Tebriz, Universität Kampingplatz

Ich fahre durch den Salzsee.

Der Verkehr ist an der Grenze. Hier wird einfach aus 3 Spuren 5 oder mehr.

Ich bin Gott froh an meinem Parkplatz angekommen zu sein. Eigentlich stehe ich daneben und gehe mich erst mal umschauen. Mein erster Gedanke war, au sCHeisse, da ist jetzt eine Baustelle. Aber ich finde ein paar Männer im Kontainer und frage. 5min später bin ich bei einer sehr gut Englisch sprechenden Frau und begrüßt mich, kurz darauf halte ich auch schon einen Tee in der Hand.

Die Einfahrt ist etwas kompliziert, da ich etwa 10m entgegen der Fahrtrichtung fahren muss. Bei uns ein Problem, hier keins. Ein Helfer kommt und weisst mich ein. Keiner Hupt, wenn ich in die falsche Richtung unterwegs bin 😉

Kaum eingepackt, kommt schon Tee Nummer zwei vom Parkwächter.

Eigentlich wollte ich heute Kfz Versicherung und SIMkarte Nr2 besorgen. Aber irgendwie sind alle Geschäfte in den letzten 2 Jahren wohl umgezogen oder geschlossen.

Ich bekomme eine SIMkarte für 150.000 toma aber ich hab wohl das Datenpaket vergessen.

Dann hab ich schon mal genug und schau mich um Essen um.

Die Nacht war schön ruhig und ich richtig müde.

Am morgen mach ich mir einen Kaffee, da geht die Gasflasche zu Ende und ich tausche schnell die Flaschen.

Die zweite SIM gibt mir Rätsel auf, irgendwie will die SIM nicht so wie ich. Ich glaube ich gehe morgen damit in einen Laden.

Ich gehe in die Stadt und komme an einer Bäckerei vorbei, an der sich die Menschen anstehen. Ich auch gleich dazu. Hier kann man drei Leute beim Brotbacken zusehen. Zuschauen ist ja bei uns in Deutschland verboten, weil da sterben sofort alle wenn ein Haar in den Teig fällt?!?

Ich lerne, dass es zwei Schlangen gibt. Die Leute, die nir ein Brot haben wollen stellen sich an der Tischkopfseite an und die anderen an der Längsseite des Tisches. Ich werde von einem Iraner zum Brot eingeladen und habe deshalb keine Ahnung was es kostet.

Ich versuche heute mal die Undergrundbahn. Ich finde auch eine Station, aber da kommt schon einer und sagt, dass Freitags keine U-Bahnen fahren.

Der nächste Versuch ist einen der Busse zu nehmen. Aber an ein Ticket, was eine Plastikkarte ist, die elektronische Entwertet wird, komme ich nicht ran. Ich soll einfach so fahren, oder zu einer Station mit Schalter? Naja, ich steige mal ein. Das heisst ich wollte hinten einsteigen, aber viele Frauen schauen mich wie einen Vergewaltiger an und auch der Bahnaufseher ruft was. Ah, dachte ich vielleicht kann ich ja beim Fahrer bezahlen. Dank Corona ist der in Plastiktüten eingewickelt und ich steige in der Mitte ein. Jetzt begreife ich auch, dass Frauen hinten sitzen und Männer vorne 😉

Am Ziel angekommen hole ich mir ein Eis. Zu meinem Erstaunen ist es halb Vanilleeis und halb Kastanien. Wow, das hatte ich nicht erwartet. Für 1000 Toman.

Bei der blauen Moschee gibt es noch ein Aserbaidschan Museum. Beide nehme ich mir für morgen vor.

Kurz danach tritt Ali in mein Leben ein. Ali ist 68Jahre alt und repariert Nähmaschinen. Nebenbei spricht Ali Touristen auf der Strasse an und lädt die Touristen zu einem Tee und einem Gespräch zu sich in dem kleinen Laden ein.

