Heute ging es etwa 150km nach Norden. Bevor ich die Stadt verlasse, sehe ich noch eine Bank. Ich hab seit längerem einen zerrissene 10er und einen alten ungültigen 5er im Geldbeutel. Keine 4€, aber der Schwabe bückt sich auch für 1 Cent 😉
Ich hinein und zum Schalter, der gute man murmelt etwas von sich hin und flickt den 10er mit sechs Klebestreifen, aber gibt mir einen besseren 10er zurück. Leider täuscht er den 5er aber nicht. Ich gehe zum Chef und der spricht mit dem OberstenChef. Es gibt wohl nur ein paar grosse Banken, die das Geldwechseln, keine hier.
Und der Fehler (den alten Schein anzunehmen) sei ja mir passiert und betreffe nicht die Bank.
Bankchef
Naja, neben der Bank ist eine Bäckerei und ich kaufe mit dem alten 5er vier Brote und ein Käsehörnchen bekomme drei Rials zurück. Problem gelöst 😉
Wenn ich schon am einkaufen bin, gehe ich in den Laden neben an und kaufe ein paar Sachen ein.
Der Weg in den Norden wird immer leerer. Weniger Autos, dafür mehr Kamele.
Kurz vor 15 Uhr erreiche ich meinen Platz.
Ich will mich eigentlich hinter einem Rohbau verstecken, aber bevor ich ausrolle steht schon die Univorm neben mir und fragen nach Pass, bzw. Blättern in einem unsichtbaren Buch – es dauert eine Weile bis ich auf Pass komme 😉 Kein Wort Englisch. Ich sag etwas von Kaffee und Bauchvollschlagen, Polizei mein nicht ans Meer gehen, hier okay.
Was das jetzt genau bedeutet wird sich wohl später herausstellen. Ich genieße erst mal einen leckeren Kaffee mit Käsehörnchen.
Meine eigene Kaffeemischung
Danach gibts erst mal eine Strand besichtig zu Fuss. Es ist schön da. Schön wäre es auch mit Brandungsgeräusch einzuschlafen. Ich werde heute wohl abfahrbereit schlafen gehen, falls die Polizei Nachtschicht mich findet und vertreiben muss.
Heute ist sowieso der letzte Tag am Meer, ich möchte morgen Richtung al Ula in das Landesinnere fahren.
Die Nacht war classes, Meeresrauschen und kleinen kam fragen 😉
Nach einem guten Frühstück kamen dann doch noch ein Polizeiwagen, aber die Polizei wollte nur wissen, wieviele in Rosali sind.
Heute schließe ich mit der Dakar ab. Ich weiss schon gar nicht mehr, wie man ohne aufjaulenden Motoren und Mechaniker, die die ganze Nacht durch arbeiten, schlafen kann 😉
3500km Dakar in 2 Wochen reichen mir erst mals 😉
Bei der Ausfahrt leere ich noch meine Toilettekassete in die Klowägen.
Als nächstes fülle ich Rosali mit Diesel auf. Erstaunlicherweise gehen 75l rein, obwohl es gerade erst auf Reserve ging.
Der Magen könnte auch was vertragen und ich suche ein Restaurant.
So transportiert man sein Kamel
Es dauert etwas bis ich was gutes finde, es ist natürlich wieder ein Pakistanisches Restaurant, sau lecker und günstig.
Weiter geht’s zum Meer. Das rote Meer.
Kaum bin ich vor Ort, sehe ich schon wieder, das im Bad sich eine Schraube gelockert hat. Ich muss da mal in Ruhe alles anschauen.
Ich sitze gemütlich am Meer da kommt ein Inder und fragt mich ob ich „food sell“ – ich frage noch tatsächlich 3 mal nach ob ich das auch richtig verstanden habe. Der will von mir Essen kaufen – ich winke lachend ab, seine Frau im Schlepptau ist wohl sauer 😉
Ich schneide meine Fussnägel und es hupt hinter mir, mir egal auf Hupen reagiere ich höchsten mit einem Königlichen Winken und lächeln.
Da kommt schon ein Polizist in Uniform, ich darf hier nicht parken und auch nicht übernachten. sCHeisse!!!
Eigentlich hab ich keine Lust zu fahren und hab mich auf das Meer gefreut. Alleine Man und Meer – tja, daraus wird heute wohl nix. Der Strand ist aber zum übernachten in iOverlander markiert.
