Kiziltepe, Einfahrt

Ich fahre etwas verschlafen mit Rosali spazieren. Für einen Kaffee hat es leider nicht mehr gereicht, dafür erfreue ich mich an der warmen Heizungsluft.

Auf der Gegenspur haben wohl LKWs in 2 Spuren die Autobahn blockiert und da geschlafen.

Hier kostet der Diesel mehr als Benzin.

Ich fahre an der Grenze zu Syrien entlang und manchmal hat mein GPS kaum Signal? Störsender?

Es fängt auch noch an zu Regnen. Deshalb fahre ich an der erst besten Gelegenheit in eine Einfahrt hinein.

Eigentlich wollte ich den Regen abwarten, trotzdem will ich in die Stadt, da ich nicht weiß wie lange die Läden am Samstag offen haben.

Die HalkBank soll Geld ohne Gebühren ausspucken. Doch leider gibt es die Bank nicht mehr und die andere Bank möchte 6% 😦 Fluchen und gegen den Automaten tretten hilft auch nicht. Bei 3000tl sind es 180tl Gebühren.

Nächster Schritt SIMkarte. Ich gehe in den ersten Vodafone Shop und frage was 20gb für 1 Monat kostet. Die Jungs wollen gleich mein Handi auseinander nehmen und fragen mich nach der Nummer. Ich wieder hole mein Ansinnen, aber der Groschen fällt nicht. Als die Jungs beim 3ten mal es auch nicht schaffen mir einen Preis zu nennen, verlasse ich den Affenkäfig.

Zweiter Versuch TuekCell. Ich werde freudig begrüßt und gleich mit Tee beglückt. Da kommt auch schon Mitarbeiter Nummer 2. Ich bin ungültig im Lande? – Ich verstehe es nicht, aber die Jungs finden meinen Einreise Stempel nicht. Ich zeige es ihnen und bekommen den zweiten Tee. Da kommt auch schon Mitarbeiter Nummer 3 herein. Ich sei nicht registriert es gibt keine Sim. ???

Ich laufe zum nächsten Bäcker und kaufe mir für 15TL ein mit Käse gefülltes etwas, was heiss super mega gut schmeckt,  besonders wenn man am Vortag nichts gegessen hat.

Der Magen freut sich und ich suche mir den grössten Vodafone Laden heraus und trete ein, wie Jango in High Noon, jetzt oder nie! Sim oder keine Daten. Nach nicht mal 5min hab ich meine 20GB für 1 Monat für 290TL gekauft! Geht doch!

Auf dem Weg zu Rosali nehme ich noch etwas (1kg) Süsses für 47,5TL und zwei gedrehte Käse für 20TL mit. Ich muss mich erst noch an die hohen Preise hier gewöhnen.

Bei Rosali begrüßt mich schon der Besitzer des Parkplatz, ich habe etwas schlechtes Gewissen, aber er ist mehr als Nett.

Reifen gibt es bei seinem Nachbar.

Der Laden ist wirklich für den Arsch. Ich hab noch nie so einen inkompetenten Reifenservice gesehen. Falsch aufgebockt. Reifen nicht abbekommen. Falscher Luftdruck. Kein Auswuchten. Nach Verhandlung.

Meine Empfehlung: ganz weit meiden!

Dafür ist mein Parkplatz geber ein Herz von Seele.

Ich werde nicht nur zum Abendessen eingeladen, sondern die ganze Familie kommt und bestaunt mich oder wird per Video live hinzu geschaltet. Von Oberhausen bis irgendwo, sind alle am Telefon. Nach vielen Tee verabschiede ich mich in Rosali, dafür musste ich versprechen morgen um 9Uhr zum Frühstück zu kommen.

Die Nacht war kalt und meine dt. Gasflasche wohl aus, da die Heizung auf Störung ging. Ich war aber zu faul um noch die Gasflaschen umzuhängen.

So verbrachte ich die Nacht bei frostigen 3°C. Morgen muss sich was ändern an der lokalen Gasversorgung. Zum Glück habe ich eine dicke Lammdecke, die gut warm gibt.

Ich bin kaum wach, da klopft ein Mädle und gibt mir einen Kranz-WOW, bin sprachlos.

Kurz nach 9 kommt auch mein Host und wir gehen Frühstücken.

Ich werde verwöhnt wie schon lange nicht mehr 😉

Wir verabschieden uns und wollen in Kontakt bleiben.

Ganz, ganz tolle und nette Kurdenfamilie.

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Dakar, 4 Al Qaisumah > Riyahd

Nach einer frostigen, aber im Bett sehr angenehm Nacht bin ich um 7 Uhr wach und nach einem Kaffee abfahrbereit.

Nach etwa 80km gibt es für Rosali einen Tankstopp und auch was für mich.

