Hail, A’arif Fort

Heute geht’s wieder durch die Wüste.

Ich habe ständig ein sandigen Geschmack im Mund. Es fühlt sich trocken und modrig an. Ab und zu sieht man etwas Sand über die Strasse wehen.

Um halb eins mache ich die erste Pause und suche mir ein Restaurant. Davor parkt ein Pickup mit Ziegen. Die Ziegen geben keinen Ton von sich.

Weiter geht’s Richtung Hail.

Um drei komme ich in Hail an und finde auch den Laden schnell. Leider will der gute Man mal wieder nix machen. Nicht mal einen Versuch die Gasflasche zufüllen. Das ist wirklich zum Mäuse melken.

10min später schließt er den Laden und geht in die Moschee, so hab ich Zeit mich etwas in der Nachbarschaft umzuschauen. So sehen die Saudischen Gashähne aus:

Mir kommt der Spanische Adapter in den Sinn, den ich auch noch bei mir habe. Aber leider nicht der selbe ist.

Oben links Spanische und unten rechts Saudischer Anschluss

Zum Glück kommen zwei Pakistaner/Inder oder Bangladescher, die vermutlich die Flaschen ausfahren und schauen sich mein Problem wenigstens an.

Keine 5min später hab ich auch eine Lösung.

Der Adapter der Saudis gibts auch mit Gewinde. Das Gewinde ist etwa genauso groß wie das Spanische und der 4er Adapter passt genau zum Anschluss von Rosali. Problem gelöst 😉

Die leere deutsche Flasche landet in dem Hinteren Lager unterm Bett.

Hurra, ich bin heilfroh wieder Gas an Bord zuhaben. Jetzt muss ich mir auch keine Sorgen mehr um kalte Nächte machen und kann sich viel Gas benutzen wie ich möchte.

Flasche mit Gas und Adapter hat 235 SAR gekostet, was 56€ sind. Nicht billig, aber dafür sehr befreiend.

Als nächstes suche ich mir einen Parkplatz im Park. Sieht auch sehr gut aus, aber der Park schließt um 23 Uhr. Und ich habe keine Lust mir um Mitternacht einen neuen zu suchen, so breche ich gleich auf.

Ich hab mir 2 Plätze in je 1h Entfernung herausgesucht. Aber beim Fahren sehe ich einen kleinen Park und fahre den A’arif Fort Park an. Das Fort ist zwar geschlossen, aber das stört mich nicht.

Ich schau mir noch die Gegend etwas genauer an. An einer Bank ziehe ich noch 1000SAR, da ich noch nicht weiß wie lange ich hier bleibe.

Dann gehe ich in einem Restaurant etwas essen. Es gibt: ja, wie immer Hühnchen mit Reis.

Was die Spaghetti auf dem Hühnchen zu suchen haben, weiß auch nur der Koch. 😉 Zur Feier meiner neuen Gasflasche gibts auch einen Nachtisch, den ich zu Rosali mit nehme und bei Tee mit befriedigend Genuss verspeise.

Die Nacht war im Innern mit Tiefstwert von 13,7°C sehr angenehm. Die Heizung lief Nachts einmal eineinhalb und das zweite Mal zwei Stunden lang.

Heute geht es nach 11 Uhr in die Innenstadt. Eigentlich dachte ich da ist ein Bazar, wie im Iran, aber ich finde nur Läden.

Gegen Mittag kehre ich in einem kleinen Restaurant ein.

Es gibt noch drei Pfannkuchen Brot, Wasser und Tee dazu. Beim bezahlen winkt er ab – ich gib zwei Fünfer – er gibt mir einen Fünfer zurück und noch einen ein Rial Schein – da winke ich ab.

Etwas ratlos stehe ich draußen und frage mich was da gerade passiert ist. Das Essen für etwas mehr als 1€?

Ich finde ein paar der alten und leider aufgegeben Lehmhäuser. Es ist sehr schade, dass Saudi ihre Vergangenheit verliert.