Ich fahre eine Stunde weiter und komme an ein schönes Ecke. Leider wimmelt es hier von Polizei und Sicherheitsdienst. Ich komme zwar an der ersten Schranke durch aber hier ist ein abgeriegelten Wohngebiet. Sieht nach Disneyland aus.
Ich finde einen Parkplatz und stelle mich einfach drauf und erkundige zu Fuß die Nachbarschaft.
Der Parkplatz gehört wohl zum Hotel. Da das Tor zur Strasse kann nicht verschlossen werden, also das ist schon mal gut. Raus komme ich wieder.
Erstaunlicherweise sehen die Raben schwarz aus. Im Balkan gibt es viele Graukörper Raben
Rechts darf ich nicht weiter gehen und links ist eine spezielle Zone. Sind wohl stinkreiche Saudis hier. Ich finde einen Weg zum Meer und genieße hier den Sonnenuntergang. Keine Ahnung ob ich später noch Probleme bekomme, ich hoffe es nicht 😉
Es kommt wie es kommen muss. Gegen 22Uhr ruft einer draußen, ich ziehe mich an und öffne die Tür. Wächter vom Hotel, das hab ich mir schon fast gedacht. Ausser mir steht keiner auf dem Parkplatz, da falle ich schon auf. Paar Wörter auf englisch, sein Job ist es hier zu wachen, aber ich kann hier parken.
Gut! Zurück ins Bett und irgendwann eingeschlafen. Kurz vor 1 Uhr morgens wieder Stimmen. Ich wieder am anziehen und sehr Schlaf trinken mach die Tür auf. Dies mal stehen zwei andere und mein sehr verdatterter Wächter draußen. Anscheinend hab ich hier den Scherheitschef vor mir. Was ich hier wolle…. alles gerede taugt nix, Polizei kommt auch schon angefahren und ich muss etwa 2km raus fahren. Warum kann ich nur vermuten. Es stehen aber keine Schilder zum Hinweis oder zum Verbot.
Für mich natürlich nervig, aber sowas kann vorkommen, wenn man neue Plätze anfährt, die noch keiner Beschrieben haben.
Heute geht es erst mal Wasser aufnehmen und zu einen hoffentlich geruhsameren Platz.
Nachdem die Höhlen mit Filmfuzzis belegt sind, fahre ich zu den Stars Valley. Da wollte ich ja ursprünglich gestern über Nächten, aber hier ist parken über Nacht nicht erlaubt.
Für den Eintritt von 30k Toman, was gerade 1€ sind ist hier viel geboten. Man kann eigentlich überall hingehen, mein überlebens Instinkt hält mich aber von sehr gewagten Überhängen dann doch ab.
Mein Magen und der Kühlschrank sind leer, vor allem der Magen mag mal was anständiges zum Essen. Ich fahre in Qeshm Stadt rein. Die Stadt ist doch recht offen und ich kann mit Rosali zur Innenstadt fahren. Hier hat es mehrere Geschäfte, die auch tatsächlich offen sind.
Aus Zufall stoße ich auf ein kurdisches Restaurant und prompt ist das Essen sehr gut und der Preis sehr günstig.
Es gibt noch einen Tee dazu für 45k Toman. Keine 1,50€. Ich fühle so wohl, dass ich gerne 50k gebe.
Es gibt auch noch ein altes portugiese Festung. Ich schaue die Festung nur von aussen an. Es ist alt und kaputt 😉
Das Ufer interessant mich viel mehr, hier stauen sich die Schiffe.
Hier gehen Wasser und Himmel in einander über.
Ich wollte noch zu einem WoMo Platz fahren, aber erst mals ist er sCHeisse schwer zu finden, da einige Strassen gesperrt sind. Ich frage erst die Nachbarn rechts und links, bevor ich den Besitzer sehe. Aber der Platz ist sehr heruntergekommen und ich bin froh, das der Platz geschlossen ist.
Ich habe gestern und heute einen Platz von der Strasse aus gesehen, den möchte ich anfahren. Dazu muss ich quer über die Insel, was aber auch in 6 min erledigt ist.
Es gibt auch noch einen schönen Ausblick von der Höhe auf das Meer, dann erreiche ich auch meinen Parkplatz.
Ich finde auch eine seltsame Kreatur. Für ne Katze fast zu gross. Wüstenfuchs?
Ich habe gestern noch eine 20l Wasserflasche für 65k Toman, 2€ gekauft. Die soll als Ersatz für die zwei kaputten 10l Flaschen dienen.
