Hail, A’arif Fort

Heute geht’s wieder durch die Wüste.

Ich habe ständig ein sandigen Geschmack im Mund. Es fühlt sich trocken und modrig an. Ab und zu sieht man etwas Sand über die Strasse wehen.

Um halb eins mache ich die erste Pause und suche mir ein Restaurant. Davor parkt ein Pickup mit Ziegen. Die Ziegen geben keinen Ton von sich.

Weiter geht’s Richtung Hail.

Um drei komme ich in Hail an und finde auch den Laden schnell. Leider will der gute Man mal wieder nix machen. Nicht mal einen Versuch die Gasflasche zufüllen. Das ist wirklich zum Mäuse melken.

10min später schließt er den Laden und geht in die Moschee, so hab ich Zeit mich etwas in der Nachbarschaft umzuschauen. So sehen die Saudischen Gashähne aus:

Mir kommt der Spanische Adapter in den Sinn, den ich auch noch bei mir habe. Aber leider nicht der selbe ist.

Oben links Spanische und unten rechts Saudischer Anschluss

Zum Glück kommen zwei Pakistaner/Inder oder Bangladescher, die vermutlich die Flaschen ausfahren und schauen sich mein Problem wenigstens an.

Keine 5min später hab ich auch eine Lösung.

Der Adapter der Saudis gibts auch mit Gewinde. Das Gewinde ist etwa genauso groß wie das Spanische und der 4er Adapter passt genau zum Anschluss von Rosali. Problem gelöst 😉

Die leere deutsche Flasche landet in dem Hinteren Lager unterm Bett.

Hurra, ich bin heilfroh wieder Gas an Bord zuhaben. Jetzt muss ich mir auch keine Sorgen mehr um kalte Nächte machen und kann sich viel Gas benutzen wie ich möchte.

Flasche mit Gas und Adapter hat 235 SAR gekostet, was 56€ sind. Nicht billig, aber dafür sehr befreiend.

Als nächstes suche ich mir einen Parkplatz im Park. Sieht auch sehr gut aus, aber der Park schließt um 23 Uhr. Und ich habe keine Lust mir um Mitternacht einen neuen zu suchen, so breche ich gleich auf.

Ich hab mir 2 Plätze in je 1h Entfernung herausgesucht. Aber beim Fahren sehe ich einen kleinen Park und fahre den A’arif Fort Park an. Das Fort ist zwar geschlossen, aber das stört mich nicht.

Ich schau mir noch die Gegend etwas genauer an. An einer Bank ziehe ich noch 1000SAR, da ich noch nicht weiß wie lange ich hier bleibe.

Dann gehe ich in einem Restaurant etwas essen. Es gibt: ja, wie immer Hühnchen mit Reis.

Was die Spaghetti auf dem Hühnchen zu suchen haben, weiß auch nur der Koch. 😉 Zur Feier meiner neuen Gasflasche gibts auch einen Nachtisch, den ich zu Rosali mit nehme und bei Tee mit befriedigend Genuss verspeise.

Die Nacht war im Innern mit Tiefstwert von 13,7°C sehr angenehm. Die Heizung lief Nachts einmal eineinhalb und das zweite Mal zwei Stunden lang.

Heute geht es nach 11 Uhr in die Innenstadt. Eigentlich dachte ich da ist ein Bazar, wie im Iran, aber ich finde nur Läden.

Gegen Mittag kehre ich in einem kleinen Restaurant ein.

Es gibt noch drei Pfannkuchen Brot, Wasser und Tee dazu. Beim bezahlen winkt er ab – ich gib zwei Fünfer – er gibt mir einen Fünfer zurück und noch einen ein Rial Schein – da winke ich ab.

Etwas ratlos stehe ich draußen und frage mich was da gerade passiert ist. Das Essen für etwas mehr als 1€?

Ich finde ein paar der alten und leider aufgegeben Lehmhäuser. Es ist sehr schade, dass Saudi ihre Vergangenheit verliert.

Ich stolpere, klettere und wage mich in die alten Häuser. Es ist wie eine Sücht, ich möchte die Lehmhäuser fühlen, das vergangene Leben darin spüren. Immer weiter treibt es mich durch die Ruinen. Ich bin erst befriedigt als meine Füsse kaum noch können und ich zum Markt humple.

Hier gibt es gefühlte hundert Händler die nur Datteln verkaufen. Ich Freunde mich mit einem Bengali an und teste Datteln bis ich voll bin. Eigentlich wollte ich nur 1kg für 25SAR kaufen, aber ich ende mit 2 KG aus 4 verschiedenen Sorten zu 30SAR – Freundschaftspreis 😉

Da es so viele Händler da gibt, muss die Gewinnspanne recht hoch sein.

Hundert Meter weiter sind die Obstverkäufer angesiedelt. Ich sehe über grosse Zitronen und kaufe eine zum recht stolzen Preis von 5 SAR, etwas mehr als 1€.