Ich stolpere, klettere und wage mich in die alten Häuser. Es ist wie eine Sücht, ich möchte die Lehmhäuser fühlen, das vergangene Leben darin spüren. Immer weiter treibt es mich durch die Ruinen. Ich bin erst befriedigt als meine Füsse kaum noch können und ich zum Markt humple.

Hier gibt es gefühlte hundert Händler die nur Datteln verkaufen. Ich Freunde mich mit einem Bengali an und teste Datteln bis ich voll bin. Eigentlich wollte ich nur 1kg für 25SAR kaufen, aber ich ende mit 2 KG aus 4 verschiedenen Sorten zu 30SAR – Freundschaftspreis 😉

Da es so viele Händler da gibt, muss die Gewinnspanne recht hoch sein.

Hundert Meter weiter sind die Obstverkäufer angesiedelt. Ich sehe über grosse Zitronen und kaufe eine zum recht stolzen Preis von 5 SAR, etwas mehr als 1€.

Ich bin etwas sehr enttäuscht als eine sehr bittere Zitrone sich darin befindet. Erst beim Nachlesen finde ich mehr darüber heraus:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zitronatzitrone

Trotzdem werde ich vermutlich nie ein Freund davon werden.

Ich kaufe in einem Supermarkt eine größere Menge von fertig Nudeln, vermutlich für fast zwei Wochen und etwas Tee für 44 SAR, etwa 10€.

Käse und Wurst ist hier Fehlanzeige. Es gibt wohl Käse in Dosen, aber das tue ich mir nicht an.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein gutes Abendessen. Da ich in einer grossen Stadt bin natürlich ein Restaurant. Aber irgendwie laufe ich wohl in die falsche Richtung und die Lokale sind mir nicht gut genug.

Nach langer Suche, Ende ich direkt neben dem Supermarkt in der Bäckerei, die haben auch Suppen. Suppe und drei herrlich frische Brote für 5 SAR. Heute ist es ein billiger Tag

Ich verkrieche mich wieder in Rosali und genieße die Suppe mit frischem Brot. Danach Tee mit Datteln.

Die Nacht war mit Heizung die tiefst Temperatur 13,2°C. Die Heizung lief auch heute Nacht deutlich länger. Etwa drei mal je 2h. Im Bett war es kuschelig warm.

Heute geht es etwa 120km nach Norden. Nach Kaffee mit Datteln und Tahina geht es gegen 9 Uhr auch schon los.

Dakar, 10 Wadi Ad Dawasir > Bisha

Nachdem Gestrigen Tag voller nichts tun, bin ich heute um 5 Uhr wach und fühle mich wieder richtig fit.

Wir Brechen um 8 Uhr auf.

Leider werfen die Spanier vom Guard Civil mit der 911 Müll aus dem Fenter 😦 kleine Schweine!!!

Ortsdurchfahren und schräge Ladung

Dromedare sind für alle ein Blickfang. Unterwegs fülle ich an einem Wasserkühler sechs meiner Wasserflaschen wieder auf.

Mittlerweile kennt man sich schon auf der Strasse, ich werde beim überholen von manchen Fahrern, nicht nur vom deutschen Lager aus angehupt.

Bevor ich zum Bivouac fahre, tanke ich noch mals voll und esse was im Pakistanischen Restaurant für 12 SAR was 2,79€ sind.

Dazu gibt es 2 Brote und kein Besteck.

Das Bivouac ist am weissen Berg.

Manche Teams hatten Pech … das Katalanische Team ist noch komplett.

Mein verrückter spanischer Teamchef kommt auch gleich angerannt und begrüßt mich 😉

Sonnenuntergang am Gate. Da ich mehr oder weniger der einzigste ständige Gast bin haben sie mir heute eine Gästekarte fürs Bivouac gegeben. Also die Karte ist für Rosali nicht für mich.

Ich suche natürlich zuerst wieder die deutschen Fahrer auf.

