Erbil, Parkplatz Shanadar Park

Heute sind es etwas mehr als 100km zum fahren und es geht in die Hauptstadt der Kurden im Irak: Erbil.

In einem Tunnel an der Autobahn steht ein Esel. Ich sehe den Esel erst im letzten Augenblick. Keine Ahnung ob der Esel noch am Abend lebt?!

Auf dem Weg gibt es einen Denkmal mit 3 Panzern an denen wir Halt machen.

Ich darf mich sogar auf einen Panzer draufsetzen. Der Wachsoldat ist wirklich sehr nett.

Der Verkehr wird zäher, die Irakis schaffen es an Ampeln aus 3 Spuren 6 Spuren zu machen.

Zum Teil parken Autos in der zweiten Reihe. Besonders ein Russischer Diplomatenwagen fällt mir auf, den da muss ich am Aussenspiegel ganz genau aufpassen, dass alles dran bleibt.

Aber wir er reichen den Parkplatz ohne Probleme und der Parkplatz selber ist nur zu 10% gefüllt. Es gibt sehr viel Parkplätze für uns. Nebenan ist ein Park, aber ohne Wasser.

Ich gehe in die Stadt und schaue mir die Stadtfestung an.

Wir finden ein leckeres Restaurant für 7000Dinar, was 4,14€ sind.

Der Rest des Tages laufe ich ziellos im Basar spazieren und nehme Farben, Gerüche und Laute war 😉

Abends ist noch etwas Betrieb, aber gegen 22Uhr wird es ruhiger und kühler, Zeit für Rosali.

Die Nacht war gut. Heute trennen Berti und ich mich, Berti ist seit 2 Tagen Krank und hat Angst nicht mehr in die Türkei gelassen zu werden, deshalb fährt er heute direkt durch.

Gegenüber ist ein Park, aber anders wie bei uns hat der Park nur einen Eingang, also einfach mal durch gehen geht nicht. Hier ist auch ein Model der Burg im kleinen Maßstab abgebildet.

Heute ist Donnerstag und leider niemand in der Iranischen Botschaft. Erst am Sa um 800 ist die Botschaft wieder besetzt.

Die Strassenläden sind nach Berufsgruppen angeordnet. Hier sind Schreiner und Türmacher beieinander.

Es gibt hier viele Schuhputzer und meine Schuh sind nicht die Saubersten.

Hier setzt man sich nicht zum Schuhe putzen, sondern man zieht die Schuhe aus, bekommt Badelatschen. Normalerweise geht man jetzt Geschäfte erledigen und kommt zu seinen wohl gereinigten Schuhen zurück. Ich erfreue mich natürlich an der fremden Arbeitstätigkeit und schaue gebannt jedem Handgriff zu.

Erst wird der Staub feucht abgewischt, dann wird mit einem Messer bräunlich rötliche Schuhcreme aufgetragen und mit einer Bürste verteilt.

Der Schuhputzer merkt auch sofort, dass ich einen schwarzen Fleck auf dem rechten Schuh habe und versucht es mit dem Messer erfolglos abzukratzen. Leider ignoriert der gute Mann mein Stoffeinsatz am Schuhhals 😦 Dafür sieht er sofort, dass eine Schuhnaht offen ist und entfernt die Fäden mit einer Nagelschere. Auch die Sohlenränder werden mit einer Creme gleichmäßig eingefärbt. Zum Schluss fragt er noch ob ’schaini?‘ – ich nicke und der Schuhputzer zieht mit einem Lappen die Spitze des Schuhes ab. Die Spitze des Schuhes glänzt tatsächlich, aber wirklich nur die Spitze.

Zum Anziehen wird mir ein Schuhlöffel gereicht, wow – den Service hatte ich schon lange nicht mehr 😉

Die Arbeit ist mehr auf den schönen Schein, als auf die Sauberkeit und pflege des Schuhes gerichtet. Ich habe keine Ahnung was es kostet, da wie überall keine Preise aushängen. Ich gebe ihm 2000 Dinar, was 1,18€ sind. Da dreht sich der Schweizerkapitalist im Grabe um, ich hingehen finde es angemessen. Hätte er nicht meinen blauen textil Schuhhals mit Braun eingeschmiert, würde ich sogar öfter hingehen.

Die Süßspeisen Händler haben manchmal extreme Preise, also extrem ist für mich schon 1000 Dinar, was 60Cent sind 😉

Die Fische sind alle noch sehr lebendig auf dem Tisch 😉

Sobald es dunkel wird, schließen auch die Läden.

Abends kommt noch der Polizist vorbei und unterhält sich mit mir. Solange man draußen auf dem Parkplatz sitzt oder die Tür offen hat kommen immer wieder Passanten vorbei, machen Fotos oder wollen Rosali sehen.

Heute ist Freitag, das heißt Wochenende. Ich beschließe heute etwas zu relaxen. Der Hunger treibt mich aber gegen 15Uhr in die Stadt.

Es gibt einige verfallene Backsteine Häuser, vermutlich Erdbeben?

Ich genieße erst mal die lokale Küche.

Abendstimmung in Erbil

Da heute der vermutlich letzte Tag hier in Erbil ist, nehme ich auch die Möglichkeit war mit der Seilbahn zu fahren.

Dieses Wochenende sind Wahlen, heute hat das Militär gewählt und bis zum Sonntag darf jeder wählen gehen. Wahlen sind immer ein Risiko, da möchte ich nicht unbedingt in der Kurdischen Hauptstadt sein.

Die Nacht war so lala. Ein Moskito hat mich genervt. Irgend wann hab ich dann meinen blau beleuchteten Tennisschläger hervorgeholt. Aber da lagen am Morgen leider nur Nachtfalter.

Um 7 ist die Nacht vor bei. Aufstehen anziehen, Kaffee und los zur Botschaft, den Weg kenne ich ja schon.

So richtig -will- versteht der gute Mann mich nicht. Er meint das Visum im Screenshot sei gut und gültig.

Dass die Passnummer zum zweiten Pass gehört, fällt ihm nicht ein und ich stoße ihn auch nicht drauf an.

Auf dem Weg zurück zu Rosali geht mir viel durch den Kopf. Hier möchte ich nicht mehr bleiben, die Leute bringen mir schon kleine Kinder, die ich untersuchen soll und Flüchtlingen Schreiben für Deutschland auf setzten soll. Das Selfie zeug ist ja ganz witzig, aber wenn an Rosali geklopft wird um Fotos zu schießen, geht’s mir doch zu weit.

Ich kann ja nicht viel verlieren, die Grenze ist zweieinhalb Stunden entfernt.