Neben bei lerne ich noch, dass es auch einen alternativen Wechselkurs gibt. Dafür gibt es auch eine Webseite: http://Bonbast.com

Es gibt hier auch um die Ecke ein 70Jahre altes deutsches Gebäude.

Bei Dunkelheit bekomme ich Hunger und fahre zurück mit dem Bus.

An einem Eckrestaurant, das mir gestern schon aufgefallen ist, mache ich einen Verpflegungsstopp.

Eigentlich hab ich was anderes bestellt, aber ich habe Kebab und Hühnchen bekommen, sehr lecker für 50k Toman.

Zurück zu Rosali merke ich, dass ich das Küchenlicht angelassen habe. Wie ich das geschafft habe ist mir mehr wie rätselhaft. Hab ich beim aussteigen den Schalter betätigt? Normalerweise verwende ich das Licht nie.

Es hat auch Nachbarn gegeben, es sind wohl zwei Gruppen Iraner, die ihr Zelt auf Asphalt aufgeschlagen haben.

Nach zwei Tassen Tee falle ich um 23Uhr müde ins Bett.

Die Nacht war leider nicht so ruhig wie gestern, vor Sonnenaufgang hüpfen schon die ersten Iraner draußen herum.

Nach dem ersten Kaffee geht es gleich los, heute steht Autoversicherung auf dem Programm.

Nachdem ich am Donnerstag schon mal hier war und nur ein Mann lustlos am PC saß und ständig das einzigste Blatt, das ausgedrückt auf dem Drucker lag anschaute und mich dann 300m weiter schickte.

Damals hatte ich an der 300m entfernten Stelle nichts gefunden, was wie ein Büro aussah. Heute morgen sehe ich ein Schild und trete ein, hier bin ich falsch, aber ein Mitarbeiter begleitet mich zu der Stelle an dem ich schon am Donnerstag war. Heute ist das Büro auch voll besetzt. Hier sitzen 8 oder 9 Leute und arbeiten, bzw. warten bis das System wieder online ist.

Dafür bekomme ich sofort einen Stuhl, einen Tee und Kuchen 😉 Eine Stunde später hatte ich für 7.1mio Rial, 22,90€ eine Versicherung für Rosali für einen Monat.

Ich habe gestern mit Ibrahim, einem Laden Besitzer ausgemacht, dass wir die Blaue Moschee gemeinsam anschauen, da ich Angst habe mich daneben zu benehmen. Da Ibrahim den Laden hüten muss kommt seine Freundin Nadia und zeigt mir die Moschee. Ich schaffe es so gar eine Bahnkarte für die U-Bahn zu kaufen, die vermutlich auch für Busse funktioniert.

Ich sehe auch die erste anti Ami Flage 😉

Die blaue Moschee

Danach gibts bei Ibrahim noch eine Kostprobe von seiner Mutter seine Kochkünste, einen Tee bei Ali dem Nähmaschinen Repair Mann.

Dann fährt Ali uns zum Essen ausserhalb der Stadt. Der Anblick ist schon eine Nummer 😉

Ibrahim hilft mir noch beim Wechsel von einem 50€ Schein und gibt mir noch ein paar Köstlichkeiten aus seinem Laden auf dem Heimweg mit.

Die Nacht war gut und ruhig. Langsam kommt hier auch der Herbst, vielleicht sollte ich etwas in den Süden fahren. Wüste wäre ganz angenehm 😉

Eigentlich wollte ich heute morgen duschen, aber mir fehlt die Motivation. Also geht es zum Handiladen. Die gute Frau drückt herum und meint 30GB gratis. Himm, ich staune etwas und sage artig Danke.

Ich habe tatsächlich 34GB Daten jetzt auf der zweiten SIM. Damit muss ich jetzt tatsächlich nicht mehr mit Daten sparen. Plus ich habe endlich wieder Zugriff auf mein Thermometer, ich hab es schon sehr vermisst 😉

Mit der U-Bahn geht es wieder in die Stadt.