Von Adolf höre ich, dass tatsächlich Nasser vor bei kam und ein Bauteil mitbrachte für umsonst. Das gleiche Bauteil aus der Schweiz ein Tag später über 500.

Auch bei 829 liegt Mirco wieder unterm Auto, heute ist es die Hinterachse.

Ich vergnüge mich daweil mit etwas leichteren Muse und genieße die großzügige Gastfreundschaft.

Dakar, 8 Al Dawadimi > Wadi Ad Dawasir

Gestern fiel mir noch auf, das die heutige Strecke 700km lang ist. Mein Nachbar hat mich auch noch gebeten 5m vor zufahren, damit er mit seinem Laster vorwärts um 5 Uhr kaus kommt.

Ich wache früh auf und bin um 7 Uhr abfahrbereit.

Die Strecke zieht sich in die Länge. Heute ist der erste Tag, an dem ich die gleiche Route fahre, wie der Rest des Zirkus.

Leider fällt Team Audi sehr negativ auf, 3 Audis, ein WoMo und wieder ein Audi überholen mich. Gegenverkehr kommt mit Lichthuppe. Die Audis scheren ein nur das WoMo bleibt auf der Gegenfahrbahn, zum Glück weicht der entgegenkommende Pickup in den Sand aus. Sonst würde Rosali sicherlich ein paar Trümmer Teile abbekommen. Wenn der Idiot sich schon umbringen will, dann soll er es gefälligst in der Wüste machen und sonst keinen gefährden 😦

Gegen Mittag gibt es den zweiten Tankstopp und für mich auch was zum Essen für 21 Rials und was zum Aufladen meines iNet.

Es weht ein leichter Sandwind über die Strasse.

Kurz vor 17Uhr komme ich in die Nähe des Bivouac.

Matthieu Liebaert mit der 114 sehe ich im Seitenspiegel am überholen und Winke ihm zu und gebe ihm den Daumen. Er schert vor mir ein und grüßt mich mit gestreckten rechten Bein zurück.

Solche kleinen Gesten machen die Strapazen für die lange Fahrt auf einen Schlag weg 😉

Ich parke Rosali etwas außerhalb, so kann ich in Ruhe die Aussendusche benutzten.

Ich schau mir noch die Nachbarschaft kurz an, aber es wird dunkel, ich will duschen und bin hundemüde.

Zwei Chai und ich bin schon fast am schlafen.

Dakar, 6 Riyadh > Riyadh

Heute gent es zum ersten mal für mich hinaus an die Rennstrecke und es soll ein langer Tag werden.

Um 7:30 hab ich meinen Kaffee und bereit für die Strecke.

Mein Camper Kollege ist auch schon bereit und es kann los gehen, zu erst zum Frühstück.

Dann geht’s hinaus in die Wüste. Weil Wüste langweilig ist, zeige ich nur Fotos mit Inhalt.

Gehen 11 Uhr 30 kündigt der Hubschrauber die Spitzengruppe bei den Autos an.

Hier bist du irgendwie mittendrin. So was wie Absperrungen und Mindestens Abstand gibt es hier nicht.

Etwa so klingt es, wenn ein Wagen vorbei fährt. Ganz hinten im Bild gibt es eine sau steile Düne, da fahren wir jetzt auch hin.

Irgendwie ist es schon was geiles, wenn die Wägen über den Hügel schießen.

Hier wohl die Besten zwei Bilder mit Sand als Bewegung.

Jetzt kommen auch die ersten LKWs. Natürlich Kamaz ist vorne.

So tönt ein Kamaz auf Drogen 😉

Eigentlich sind wir jetzt schon auf der Rückfahrt aus der Wüste raus und die leichten füllen den Reifendruck wieder von 1.7 auf 4.5bar.

Das Fahrzeug mit der 244 hat sich überschlagen und wir machen uns auf dem Weg zur Bergung. Die erste Anfahrt geht schief, weil die froschmänner das Gradformat verwenden und UE es nicht versteht.

