Anar, Burg

Eigentlich hatte ich vorgehabt, 300km Richtung Kerman zu fahren.

Aber durch die Verzögerungen komme ich erst spät weg und nach 17Uhr geht die Sonne unter, also fahre ich meine Reserve Anar an.

Ich sehe heute auch zwei Kamele auf einem Lieferwagen drauf 😉 Beide Kamele schauen mit großen verliebten Augen beim Überholen mitleidig auf mich herab.

Vermutlich sind die Kamele in Wahrheit Dromedare, ich hab nur die Hälse gesehen.

Anar ist eine sehr kleine Stadt und die Burg nur von außen schön.

Ich gehe in die Stadt und hoffe ein Restaurant zu finden, das geöffnet ist. Meist öffnen die Läden erst um 18Uhr, was wohl der Hitze im Sommer geschuldet ist.

Sonnenuntergang in der Innenstadt, aber alles geschlossen, noch.

Ich gehe zurück zu Rosali, da ich nur im THemd unterwegs bin, während die Einheimischen schon nach Eskimos aussehen.

Auf dem Weg finde ich eine Bäckerei. Frischer Brotduft steigt in meine Nase.

Da ich keine Ahnung habe was es kostet gebe ich ihm einen 10er, aber er deutet auf den 1er. Das sind gerade 3Cent.

Jeder Bäcker macht hier genau ein Brot. Das Brot wird nicht auf Vorrat gemacht, sondern immer frisch und das schmeckt man auch.

Bei Rosali gibt es auch noch ein Bild von der Abendstimmung in der Wüste.

Ich gehe noch mals in die Stadt und bekomme einen gemischten Döner mit Huhn und Rind für 45k Toman. Auf dem Heimweg gehe ich noch einkaufen.

Würstchen, die länger haltbar sind, als die ich eigentlich wollte und zweimal offene Wurst. Ich bekomme noch eingelegte Gurken dazu, die ich kleinschneiden soll. Wobei die Verständigung nur über Hände ging 😉

Wurstwaren sind mit 135k Toman, was 4,20€ sind für Dreiviertel Kilo zusammen, sehr teuer ist. Vermutlich deshalb hab ich seit einem Monat keine Wurst mehr gekauft.

Sonst gibt es noch Krekse für 6k und 12k. Bei einem Konditor gibt es auch mehrere Fotos von mir.

Ich gehe früh schlafen meine Hände und Knie fühlen den Reifenwechsel noch und es wird kalt.

Gegen 4 Uhr morgens klopft es, ich öffne mit meiner haben Meter langen MAG (Taschen)lampe. Draußen steht ein Junger Mann – Abulfasel sein Name, wie ich später lernen werde – und meint, hier ist es nicht Sicher viele Diebe. Er sei von selber Sicherheitsman. Ich gehe wieder schlafen.

Um 8Uhr30 klopft es wieder, ich habe wohl einen guten Schlaf gehabt und Abulfasel steht wieder vor der Tür. Diesel mal bewaffnet mit Frühstück. Er benutzt einen Translater und sehr geschickt.

Ich lade ihn zu Rosali und Tee oder Kaffee ein, aber er verschwindet um in Kürze wieder dazu sein um die Whatsapp Nummern zu tauschen 😉

Das Frühstück ist vorzüglich! 😉 – Vielen Dank Abulfasl!

Ich wollte mich gerade abfahrbereit machen, gestaubsaugt ist schon, da piepst mein Luftdruck Monitor. Ich fluche schon über die falsch Meldung, aber schaue mir die Sache genauer an.

2.5bar statt 4bar auf dem nagelneuen Reserverad von gestern. Himm, falsch montiert? Ich schaue mir das Rad an.

Nicht gut. Ich muss zu einem Reifendienst. Der Unterschied zu gestern ist, dass ich wenigstens hinfahren kann. Irgendwo ist der Wurm drin.

Ich finde auch schnell einen Reifenladen. Es dauert etwas bis die 4.5bar drin sind. Die Jungs sind recht gut. Einer prüft mit Spuke ob das Ventil dicht ist. Um 12Uhr30 ist genug Luft drin und ich Schraube den Fühler wieder ran.

Die Reise kann weitergehen 😉