Ich nehme den Kampingstuhl und genieße die Abendkühle. Es wird auch sehr schnell Dunkel.
Die Nacht war mit 23°C warm. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit von 80% fühlt es sich 10°C wärmer an.
Sonnenaufgang 6 Uhr 12
Den Samstag verbringe ich mit lesen. Nichts tun. Und Fliegen jagen. Genauer gesagt, Fliegen, die elektrisch gebraten wurden, zu entfernen.
Am Abend bin ich am überlegen, ob ich in die Stadt fahre zum leckeren Kurden oder selber koche. Naja, die Faulheit erzeugt 10min Nudeln mit Soße. Die Soße kommt aus der Dose und schmeckt richtig gut und scharf.
Danach gibt es noch Tee mit Datteln. Keine 21Uhr und ich schlafe fast ein. Zeit fürs Bett.
Die Nacht war bei 25°C sehr warm und schwül. Sobald ich wach bin sind auch die Fliegen wach. Das Fliegenmassaker fängt von neuem an
Ich mache einen kleinen Spaziergang zum Hafen. Hier wird kunstvoll ein Steinwall gebaut.
Um 12 Uhr wollte ich mich schon parat machen um mich in die Stadt fahren zu lassen. Da kommen meine Iranischen Nachbarn und bringen mir einen riesigen Teller Essen.
Natürlich alles frisch hier am Meer gekocht.
Ruckzuck ist der Tag auch schon wieder vorbei.
Ich unterhalte mich noch in den Abendstunden mit Ali, einen Kamper aus der Türkei. Erstaunlicherweise kennt sich Ali in der deutschen Politik besser aus als ich. Dank an Google Translater fürs übersetzen.
Gegen 19 Uhr gehe ich zur Anlagestelle der Boote. Dort gibt es auch eine Fischmarkt. Ich kaufe vier Fische mit 1.7kg für 85k Toman, was keine 3€ sind.
Die Fische kommen gleich in den Kühlschrank. Ausnehmen tue ich die Fische morgen bei Licht.
Die Nacht war okay, ab 6Uhr nerven die ersten Fliegen. Gegen 10Uhr gibt es ein paar Regentropfen.
Der Regen kühlt etwas ab, nicht viel aber ich fühle mich wohler. Da es gerade Ebbe ist, nehme ich die Fische aus und schneide die Flossen ab.
Der Regen hat das Meer etwas aufgewühlt.
Gegen 15Uhr30 baue ich den Grill auf und starte den Grill. Das Gestell ist leider auf der einen Seite vollständig gebrochen. Sekundenkleber hilft da wohl kaum und die Kabelbinder sind auch nicht hilfreich, da der Tropfeinsatz nicht mehr in die Schienen passt.
Ali aus der Türkei und ich
Nach zwei mal 10 Minuten ist der Fisch durch und die nächsten zwei Fische kommen auf dem Grill.
Das Ergebnis lässt sich sehen und vorallem gut schmecken – Fisch satt für keine 3€.
Danach gibt es noch ein Kaffee und nach etwas plaudern geht’s zu Rosali und ins Bett. Wir haben ausgemacht morgen zum Schwimmen zu einem anderen Platz zu fahren.
Nach einer angenehmen Nacht wechseln wir auch gegen halb Acht den Platz.
Der Verkehr ist genauso mies wie gestern. An der Küste ist praktisch alles verbaut. Wo Städte sind, sind auch die doofen Hügel in der Strasse, Sandwich nennen es die Iraner. Für mich heißt es aus 60-80km/h auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen und im 2 Gang wieder anfahren.
Die Innenstadt ist meist mit Autos zu geparkt, da wird aus 2 Spuren plötzlich 5 Spuren und dann wieder nur 1 Spur.
Links das Meer und rechts die Berge
Witzige Ampeldaueranzeige
Kurz vor 16 Uhr erreiche ich heute auch mein Ziel. Für 111km brauche ich mehr als 4 Stunden.
Ich mache noch einen kleinen Spaziergang am Meer und in die Stadt, aber ich bin wohl recht weit vom Zentrum entfernt. Außer einem Bäcker finde ich nicht viel.
Zurück zu Rosali mache ich mir noch einen Tee und gehe ins Bett.