Eigentlich sieht der Schaden erst vor Ort richtig Scheisse aus. Wir haben es noch versucht mit mir als Fahrer die Kiste rauszuziehen, aber nach 50m haben wir aufgegeben. Es wird langsam dunkel und damit Zeit aus der Wüste raus zufahren.

Wenigstens kann jetzt das Fahrgefühl in einem T1 Dakar Rally Wagen sehr gut beschreiben 😉

Zum Abendessen gibt es Huhn mit Reis. Nicht toll, aber nahrhaft.

So viel Wüste ist schon etwas anstrengend. Es Tolle ist die Dakar von 1m Entfernung zu hören, sehen und Fühlen.

Einmal in ein Auto zu sitzen und versuchen die Gänge rauszunehmen, die Gangschaltung ist wie im Motorrad, ist wohl ein Traum, der nur einmal im Leben wahr wird. Bei mir war heute der Tag.

Ich denke der Tag ist nicht weiter zu überbieten 😉

Al Batha, Hügel an der Strasse

Ich habe wunderbar geschlafen. Nichts zu hören. Um 6 Uhr wache ich ausgeschlafen auf und bestaune den Sonnenaufgang um 6 Uhr 16.

Es geht durch die Wüste und hier ist richtige Wüste.

Ich mache auch einen kleinen Ausflug zu Fuss in die Wüste, dann geht es wieder weiter.

Kurz nach halb zwei seht mir der Diesel aus.

Ein LKW Fahrer hält und gibt mir seinen 10l Kanister. Leider komme ich damit auch nir 80km und bleibe zum zweiten Mal liegen, da kommt ein weitere LKW und wir zapfen ein paar Liter Diesel ab, so dass ich die letzten 15km schaffe.

So sieht eine leere Rosali in der Wüste aus.

9,60€

Endlich voll Tanken 😉

Jetzt geht’s noch zum SIMkarte kaufen und Geld abheben. 10GB kosten doch 23,50€.

Es gibt auch noch was zum Essen.

Gut, aber mit 55 SAR, fast 13€ recht teuer.

In Rosali finde ich den Badzimmerschrank etwas seltsam vor.

Ich flicke den Kasten mit ein paar Schrauben, muss mir da aber noch was über legen.

Nach einem sehr langen Tag habe ich die 2 Sims am laufen, den Badzimmerschrank notdürftig befestigt und hab einen Platz für heute Abend gefunden.

Jetzt gibts noch Tee mit Datteln und dann bin ich auch schon wieder Bett reif.

Saudi Arabien, Grenze

Heute morgen geht es kurz vor 11 zum PCR Test abholen. Genauer gesagt, erst gibt es einen Abstecher zu meinen Lieblings Bäcker, da gibt es für 20Cent ein sehr leckeres Brot, das ich auch sofort aufesse.

Zum Glück ist der PCR Test negativ.

Weiter geht es gute 400km zur Grenze.

Unterwegs sehe ich einen Wasserkühler an der Strasse stehen und mache einen Stop um alle meine 1,5l und 2l Flaschen mit sehr guten und eis kalten Wasser auf zu füllen.

Die letzten 200km zur Grenze.

Oman geht sehr gut. Es ist ein riesiger Komplex und es sind gerade eine Handvoll Autos da.

Ich fahre bis zur ersten Station vor, abei übersehe ich wohl eine Station. Wenden und zurück fahren ist angesagt. Leider ist hinter Rosali eine Säule und da hinter lasse ich mit dem Fahrradträger meine Spuren.

Der kleine Bub von Grenzwächter und ich verstehen uns leider nicht. Bubi versteht nicht, dass ich ein elektronisches Visum habe und will mich doch tatsächlich nach Oman zurück schicken.

Saudischer Grenzbub

Naja, ich bin nicht ohne Grund dieses Jahr durch 11 verschiedene Länder gereist um jetzt vor einem Grenzbub aufzugeben. Außerdem hab ich schon das Visum bezahlt, das lässt sich ein Schwabe nicht gefallen, lautstark gehe ich zum Angriff über, Bubi flüchtet.