Heute ist Aserbaidschanisches Museum auf dem Programm.

Nach dem Museum gibts eine Kleinigkeit zum Frühstück, für 8Cent 😉

Heute schaue ich mir das Verwaltungsgebäude, übrigens vom Deutschenreich 1935 erstellt – ist wirklich sehr schön.

Ein paar Schritte weiter ist der Bazar.

Danach bin ich fix und fertig und will nur noch heim. Dieses mal mit dem Bus. Dann gibts noch einen Stop bei dem Restaurant um die Ecke. Für 25k, 60Cent gibt es gegrillte Leber und Speck. Dazu natürlich mein Lieblings Getränk Dough 😉

Nach einer ruhigen Nacht, heize ich das Wasser in Rosali auf 40°C auf. Duschen und Haar waschen ist wieder fällig. Ich dachte erst, es gibt hier Duschen, aber die drei Duschen hier waren alle defekt und im Frauenbereich wollte ich mich nicht umschauen 😉

Nach der Dusche, geht es mit der U-Bahn zum Basar. Meine CityCarte piepst beim entwerten und jemand winkt, kein Guthaben drauf, kurz gebe ich die Karte und 10k Toman und in Sekunden schnelle ist die Karte wieder im Einsatz. Ich erinnere mich noch an die Stunden, mit denen ich kämpfe gegen Automaten ausgefochten hatte, die an der Erkennung des Geldes, der Sprache oder am Defekt des Automaten gescheitert war.

Im Bazar sehe ich ein kleines Restaurant, hier verlaufen sich wohl selten Touristen.

Das Essen ist vorzüglich und die Bedienung sehr hilfsbereit. Ich zahle 35k Toman, keinen Euro.

Ich kaufe noch sehr gute Datteln 35k und ein paar Sonnenblumenkerne 10k ein.

Ich ende wieder bei Ali, der mir auch sofort einen Tee hinstellt und ich biete ihm ein paar von den gekauften Datteln an.

In der Nähe ist auch ein Werkraum eines Künstlers, den wir uns auch anschauen.

Ibrahim kommt auch vorbei und will mir ein paar Instrumente zeigen:

Es gibt auch ein paar für meine Ohren sehr exotische Klänge:

Natürlich fordere ich den Meister zum Duett heraus und er zeigt mir ein paar Griffe-ich habe Spass dabei, meine Ohren weniger 😉

Weiter geht’s in den Egi Park. Hier trinken wir noch einen Tee, bevor es zu Rosali zurück geht.

Die Nacht war ruhig. Ich wache schon vor 7 Uhr auf und schaue mir den Sonnenaufgang genüsslich vom warmen Bett aus an.

Es gibt Kaffee und ich frage beim Hausmeister nach, wo ich Trinkwasser auffüllen kann. Ich fülle auch gleich 25l Trinkwasser ab. Morgen geht’s weiter und ich richte Rosali schon mal vor.

Morgen steht noch Toilettekassete Entsorgung und Wasser Aufnahme an.

Ich gehe gemütlich in die Stadt und kaufe an einem Restaurant vorbei. Da gibt es eine Art Suppe, die ich gleich bestelle.

Die Leute im Restaurant haben ihren Spaß an mir, Woher? Stadt? Name? – Kann auf der Dauer etwas nervig sein, dafür gabs die Suppe dafür gratis 😉

Etwas weiter gibt noch einen kleinen Nachtisch dazu. Ich denke, es war 4k, also 10Cent. 😉

In der Stadt geht bald die Sonne unter.

Und ich mache mich auf dem Heimweg mit der U-Bahn. Da gibts noch einen Tee und ein Abendessen. Ich werde das kleine Restaurant vermissen, ganz liebe Leute da und mit Getränk 35k, keinen Euro.

Um 21Uhr bin ich schon halb im Bett. Die letzte Nacht im schönen Tebriz 😉