Ich bin etwas sehr enttäuscht als eine sehr bittere Zitrone sich darin befindet. Erst beim Nachlesen finde ich mehr darüber heraus:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zitronatzitrone

Trotzdem werde ich vermutlich nie ein Freund davon werden.

Ich kaufe in einem Supermarkt eine größere Menge von fertig Nudeln, vermutlich für fast zwei Wochen und etwas Tee für 44 SAR, etwa 10€.

Käse und Wurst ist hier Fehlanzeige. Es gibt wohl Käse in Dosen, aber das tue ich mir nicht an.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein gutes Abendessen. Da ich in einer grossen Stadt bin natürlich ein Restaurant. Aber irgendwie laufe ich wohl in die falsche Richtung und die Lokale sind mir nicht gut genug.

Nach langer Suche, Ende ich direkt neben dem Supermarkt in der Bäckerei, die haben auch Suppen. Suppe und drei herrlich frische Brote für 5 SAR. Heute ist es ein billiger Tag

Ich verkrieche mich wieder in Rosali und genieße die Suppe mit frischem Brot. Danach Tee mit Datteln.

Die Nacht war mit Heizung die tiefst Temperatur 13,2°C. Die Heizung lief auch heute Nacht deutlich länger. Etwa drei mal je 2h. Im Bett war es kuschelig warm.

Heute geht es etwa 120km nach Norden. Nach Kaffee mit Datteln und Tahina geht es gegen 9 Uhr auch schon los.

Dakar, 1a Jedda > Hail

Die Nacht war mit 12°C sau kalt. Ich bin auch erst gegen 10 Uhr aus dem warmen Bett gekommen. Frühstück mit 2 weichen Eier und Reste des Brotes von gestern.

Die ganze Nacht ist Polizei auf und abgefahren und hat mich bewacht 😉

Es wird langsam dunkel und der Sicherheitschef von gestern kommt und frägt ob ich ins Lager möchte. Aber gerne doch 😉

Ich treffe auch den Chef von Saudi Catering und gehe mit ihm Essen.

Das Essen schmeck nach Flugzeug, naja geschenkten Gaul – schaut man nicht ins Maul.

Dafür ist der Tee klasse und die Datteln ein Traum 😉

Ich bekomme auch die Koordinaten von den nächsten Bivouacs. Gehen 21Uhr verabschiede ich mich, bedanke mich bei der Sicherheitsleitung und mache mich auf dem Weg zu Rosali. Kurz darauf setzt auch der Regen ein.

Hail, Bivouac Dakar

Der Morgen fängt richtig kalt an. Wir hatten nachts 10°C und ich danke meine Grosseltern und meine Eltern für die dicke Lamdecke. Die ist Nachts wunderbar warm 😉

Morgends gibt es zwei weiche Eier und Kaffee. Seit dem ich den Omanischen Kaffee mit dem starken Arabisch, der aber sehr wahrscheinlich aus der Türkei stammt, mische, schmeckt mir der Kaffee wieder 😉

Ich habe aber immer noch keine Ahnung wo die Dakar steckt. In der ganzen Stadt gibt es kein einziges Schild. Da ist sogar unsere Dorfrally in Gschwend besser ausgeschildert 😉

Wenigstens finde ich einen Bäcker der mir für sehr wenig Geld einen Eintopf und zwei Brote mit gibt. Ca. 1€

Nach dem ich nichts finde, fahre ich mal zur Universität und frage da nach. Ich werde super gut aufgenommen und gleich mit Tee versorgt.

Zwei von ihnen sprechen sehr gutes Englisch und geben mir eine Adresse wo gewöhnlich Rally gefahren werden.

Ich schau und höre mich etwas um und versuche möglichst viele Leute anzusprechen.

Ich darf bei der Rally als Zuschauer mit fahren und bekomme jeden morgen Wegpunkte um die Rally zu verfolgen.

#dakarinsaudi danke 😉

Überrascht kommen heute schon die Classic Cars an und ich plaudere mit den Fahrern. Einer kommt sogar aus Hechingen 😉

Die Sonne verschwindet und und ich verziehe mich in Rosali.

Die Polizei kommt auch vorbei und bringt Ginger Tee mit 😉

Hail, Kamelrennbahn

Heute morgen hab ich tief bis zum Wecker geschlafen.

Ich entsorge noch Toilette und fülle Rosali mit Wasser auf.

Das auffüllen dauert ewig, obwohl nach der Anzeige noch 50% voll.

Als nächstes kommt der Hunger und ich halte an einer Tankstelle.

15 SAR, 3,53€ mit Getränk und Brot dazu Gurkensosse

Auch hier fährt ein langer Zug. Vorne 3 Loks und hinten eine Lok.

Zur guten Zeit komme ich auch an der Kamel Rennbahn an.

Der Platz ist etwas seltsam. Das Ende der Kamelrennstrecke, aber innen.

Aber es stört wohl keinem und Eintritt gibt es hier auch wohl nicht.

Morgen werde ich mal die Dakar suchen gehen. Also wo das Podium ist und das Lager.