Es kommt ein Arzt vorbei, der erst mal gut Englisch versteht und zweitens beim Staat arbeitet. Wir tauschen Telefonnummer aus und evtl. bekomme ich sogar von ihm einen Booster Impfung 😉

Ich übergib die Dokumente dem Arzt per Whatsapp, der Arzt redet mit Bubi. Bubi hat sich wohl mit dem Falschen angelegt…sein Kollege winkt mich durch, keiner will irgendwas sehen. Geht doch 😉

Nächste Station bekommt Rosali ihren Zettel für die Ausreise.

Es werden Fotos und Videos von mir gemacht. Ich bin wohl der erste Tourist hier.

Ich bekomme auch Wasser und Datteln geschenkt-so gefällt mir das schon viel besser 😉

Bevor es zur Tanke geht, kaufe ich für 287,5 Saudi Rials was 67€ sind eine Versicherung für 1 Monat. Verlängern kann ich in der Hauptstadt Riad.

Tanken, macht hier Spass. Diesel kostet 15Cent der Liter.

Ich bin platt und suche mir 5km nach der Grenze einen Schlafplatz in der Wüste.

Kalut Wüste Lut, Kamp

Ich fahre nach 9 Uhr raus in die Wüste Lut. Ich habe genügend Wasser und Essen dabei. Ich habe keine Ahnung was mich erwartet, aber ich bin bestens vorbereitet. Extra dafür habe ich Wüstenbleche und Abschleppseile eingeladen. Ich habe auch genaue Wegmarkierungen, die ich nicht verlassen werde. Außerdem werde ich kein Risiko eingehen. Rosali ist nicht für die Wüste gebaut und ich werde auf Rosali genau so acht geben, wie Rosali auf mich acht gibt.

An der ersten guten Möglichkeit halte ich an und lasse mein Brauchwasser ab. Jetzt sollte ich etwa 60-70kg leichter sein.

Hier in der Wüste gibt es nicht sehr viel Verkehr, alles was mir entgegen kommt gibt Lichthupe. Ich denke das ist freundlich gemeint.

Ich lese ab und zu von Fata Morgana. Gehören drei Dromedare auch dazu?

Ich komme an die Abzweigung,  ab hier gibt es Piste.

Ich fahre etwa 2-3km den Weg entlang. Der Wind kommt von hinten und wirbelt den Staub auf, dass die Sicht praktisch Null ist. Die Windschutzscheibe sammelt den feinen Sand auf zu vor unsichtbaren Schlieren.

Ich erreiche die Stelle, aber parke Rosali etwa 250m davor auf einem höheren Punkt. Der Wind weht zwar, aber so hab ich einen guten Startplatz zum abfahren.

Ich freue mich schon ewig auf eine gute Dusche. Hier ist niemand, also kann ich in Ruhe Duschen. Ich richte alles hin und Wärme auch das Wasser auf 40°C auf-heute Nacht hatte es um die 15°C-andere halten mich wohl für verrückt in der Wüste das Wasser aufzuheizen 😉

Die Haare sind in Rekordzeit wieder trocken. Luftfeuchtigkeit von 20%, Wind und Sonnenschein helfen 😉

Jetzt hab ich endlich mal Zeit mich um ein paar Dinge in Rosali zu kümmer. In Shahdad hatte ich ständig kleine Kinder herum die, ‚Helo‘ und ’noEnglich‘ gebrüllt haben. Es geht einem mit der Zeit auf dem Sack und von mir bekommen die Kinder nicht geschenkt.

Ich fülle etwas Frostschutzmittel in den Scheibenwischerbehälter. Es ist wohl eine Mischung, die auch noch für eine klare Scheibe sorgt. Ölstand ist unverändert bei Halb.

Ich schau mir auch noch alle Birnen hinten rechts an. Wenn ich den Rückwärtsgang einlege kommt kein Licht hinten und damit auch kein Bild der Rückfahrkamera. Die muss ich bei Bedarf manuell aktivieren.

