

Es wird langsam dunkel und ich bin noch gut 100km von Rustavi entfernt. Ich schaue mich nach Alternativen um, aber ohne mein alles könnendes Händi, dauert alles viel länger. Ich fahre erst einen Platz neben der Strasse an, wo Bienenstöcken stehen. Es ist zu nahe an der Strasse und der Hund neben den Bienenstöcken ist am dauer bellen.

Ich fahre in einen kleinen Ort, da finde ich aber den angegebenen Platz nicht. Dafür spricht mich ein Einheimischer an. Ich sage ihm, dass ich einen Platz für die Nacht suche und er bietet mir sofort den nah gelegenen Parkplatz seiner Weinfabrik an. Er meint, da ist ein Nachtwächter und damit sehr sicher.

Ich bin mehr wie froh einen brauchbaren Platz gefunden zu haben und tatsächlich kommt etwa eine Stunde später ein Mann vorbei und fragt, ob ich etwas brauchen würde und ob alles okay sei.

Ich falle sehr schnell in den Schlaf.

Am nächsten morgen mache ich mich auf zu einem Laden in Rustavi, der Phone Doktor heißt und anscheinend Händis repariert.

Lagodechi, Parkplatz Wasserfall

Heute wird ein ruhiger Tag. Meine Füße sind zwar okay, aber ich möchte das wandern nicht übertreiben.

Ich stelle mich ein paar Kilometer weiter auf einem Wanderparkplatz an einem Fluss. In 4.6km befindet sich ein 40m hoher Wasserfall. Wenn ich Lust habe, dann gehe ich morgen Früh zeitig los.

Meine Schuhe sind von gestern auch noch dreckig und brauchen etwas Pflege.

Die Nacht war okay. Ich glaube ein Pferd hat sich an Rosali gerieben, aber ich bin mir nicht sicher.

Nach einem schnellen Kaffee geht’s los, hoch zum Wasserfall.

Es gibt drei Fluss Überquerungen. Leider gibt es hier keine Brücken, deshalb Schuhe ausziehen und durch das Wasser waten.

Der Weg geht dem Fluss entlang. Mal ist der Weg besser markiert, mal hab ich auch Probleme den Weg zu folgen.

Endlich am Ziel. Nach 3h Aufstieg.

Es ist nett anzusehen, aber der Wasserfall reißt mich jetzt nicht vom Hocker, vor allem nicht nach 3h Wanderung.

Auf dem Rückweg mache ich hier noch eine kurze Pause und kurz nach Rutsche ich kurz aus. Erst dachte ich nichts passiert, aber als ich wieder zur Kamera griff, ein Schreck:

Durch die Hose, durch das Schutzabdeckung direkt aufs Glas und darunter.

Nichts geht mehr ich kann nicht mal das Händi mehr entsperren. 😦

Der Restliche Weg zu Rosali ist eine Mischung aus Fluchen und mehr Fluchen. Auf der einen Seite bin ich sauer auf mich selbst, dass ich die Hose an hatte, wo ich nur hinten mein Händi transportieren kann. Auf der anderen Seite ist der Wasserfall auch nichts besonderes.

Zurück zu Rosali, suche ich nach Alternativen zum Navigieren und vielleicht eine Repair Möglichkeit zu finden.

Ich beschließe Richtung Rustavi zu fahren, das ist die nächst größere Stadt.