Ur, Eingangsposten

Ich fahre, kurz nach dem mich der Museumsdirektor noch persönlich Begrüßt hat, weiter. Zu meiner Verwunderung gibt es auf der Bagdad-Basra Autobahn keine Kontrollstellen.

Da mein Tank etwa ein Drittel leer ist, fahre ich an der Autobahn an einer Tankstelle ab. Der Tankwart winkt ab, ich bleibe hartnäckig. Da ich sonst keinen Chef sehe, gehe ich zur Polizei, die 100m vor der Tankstelle steht. Plötzlich kommt auch einer mit Funkgerät aus der Tankstelle, anscheinend ist es den Tankstellen Betreibern peinlich, wenn ich die Polizei rein ziehe. – Werde ich mich für später merken. – Ich komme komme zum Chef, der wieder auf seinen Chef wartet. Dafür bekomme ich wenigstens Wasser und auch Tee. Sobald der Chef da ist kann ich auch sofort tanken. Leider hab ich 20l angegeben, bei 400 IQD sind das 8k und der Tankwart füllt auch nur 20l rein. Ich gebe ihm 10k und weg ist er. Entweder ist er sehr schwach im Kipfrechner oder einfach nur ein Betrüger.

Was solls, jetzt weiss ich auch wie ich mir selber zu Diesel verhelfen kann. Beim ersten Tankstopp haben mir zwei lokale Irakis sehr geholfen, aber auch da musste ich mehr als den offiziellen Betrag zahlen.

Das ganze Tanken dauert etwa 1h. Es braucht Zeit, Geduld, Nerven und Hartnäckigkeit.

Nach dem Tanken sieht es nach Wüstensturm aus, aber es bleibt ruhig auch wenn die Sicht eingeschränkt ist.

Um 13Uhr mache ich einen Stop an einem Restaurant, wo vor viele LKWs und PKWs parken. Es dauert etwas, bis ich den guten Menschen klar machen kann, das ich etwas zum Essen haben möchte, aber danach gab es alles.

Beim bezahlen wollte keiner Geld annehmen. Ich bestand dreimal darauf und dann wurde es auch angenommen. Ist wohl ähnlich dem Iran.

Kurz vor dem Ziel muss ich noch 4 Kontrollstellen passieren, diese dauern wohl gleich lang, wie die 250km, die ich heute gefahren bin.

Vor mir steigt Rauch auf, hier ist wohl ein Stromkraftwerk am arbeiten. In der Ferne erkennt man auch Ölbohrtürme.

Um 17Uhr erreiche ich mein Ziel.

Da der Platz auch geschlossen wird, frage ich bei den Wächtern an, ob ich hier parken darf. Nein, aber irgendwie dann doch. Beim Militär sind immer die Typen mit einfachen Klamotten die Chefs.

Nicht toll, aber sicher.

Ich werde mir morgen um 8Uhr nochmals den Platz anschauen.

Abends laden mich die Wächter zum Essen ein, das ich gerne ablehne.

Etwas später werde ich noch zum Tee eingeladen, den ich aus Höflichkeit annehme und ihre Fragen so gut es geht beantworte.

Um 21Uhr verabschiede ich mich in Rosali.

Die Nacht war eigentlich sehr gut selbst die Hunde hab ich irgendwann ignoriert.

Vor 7 wache ich gut ausgeschlafen auf. Mein Fliegenkiller hat über Nacht ganze Arbeit geleistet.

Hunderte kleine Mini Fliegen.

Staubsaugen und nach einem Kaffee fahr ich um 8 wieder zu den Ruinen herein.

Ein Wächter dort will mir das Haus von Abraham zeigen, solange noch keine Touristen hier sind. So fahren wir ein paar Kilometer mit den Autos.

Hier ist auch der Ort wo Papst Franziskus vor einem Jahr am 6.3.2021 die heilige Messe gelesen hat.

Es geht wieder zurück zur Pyramide.

Was mich etwas stützt macht sind die sehr vielen sehr gut erhaltenen Stempel in den Tonplatten.

Es gibt auch noch die Königsgräber, die aber abgesperrt sind.

Die Könige haben sich ihre Diener gleich ins Grab legen lassen, damit die Könige auch im Jenseits nicht arbeiten brauchten. Ein tödlicher Job 😉

Ich verabschiede mich von den Wachen, die ich ganz lieb gewonnen hatte und die Wachen machen Haufen weise Fotos von mir und Rosali. Nächster Stop die Innenstadt Nasiriya und das dortige Museum. Meinen Parkplatz, den ich eigentlich ausgesucht hatte funktioniert nicht, da man hier nicht Abends parken kann. Also gleich ins Museum, das aber mit 25k IQD, was 15,60€ sind, recht teuer ist. Ich buche es unter Entwicklungshilfe Irak ab oder Alternative, da ich keine Quittung bekommen habe, als Zuschuss fürs neue Auto? 😉

Nach dem Museum versuche ich noch mein übriges Geld von Emirates und Oman zu tauschen, aber die Wechselstuben nehmen nur Amis Geld an. So wechsel ich halt trotzdem noch 100us$. Eigentlich wollte ich die Dollar noch behalten, da es kleine Noten sind, aber ich brauche noch etwas Bargeld hier. 100us$ sind 140kIQD.

Wenn ich schon durch die Stadt laufe, kaufe ich mir zwei mal Brot für je 500IQD (30Cent), den ersten Beutel esse ich ruckzuck weg. Daneben gibt noch für 2kIQD (1,25€) eine Brottasche mit reichlich Fleisch drin.

Umm Qais, Museen

Die kleinen Strassen, die sehr steil hoch und runtergehen sind kein grosser Spass. Ich befürchte immer, dass ein grosser LKW mir entgegen kommt. Mein Navi hat auch immer nur kleine Strassen im Angebot. Schließlich erreichen wir dreiviertel vier das Ziel. Eineinhalb Stunden für 15km? Uff.

Ich gehe mir die Aussicht anschauen.

Wir sind hier 4km von der Grenze entfernt. Man sieht See Genezareth, Palästina, Syrien und Libanon.

Leider gibt es hier sehr viel Gesocks. Beim Eingang haben zwei Jugendliche, die wohl einen Kiosk betreiben sollen nach Alkohol und Zigaretten gefragt.

Beim Spaziergang hab ich mehrmals Steine rollen gehört, später habe ich rausgefunden, dass zwei oder drei Jungen Steine herum werfen.

Als ich an einer Klippe Fotos machte, kamen vier Junge her und wollten Geld. Ich frage warum und die Jungen wollen meine Brieftasche sehen. Nach dem ich sie gefragt habe, ob ich die Jungen Probleme haben und ich Fotos machen und die Polizei rufen soll – ruckzuck war das Pöbel davongelaufen.

Ich besuche noch das Museum und bekomme eine private Führung.

Bombardiert von Israelischen Besatzer.

Ich genieße noch den Sonnenuntergang.

Zurück zu Rosali fängt mich noch die Polizei ab und begleitet mich zu einem sicheren Platz.

Die Nacht war sehr ruhig und der Morgen wärmt Rosali schnell auf.

Ich mache noch einen Spaziergang durch die Ruinen und das Dorf.

Nach 11 Uhr geht es weiter Richtung Grenze. Heute steht noch ein PCR Test auf dem Programm.