Ich messe die Glühbirne durch 0,6 Ohm, alles okay, daran kanns nicht liegen.

In Rosali Fülle ich noch einen 6l Kanister in vier 1,5l Flaschen um.

Auch sortiere ich alle Früchte, die ich noch von Maryam’s Vater geschenkt bekommen habe. Die ganz reifen esse ich gleich.

Es gibt immer wieder richtige Sandstürme. Da bekomme ich ab und zu auch Sand in die Augen.

Gegen halb 2 ist die Höchsttemperatur von 31,2°C überschritten. Ich mache mir noch zwei weiche Eier und esse das frische Brot von heute Morgen dazu. Sehr gut 😉

Gegen 16 Uhr 30 ist Sonnenuntergang. Ich hoffe heute kommt kein Besuch mehr in die Wüste.

Ich bin mal gespannt, ob ich heute Nacht ein paar Sterne sehen kann. Der Himmel ist ohne Wolken nur Sand hat es viel in der Luft vom Wind.

Ich esse noch je zwei Scheiben von jeder Wurst und zwei eingelegte Gurken dazu. Bei der zweiten Tasse Tee mit den feinen Datteln dazu fallen mir schon die Augen zu. Zeit fürs Bettle 😉

Um 5 Uhr wache ich schon auf, eigentlich wollte ich noch ein Foto vom Sternenhimmel machen, das geht leider überhaupt nicht.

Dafür gibt ein Bild der morgen Dämmerung.

Um 8 Uhr 30 komme ich auch aus dem Bett.

Es gibt Frühstück mit zwei weichen Eier und Obst. Dann gibts einen ausgedehnten Spaziergang durch die Wüste, so lerne ich meine Umgebung näher kennen.

Es gibt sehr verschiedene Untergründe, manche Stellen sind hart, bei manche liegt eine hauchdünne harte Schicht über sehr feinen und tiefen Sand.

In der Nähe ist wohl eine Feierstelle. Es sind mehrere Palmen im Sand verbuddelt worden und es gibt auch einige Feuerstellen.

Spuren im Sand. Gestern nach Sonnenuntergang kam noch ein Vogel zu mir. Vermutlich hat der Vogel gedacht ich bin ein Baum und lief unter meinem Stuhl. Heute sehe ich auch Spuren einer Katze?

Ich im Wüstenlook mit Kopftuch.

Ich habe ständig das Gefühl einen trockenen Mund zuhaben. Liegt wohl an der niedrigen Luftfeuchtigkeit von 20%. Dafür genieße ich meine Früchte von Miryams Vaters Garten.

Ich mache wieder einen Spaziergang durch die Wüste.

Die Sonne ist sehr schnell am untergehen. Auch verändert sich die Wüste sehr schnell von hell in Dunkel. Wenn man nicht aufpasst läuft man 10m an seinem Auto dran vorbei. Weil man gerade in einer Senke läuft und das Auto von der Düne bedeckt wird.

Ich komme auch gerade bei Sonnenuntergang zurück zu Rosali.

Nachts nach 2 Uhr wache ich kurz auf und versuche noch den Sternenhimmel zu Photographen, was mir nur so halb gelingt.

Um 6 Uhr 30 ist auch schon wieder Sonnenaufgang. In der Wüste ist das etwas ganz spezielles – wenigstens für mich 😉

Um 10 Uhr habe ich gefrühstückt und bin affair bereit. Den weißen Sack habe ich gefunden und mit Abfall gefüllt den ich beim Spaziergang gesehen habe oder den der Wind vorbei geblasen hat.

Nach zwei Tagen Wüste geht es für mich wieder zurück. Ich habe viel gelernt. Trotzdem habe ich noch sehr großen Respekt vor der Wüste.

Shahdad, Park

Heute ging es schnellst möglich aus der Stadt und zu einer etwa 20km entfernten Tankstelle.

Die Art des Tankwarts lässt mich schon böses erahnen, er winkt mir überfreundlich zu und meint, wir helfen dir.