15 Rials, mit Joghurt und Chia

Kurz vor halb 10Uhr erreiche ich erste Abzweigung und kurz danach ist die Lenkung schwerfällig, Rosali nicht schlecht Gas an und mein Reifenwächter piepst wie die sau.

Rechts ran und schauen…

…schaut net gut aus 😦 Rechts beide Reifen platt. Vorne pfeift die Luft nur so raus.

Himm, was tun? Ich rufe abwechselnd 996 Strassenservice und 999 Polizei an. Immer wenn ich ihnen mein Leid geklagt habe, heisst es Arabic? und es wird auf gelegt. – Nicht gut.

Nach einer halben Stunde habe ich tatsächlich jemand dran, der sich wenigstens die Mühe macht. Dank Whatsapp und send Position kann ich mein Problem erklären und um 11 ist auch ein Strassenfahrer vor Ort.

1km weiter ist tatsächlich eine Reifenwerkstatt.

Rosali steht mit gelüpften Bein da, aber die Gute Macht keine Pfütze 😉 Der Strassendienst verlangt fürs Reifen demontieren, transportieren und Montieren 200 Rial, was 47€ sind.

Um 13Uhr bin ich wieder auf der Strasse. Nach 60km mache ich Stopp und prüfe Luftdruck und ziehe alle Schrauben nach.

Es geht durch Wüste und ausser Dromedare ist nicht viel los.

Kurz nach Sonnenuntergang treffe ich in der Uni ein.

Ich bin kaputt, das Hilflose herum gestehe in einer Wüste nagt an der Substanz. Eigentlich wollte ich mir hier einen sehr guten Platz aussuchen, da wir 4 Tage hier bleiben, aber ich treffe nur meinen lokalen Kollegen mit seinem Hilux wieder, der mich auch ermuntert zu ihm zu kommen, aber ich ziehe es vor mich an einem Busparkplatz ganz hinten zu stellen. Da wollte ich morgen auch noch duschen. Dann kann ich immer noch nach vorne Fahren.

Nagel im hi r Reifen

Das Leben könnte auch so langweilig sein. Um 7 Uhr 30 fahre ich los, es sind nur 10km bis zur Visa Stelle. Rosali fährt wie mit angezogener Handbremse.

Ich steige aus, da ich denke die Handbremse hat die Bremsbacken durch den Regen festgebacken. Normalerweise nach 50m rollen sind die wieder frei.

Naja, sieht nach Platten Reifen aus. Ich habe mich bis jetzt immer um Reserverad und Reifenwechsel gedrückt. Es ist toll, wenn man einen Tee trinkt und anderen bei der Arbei zuschaut, aber Selbermachen?

Ich suche nach Werkzeug und setzte mich zum erstenmal mit den einzelnen Teilen auseinander.

Fiat, hat recht gutes Material mit gegeben. Auch jemand mit zwei linken Händen kann es bedienen.

Schritt zwei ist das Reserverad frei legen, es ist bei Fiat unter dem Wagen. Leider sitzt eine der Halterungen fest. Jetzt muss WD40 ran und ein 12er Schlüssel. Das Reserverad liegt frei und ich lege unter dem Reifen zur Absicherung.

Kurbeln ist angesagt und das Gewicht von Rosali macht sich bemerkbar. Als ich beim Wagenheber auch WD40 rein spritze, geht es plötzlich viel leichter.

Ich fange an die fünf Schrauben locker zu drehen, solange das Rad noch Bodenkontakt hat. Danach wird Rosali so lange hoch geschraubt, bis ich das alte Rad herunter bekomme und das Reserverad hoch.

Jetzt sehe ich auch das Problem im Reifen feststecken.

Ich öle noch die Bolzen etwas, dass die Schrauben nicht fest backen.

Das Reserverad wird mit Gefühl festgemacht und erst bei Bodenkontakt wird es anständig befestigt.

Was wäre der Iran ohne die Hilfsbereitschaft der Einwohner. Jemand kommt vorbei und ich frage ihm, wo es einen Reifen Laden gibt. Er geht sein Roller holen und verschwindet mit meinem Rad. Ich versorge derweil das Werkzeug und versuche meine Hände sauber zubekommen. Keine 20min später höre ich Rufe draußen, ja mein Rad ist wieder geflickt zurück.

Der Hilfsbereite Iraner nimmt kein Geld dafür. Ich versuche es mehrmals, aber er sagt immer ist okay.

Die ganze Aktion hat wohl gute 3h gedauert. Die meiste Zeit ging wohl drauf für mein lahmes Kurbeln. Aber egal, das Ergebnis zählt und das kann sich sehen lasse.

Ich verabschiede mich auch von den billigen Batterien, der Verkäufer nennt die Batterien fake, und verwende teuere Marken Batterien aus dem Iran.