Um 20Uhr klopft es und ich dachte schon ein paar Junge, die ein Foto wollen. Es sah so aus wie zwei Offizielle. Neue rote Jacke, Ausweis daran befestigt und mit einem Kartenleser und Block bewaffnet.
Ich vermute Parkplatzwächter, die wohl eine Gebühr verlangen. Ich biete Ihnen an umzuparken oder wegzufahren. Einer von beiden verschwindet und der andere versucht Sinn aus meinen KZ zu machen. Vermutlich kennt er unser Alphabet und Zahlen nicht und hat keine Ahnung was er schreiben soll und ruft verzweifelt nach seinem Kollegen. Dieser kommt auch an gerannt und wünscht mir gute Nacht. Ich habe immer noch keine Ahnung, aber beide wünschen mir jetzt eine Gute Nacht und verziehen sich. Auch gut 😉
Mein Durchfall schlägt leider wieder zu. Vielleicht liegt es an dem Hahnenwasser aus Tabriz? Ich gehe noch eine von der beiden Reserve Wasserflaschen von Lidl Italien holen. Aber wenn ich schon draußen bin, entleert sich auch gleich mein Magen.
Nachdem die Nacht recht Scheisse war und zum Kotzen bekomme ich kaum Schalf ab. Morgends um 6 startet auch der Regen.
Ich hab Null Lust heute irgendwo hinzufahren und verbringe den Morgen im Bett.
Nach 13Uhr kann ich mich wenigstens aufraffen etwas Aufzuräumen, Toilette zu reinigen und ein Handtuch, was recht sCHeisse aussieht gegen ein frisches zu tauschen.
Woran liegt weiss ich nicht. Aber um mal alles auszuschließen werde ich jetzt erstmals Wasser in Flaschen kaufen.
Kurz vor 20 Uhr kommt auch mein Parkwächter wieder, dieses mal in der Verstärkung eines englisch sprechenden Kollegen und dies mal verlangt er auch 50k Toman fürs Parken am Strand.
Nachdem es mit der Gasflasche nicht geklappt hatte, gehe ich wenigstens zur Tankstelle.
Die erste Tankstelle hat auch Diesel und ich tanke um die 50l. Irgendwie tanke ich auf der Rechnung vom LKW neben an. Zum Schluss zahle ich 150k Toman, was keine 5€ sind. Ich rechne das ganze zig male durch, aber ich verstehe es noch nicht. Hauptsache Diesel im Tank, der Rest kommt dann schon noch.
Heute geht es runter von 1400m auf unter 0m. Genauer gesagt, liegt des Kaspische Meer auf -28m. Leider ist alles nass und Neblig und ich habe keine Lust anzuhalten.
Die ganze Fahrt geht an der Grenze an Aserbaidschan entlang. Am Meer angekommen werde ich sofort von Iranern angesprochen und ich bekomme einen Tip um gut zu parken.
Von meinem Parkplatz kann ich bequem zum Abendessen gehen.
Zwei mal Rind und einmal Leber mit gutem Brot und Ayran für 55k toman.
Müde trinke ich in Rosali noch einen Tee und bekomme für morgen eine Einladung zu den Eltern einer Bekannten die wir in Armenien getroffen haben.
Ich höre noch ab und zu leichte Geräusche und irgendwas schalten. Aber ich bin zu müde um Sinn daraus zu machen.
Die Nacht war super ruhig. Meeresrauschen – herz was willst du mehr 😉
Am morgen weckt mich die Sonne um 7Uhr. Ich will raus und ein paar Fotos machen, aber da stehen zwei Jungs mit Gewehr, 5m vor mir – Vogeljagt!
Um 9 schaffe ich es auch das Bett zu verlassen. Ich Staubsauge und mir fällt die Batterieanzeige auf, 47Ah verbraucht?!?
Normal sind 7Ah für Router, Handi, Wetterstation, etc.
Ich erinnere mich an das Klacken von gestern. Der Schalter von der Trittstufe hing fest und alle paar Minuten zieht es etwa 180W für ein paar Sekunden. Das hat die Batterie entleert. Ich werde den Schalter im Auge behalten.
Ich schaue auch meine Gasanschlüsse durch, ich habe mir auch extra den kleinen Schlauch gekauft. Einer müsste doch auf die Iranischen Flaschen passen.
Die Berge haben schon einen Zuckerüberzug oben drauf.
Bevor es weitergeht mache ich noch einen Spaziergang am Meer.
Der feuchte schwarze Sand ist sehr fest und befahrbar.