Eigentlich ist es ja positiv, aber ich hab die Art schon mal gehabt. Der LKW Fahrer gegenüber tankt wohl an die 4000l Diesel. Bei 1000l, fängt die Tankanzeige wieder bei 0l an.

Als er fertig ist kommt er zu mir und meint irgendwas mit 2. Jetzt kommt noch ein sehr aggressiver Typ dazu, der was von usdollar redet. Mir schwant schon übles.

Ich spucke erst mal auf den Boden, das lässt die ganze Mannschaft zurück weichen. Der Mann am Zapfhahn will unbedingt die 50l voll machen, ob wohl der Tank schon überläuft. Ich winke ab und gebe dem Typ 50k. Ist zwar mehr als üblich, aber sicherlich viel unter dem was er sich vorgestellt hat und mach mich aus dem Staub…

Nächster Stop der Friedhof von Quasem Soleimani. Ich wollte ihn schon seit dem Mordanschlag besuchen gehen, jetzt in seiner Heimatstadt habe ich die Gelegenheit.

Das Grab ist ein ganz normales Grab unter vielen. Kein Prunkstück oder gar ein Mausoleum. Nein, der General Major liegt neben einfachen gefallenen Soldaten auf dem Friedhof.

Die Stimmung ist traurig, der Platz ist knapp, es sind keine Laufwege vorgesehen.

Es erscheint eine Gruppe von Frauen alle mit grünen Kopfbänder geschmückt. In der Mitte eine Frau im Rollstuhl komplett – wirklich komplett – in grünes Tuch gehüllt. Was der Sinn ist erschließt sich mir nicht. Viele Frauen haben Gaben dabei, wie Rosenwasser, Datteln und Bonbons.

Ich hole mir auch ein Andenken, eigentlich gleich zwei. Eins kommt in Rosali. Es ist ein Kopftuch mit dem sehr verbreiteten Motiv Soleimani und Ayatollah Ali Khamenei.

Weiter geht’s in die Wüste Lut. Wüsten ziehen magisch an, wegen den Wüsten kommt jeder in den Iran. Jeder auf seine Weise.

Der Pass auf 2650m mit Tunnel.

Ich finde ein Wasserhahn mit sehr guten Wasser, hier fülle ich alle Wasserflaschen auf. Habe ca.40l Trinkwasser gebunkert und auch Rosali bekommt noch mals etwa 50l Wasser dazu. Damit sollten fast 200l Wasser für die Wüste zur Verfügung stehen.

Die Wüste ändert sich hinter jeder Kurfe.

Nach 15 Uhr erreiche ich Shahdad und suche nach einem geeigneten Platz. Den ich hinter den Park finde.

Ich gehe in die Stadt und besorge mir 1 Brot für 1500Toman. 6 frische Eier für zusammen 11k Toman und 5 Stück Kuchen für 8k Toman. Statt 1k Toman Rückgeld gibt es eine Packung Kaugummi.

Ich besorge mir noch eine flüssige Seife für den Körper für 14k Toman. Anschließend gehe ich noch essen, was wie eine dicke Wurst im Brot aussieht. Sättigt unheimlich. Ich gib ihm 50k Toman und er schaut mich etwas verdattert an und zeigt auf zwei kleine Scheine. 15k Toman, keine 50Cent kostet mein Abendessen.

Mein Händi hat jetzt komplett den Geist aufgegeben. Beide SIMkarten werden nicht mehr unterstützt. Beide zeigen „Out of Service“ an. Ich bin nur noch über den Router erreichbar.

Ob das am Abgelaufenen Vertrag liegt? Ich bin jetzt über einem Monat im Iran und habe am 9 Oktober meine erste SIMkarte bekommen.

Die Nacht war ruhig und mit 15°C sehr angenehm, keine Heizung mehr von Nöten.

Am Morgen gibt es Kaffee und Freunde melden sich, die sich 55km weiter nördlich befinden. Vielleicht treffen wir uns heute.

Es ist heute Freitag, das heißt – wie bei uns am Sonntag, alle Läden sind geschlossen. Ich wechsel meine Iranische SIMkarte in mein altes Samsung. Es wird sofort erkannt und läuft. Hotspot läuft auch. Ich könnte so im Notfall auch über das alte Händi unterwegs Mobil sein ohne Router.

Reserve Händi – altes Samsung

Jetzt baue ich die Karten zum Spass wieder zurück in mein Händi. Alles funktioniert wieder. Ich komme mir etwas doof vor. War alles nur Einbildung? Oder war meine IMEI gesperrt, da beide SimKarten keine Service hatten?

Ich werde es mal im Auge behalten. Jetzt habe ich ja eine Alternative gefunden.

Hinter mir kommt ächzend ein LKW zum stehen. Ich befürchte schon, dass ausgerechnet jetzt ein LKW zwischen den Häusern abbiegen muss und ich im Wege stehe. Aber ich höre plötzlich was deutsches 😉

Oliver mit Karin kommen mich besuchen. Wir haben uns über iOverlander gefunden und haben seitdem Kontakt gehalten. Wir sind wohl gleichzeitig eingereist und haben das gleiche Ziel, den Oman. Wobei ich etwas gemütlicher unterwegs bin. Wir unterhalten uns über unsere Erfahrungen und Ziele. Ich habe seit 6 Wochen wohl keinen deutschen mehr gesprochen.

Nachdem beide losgefahren sind gehe ich erst mal Eis essen. Der Laden kann mit jedem Eisladen auf der Welt mit halten.

In laufweite gibts noch eine Wassermühle, die schau ich mir auch noch an.

So einen Strauch habe ich noch nie in meinem Leben gesehen.

Die Palmenwälder und das Licht der Wüste sind sehr spektakulär.

Ich finde auch einen Laden, der lokale Datteln für 25k Toman verkauft.

Zurück zu Rosali sehe ich noch eine Herde von Schafen und Ziegen. Klar, dass die Ziege auf der Mauer herum klettert.

Zum Sonnenuntergang um 17Uhr bin ich wieder zurück bei Rosali.

Ich bekomme Hunger und kaufe die Strassen rechts und links ab. Das Restaurant von gestern finde ich nicht mehr. Hat vermutlich dann heute auch nicht auf. Ein Restaurant hat offen, aber da ist kein Koch drin, also gehe ich die Strasse weiter, aber kehre bald wieder zurück. Dieses mal parkt ein Auto mit vier jungen Männer davor und ich denke schon, das sind die Betreiber. Weit gefehlt, es sind auch nur hungrige. Der Koch kommt jetzt auch. Die Verständigung ist mehr als Schlecht. Erst fragt er mich was ich haben will, dann ist alles aus bis auf gehacktes mit Salat im Brot gerollt. Nicht der Geschacks Bringer, aber macht satt.

Irgendwie zahlen die Jungen für mich. Ist vermutlich der Lohn, dass sie mich 20min mit irgendwas genervt haben, dass ich nicht verstanden habe. Wenn ich es nicht verstehe, dann hilft es auch nicht, es 100 mal sehr laut zu wiederholen oder es mir gar in Farsi aufzuschreiben 😉

Tja, hier waren schon lange keine Touristen mehr da 😉

Ich sitze gerade am Tee, da klopft es. Zwei Typen stehen vor der Tür und einer Zeigt mir auf dem Händi: „wenn ich was brauchen würde solle ich mich einfach melden.“ – meine Ruhe?!? 😉

Die Nacht war ruhig und mit 15°C sehr angenehm.

Ich gehe zu meiner Lieblings Bäckerin und verlange zwei Brote. Leider sind 4 vor mir und es zieht sich bis ich meine zwei Brote bekomme.

Zurück zu Rosali setzte ich mir einen Kaffee aus und wundere mich warum nichts kommt. Gas alle, Flaschen wechseln.

Alles einräumen ich freie mich auf die Wüste 😉